Phishing-Versuche, Millionen

Phishing-Versuche explodieren: 3,6 Millionen Attacken in Belgien Q1 2026

Veröffentlicht: 04.07.2026 um 07:08 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Belgische Polizei verhaftet mutmaßlichen Kopf einer europaweiten Betrügerbande. Die Gruppe erbeutete über 500.000 Euro durch raffinierte Phishing-Methoden.

Belgien: 19-jähriger Drahtzieher von Phishing-Bande gefasst
Eine schattenhafte Person mit Kapuzenpullover tippt auf einem Laptop, überlagert von einem leuchtenden digitalen Schloss-Symbol. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die belgischen Behörden haben einen 19-jährigen Mann festgenommen, der als mutmaßlicher Anführer einer europaweit agierenden Phishing-Bande gilt. Dem Netzwerk wird vorgeworfen, über 500.000 Euro erbeutet zu haben.

Festnahme nach Luxusreise aus Dubai

Der Zugriff erfolgte Ende Juni in einer Ferienunterkunft in Antwerpen. Der Verdächtige war gerade von einer Luxusreise aus Dubai zurückgekehrt. Neben dem Hauptverdächtigen nahm die Polizei eine weitere Person fest.

Die Ermittlungen begannen im März dieses Jahres. Sie konzentrierten sich auf eine Gruppe, die gestohlene Gelder systematisch über Kryptowährungen wusch. Der mutmaßliche Anführer finanzierte mit den Beutezügen einen kostspieligen Lebensstil.

Die Bande setzte sogenannte „Money Mules“ ein. Diese Finanzagenten verschleierten die Herkunft der Gelder und wandelten sie in digitale Währungen oder Bargeld um.

Betrugsmasche mit Behörden-Identitäten

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Das Vorgehen der Gruppe war technisch versiert. Die Täter kombinierten gefälschte Behörden-E-Mails, SMS-Nachrichten und betrügerische Anrufe – bekannt als Vishing. Sie gaben sich als Bankmitarbeiter oder Regierungsbeamte aus und zielten besonders auf ältere Bürger ab.

In vielen Fällen kam Fernwartungssoftware zum Einsatz. Die Opfer wurden durch geschickte Gesprächsführung dazu gebracht, den Tätern Zugriff auf ihre Geräte zu gewähren. Anschließend räumten die Kriminellen die Bankkonten leer. Neben Fiat-Währungen hatten sie es auch auf Krypto-Wallets abgesehen.

Steigende Fallzahlen und internationale Dimension

Die Festnahme ist Teil einer größeren Untersuchung, die Eurojust seit Ende 2022 koordiniert. Bereits im Dezember 2024 gab es acht Verhaftungen und zahlreiche Hausdurchsuchungen in Belgien und den Niederlanden. Der Gesamtschaden des Netzwerks soll mehrere Millionen Euro betragen.

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Die Entwicklung ist alarmierend: Betrugsmaschen durch Identitätsdiebstahl nahmen 2025 um rund 1.400 Prozent zu. Allein in Belgien registrierten die Behörden im ersten Quartal 2026 über 3,6 Millionen Phishing-Versuche. Auch im Kryptosektor bleibt die Bedrohung hoch: 306 Millionen US-Dollar der gesamten Krypto-Verluste von 482 Millionen US-Dollar entfielen auf Phishing-Angriffe.

Sicherheitsexperten warnen: Künstliche Intelligenz macht Phishing-Angriffe zunehmend schwerer erkennbar. Automatisierte Texte und täuschend echte Sprachsimulationen erschweren es Verbrauchern, betrügerische Absichten rechtzeitig zu identifizieren. Die Ermittlungen gegen den 19-Jährigen und seine Komplizen dauern an.

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