Phishing-Rekord, Millionen

Phishing-Rekord: 7 Millionen Attacken im Q2 2026 gegen Microsoft

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 11:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kriminelle nutzen zunehmend offizielle Namen für Betrug. Quishing und falsche Anrufe führen zu Rekordverlusten, warnt die Sicherheitsbranche.

Phishing-Welle 2026: Behörden und Sparkassen als Tarnung im Visier
Smartphone-Display mit einer verdächtigen Phishing-E-Mail vor einem verschwommenen digitalen Hintergrund als Symbol für Cybersicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Verbraucherschützer und Behörden schlagen Alarm: Kriminelle täuschen zunehmend staatliche Institutionen und bekannte Dienstleister vor, um an Daten und Geld zu gelangen. Die Methoden reichen von gefälschten Rückerstattungsangeboten bis zu manipulierten QR-Codes.

Behörden und Krankenkassen als Lockmittel

Das Finanzministerium Baden-Württemberg warnt vor gefälschten E-Mails, die angebliche Betriebsprüfungen ankündigen. Die Schreiben verweisen auf eine Prüfung nach der Abgabenordnung. Echte Prüfungsanordnungen kommen laut Ministerium jedoch per Post oder ausschließlich über das offizielle ELSTER-Portal.

Auch die AOK wird als Köder missbraucht: Betrüger locken mit einer angeblichen Beitragsrückerstattung von 324,90 Euro. Eine Frist von sieben Tagen soll Druck aufbauen. Der mitgesendete Link führt auf ein gefälschtes Kundenportal.

Die Deutsche Rentenversicherung dient ebenfalls als Deckmantel. Kriminelle behaupten, ein Gerät benötige ein Sicherheitsupdate für das Online-Portal. Experten raten: Solche Nachrichten ungelesen in den Spam-Ordner verschieben.

Sparkassen, Quishing und falsche Anrufe

Sparkassen-Kunden erhalten gefälschte Mails im offiziellen Design – mit der Aufforderung zur Datenbestätigung oder der Drohung einer Kontosperre. Laut Erhebungen haben bereits 62 Prozent der Deutschen solche Nachrichten bekommen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) meldet: Jede dritte unerwünschte E-Mail ist ein Phishing-Versuch.

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Besonders tückisch ist „Quishing" – Phishing per QR-Code. Auf Mallorca entdeckten Ermittler manipulierte Codes an Parkuhren und Speisekarten. Sie führen auf gefälschte Zahlungsseiten. Zudem nutzen Angreifer echte PayPal-Benachrichtigungen mit manipulierten Betreffzeilen, um Forderungen von fast 1.000 US-Dollar vorzutäuschen.

Selbst technisch versierte Nutzer fallen darauf herein. In Bassum verlor ein 53-Jähriger 5.000 Euro: Er erhielt eine Phishing-Mail, dann rief ein angeblicher Bankmitarbeiter an – mit gefälschter Telefonnummer. Das Opfer gab Abbuchungen in einer Sicherheits-App frei.

Internationale Dimension und neue Rekorde

Die Bedrohungslage erreicht neue Höchststände. Cisco Talos dokumentierte im zweiten Quartal 2026 allein sieben Millionen Fälle von Device-Code-Phishing binnen vier Wochen. 99 Prozent der Angriffe richteten sich gegen Microsoft-Nutzer. Besonders alarmierend: Verluste über 100.000 US-Dollar haben sich versiebenfacht.

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In Indien geben sich Betrüger als Wahlbeamte aus. Ein 77-jähriger Arzt in Mumbai verlor umgerechnet über 6.700 Euro, eine 82-Jährige in Bengaluru rund 38.000 Euro – beide über gefälschte Verifizierungslinks und QR-Codes.

Phishing war 2025 das führende Einfallstor für Cyberkriminalität in der EU. Sicherheitsexperten empfehlen, Absenderadressen genau zu prüfen – die Nachrichten sind inhaltlich oft fehlerfrei. Grundregel: Keine Zahlungen oder Bestätigungen über Links oder QR-Codes aus unaufgeforderten Mitteilungen.

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