Phishing-Plattform, BKA

Phishing-Plattform zerschlagen: BKA und FBI beschlagnahmen 200+ Server

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 15:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Behörden gelingt Schlag gegen Phishing-Dienstleister. Aktuelle Kampagnen zielen auf Kunden deutscher Banken und Rentner.

Phishing-Welle: BKA und FBI zerschlagen kriminelle Plattform Kratos
Laptop-Bildschirm mit abstrakten binären Daten und einem Sicherheitssymbol als Metapher für Cyber-Sicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Betrüger fluten derzeit die Mail-Postfächer von Rentnern und Bankkunden. Die Masche ist immer gleich: Gefälschte Nachrichten der Deutschen Rentenversicherung oder großer Kreditinstitute sollen persönliche Daten abgreifen. Parallel dazu melden Ermittler einen großen Erfolg gegen die Hintermänner.

„Olympus Blade“: Internationaler Schlag gegen Phishing-Plattform

Das Bundeskriminalamt (BKA) und das FBI haben die kriminelle Plattform „Kratos“ zerschlagen. Die Operation „Olympus Blade“ führte zur Beschlagnahmung von über 200 Servern. Der mutmaßliche Hauptadministrator wurde in Indonesien festgenommen.

Die Plattform war ein sogenannter Phishing-as-a-Service-Dienst. Seit 2024 soll sie rund 300.000 Euro Umsatz gemacht haben. Rund 1.800 Kunden nutzten das Netzwerk für ihre Angriffe – monatlich starteten sie etwa 15.000 Phishing-Kampagnen. Bisher wurden 850 Geschädigte in 35 Ländern identifiziert. Parallel dazu machten Behörden in Pakistan rund 96.000 betrügerische Phishing-Apps unschädlich.

Laut US-Sicherheitsbehörden beginnen rund 90 Prozent aller Cyberangriffe mit einer Phishing-Nachricht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt fest: Jede dritte unerwünschte E-Mail ist inzwischen Phishing.

Anzeige

Rekordschäden durch Phishing zeigen, wie professionell Hacker heute vorgehen und selbst Sicherheitsverfahren von Banken imitieren. Wie Sie diese psychologischen Manipulationen entlarven und Ihr Unternehmen wirksam absichern, erfahren Sie in diesem kostenlosen Anti-Phishing-Paket. 4 Schritte zur erfolgreichen Hacker-Abwehr jetzt gratis sichern

Sparkasse, Commerzbank, Volksbank: Wer gerade im Fadenkreuz steht

Die aktuellen Kampagnen zielen gezielt auf Kunden deutscher Banken ab. Betroffen sind unter anderem Sparkassen, die Commerzbank, Volksbanken und die easybank. Die Täter nutzen bekannte Sicherheitsverfahren als Vorwand: Sie fordern Opfer auf, das Verfahren „SecureGo Plus“ zu verifizieren oder ChipTAN- und photoTAN-Daten zu aktualisieren.

Wer auf den Link klickt, landet auf gefälschten Login-Seiten. Dort sollen die Opfer Zugangsdaten, PINs und Transaktionsnummern (TANs) eingeben. Auch Nutzer von Passwort-Managern sind betroffen. Gefälschte Sicherheitswarnungen im Namen von LastPass und Bitwarden fordern zur Bestätigung vermeintlicher Sicherheitsrichtlinien auf – über manipulierte DocuSign-Seiten. Das führt zum Download schädlicher Software. Rund 62 Prozent der Bevölkerung haben laut Statistiken bereits Phishing-Mails erhalten.

Wer haftet bei Betrug? Das sagt das Gesetz

Nach einem erfolgreichen Phishing-Angriff stellt sich die Frage: Wer zahlt? Juristen verweisen auf § 675u BGB. Demnach muss die Bank Beträge aus nicht autorisierten Zahlungen voll erstatten. Eine Ausnahme gilt nur bei grober Fahrlässigkeit des Kunden.

Anzeige

Ob Banking, PayPal oder sensible Dokumente – Kriminelle haben es gezielt auf die Daten in Ihrem Browser und auf Ihrem Gerät abgesehen. Dieser kostenlose Guide enthüllt, wie Sie mit dem Experten-Tool KeePassXC die volle Kontrolle über Ihre digitalen Zugänge zurückgewinnen und Passwörter sicher verwalten. Kostenlosen Passwort-Guide hier herunterladen

Die Beweislast für die Banken ist hoch. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Sommer 2025 zeigte: Wer eine TAN am Telefon herausgibt, handelt grob fahrlässig. Bei Betrug über Verkaufsplattformen und gefälschte Zahlungsdienstleister kommt es darauf an, ob in der Banking-App der Überweisungsbetrag und der Empfänger klar erkennbar waren.

Seit der Einführung der starken Kundenauthentifizierung (SCA) durch die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 tragen Banken ein höheres Risiko – wenn die Sicherheitsmechanismen fehlen oder umgangen werden können. Die Devise bleibt: Banken fordern niemals per E-Mail oder Telefon Passwörter oder TANs. Auch die Deutsche Rentenversicherung betont: Prüfungen von Versichertendaten laufen nur über gesicherte offizielle Portale oder per Post.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69852156 |