Phishing-Ranking: ChatGPT erstmals in Top 10, Microsoft dominiert mit 22,6%
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 04:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft bleibt die am häufigsten für Phishing missbrauchte Marke. Doch erstmals taucht mit ChatGPT ein KI-Dienst in den Top 10 auf.
Laut aktuellem Marken-Phishing-Ranking von Check Point Research entfallen 22,6 Prozent aller weltweiten Phishing-Versuche auf Microsoft. LinkedIn folgt mit 11,6 Prozent, Google mit 6,7 Prozent. Apple (5,8 Prozent) und Amazon (5,2 Prozent) komplettieren die Top 5. Zusammen machen diese fünf Marken mehr als die Hälfte aller registrierten Phishing-Aktivitäten aus.
KI-Dienst als neue Angriffsfläche
ChatGPT erreichte mit 1,1 Prozent erstmals Platz 10. Omer Dembinsky von Check Point betont: „Generative KI leitet eine neue Phase des Marken-Phishings ein.“ Sie ermögliche die Erstellung glaubwürdiger Kampagnen in großem Stil.
Die Angreifer nutzen gefälschte Zahlungsseiten für ChatGPT-Plus-Abonnements. Auch manipulierte Microsoft-Supportseiten zur Verbreitung von Schadsoftware wurden beobachtet.
Phishing-Taktiken verschieben sich massiv
Die Zerschlagung der Phishing-Plattform Tycoon2FA durch Microsofts Digital Crimes Unit im März zeigt Wirkung. Das Volumen sank im zweiten Quartal um 92 Prozent. Im Juni wurden nur noch 1,2 Millionen Nachrichten registriert – verglichen mit über 15 Millionen in der zweiten Jahreshälfte 2025.
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Doch Angreifer passen sich an. QR-Code-Phishing fiel von 18,7 Millionen (März) auf 8,3 Millionen (Juni). Dafür stieg Vishing über Microsoft Teams um das Zehnfache im Vergleich zum Vorjahr.
Besonders automatisierte Business-Email-Compromise-Angriffe (BEC) sorgen für Aufsehen. Anfang Juni erreichte eine Kampagne innerhalb von drei Stunden rund 67.000 Nutzer in 42.000 Organisationen. Mitte Juni folgte eine Welle gegen 107.000 Anwender.
Kritische SharePoint-Lücke aktiv ausgenutzt
Die Schwachstelle CVE-2026-50522 in SharePoint wurde mit 9,8 von 10 möglichen Punkten bewertet. Sie ermöglicht Remotecodeausführung durch Deserialisierungsfehler.
Erste Angriffe beobachteten Sicherheitsforscher ab dem 17. Juli – kurz nach Veröffentlichung eines Proof-of-Concept am 20. Juli. Die Angreifer zielen auf den Diebstahl von Machine Keys ab, um dauerhaften Zugriff auf Unternehmensnetzwerke zu erhalten. Microsoft stellte im Juli einen Patch bereit. Es ist bereits die vierte SharePoint-Lücke innerhalb eines Monats, die aktiv ausgenutzt wird.
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KI macht Phishing immer effektiver
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestätigt: 90 Prozent aller Cyberangriffe beginnen mit Phishing. Jede dritte unerwünschte E-Mail ist inzwischen ein Betrugsversuch.
E-Mail-Vorfälle verursachen 60 Prozent der gemeldeten Schäden. Besonders alarmierend: KI-gestützte Methoden umgehen Sicherheitsvorkehrungen wie die Multi-Faktor-Authentisierung mit einer Erfolgsquote von bis zu 54 Prozent.
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