Phishing-Welle, Cyberattacken

Phishing-Welle: 71% deutscher Unternehmen von Cyberattacken betroffen

30.05.2026 - 23:40:18 | boerse-global.de

Cyberkriminelle nutzen legitime KI-Funktionen für Angriffe. Messenger wie Signal und Teams geraten zunehmend ins Visier von Hackern.

Phishing-Welle: 71% deutscher Unternehmen von Cyberattacken betroffen - Foto: über boerse-global.de
Phishing-Welle: 71% deutscher Unternehmen von Cyberattacken betroffen - Foto: über boerse-global.de

Sicherheitsexperten beobachten eine verstärkte Verlagerung krimineller Aktivitäten auf Messenger und Kollaborationsplattformen. Angreifer nutzen zunehmend legitime Funktionen von KI-Tools, um Sicherheitsmechanismen zu umgehen.

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ChatGPT als Einfallstor

Eine Kampagne namens „LLMShare“ zeigt, wie riskant die Sharing-Funktion von ChatGPT sein kann. Cyberkriminelle leiten Nutzer über Suchmaschinen-Anzeigen auf legitime OpenAI-Seiten. Dort erwarten sie manipulierte Fehlermeldungen, die zum Download einer angeblichen Desktop-App auffordern – tatsächlich handelt es sich um Infostealer-Malware.

Durch Cloaking-Techniken täuschen die Angreifer herkömmliche Sicherheitsscanner. Ähnliche Methoden wurden bereits bei Anthropics Claude Artifacts beobachtet.

Parallel warnt Kaspersky vor einer Phishing-Welle über Google AppSheet. Die Täter versenden E-Mails über die offizielle Google-Infrastruktur. Dadurch bestehen sie gängige Prüfverfahren wie SPF, DKIM und DMARC erfolgreich. Die Nachrichten imitieren Personalabteilungen bekannter Konzerne aus Technologie, Automobil und Konsumgütern.

Signal und Teams unter Beschuss

Auch Messenger-Dienste werden zum Ziel. Bei einer Ende Mai entdeckten Kampagne geben sich Angreifer als offizieller Signal-Support aus. Sie fordern Wiederherstellungsschlüssel für verschlüsselte Backups – besonders betroffen: politisch aktive Gruppen. Signal betont: Das Unternehmen kontaktiert Nutzer niemals direkt für solche Anfragen.

KnowBe4 reagiert auf die Bedrohung. Der Sicherheitsanbieter kündigt eine Erweiterung seiner Plattform an, die ab Juni 2026 verfügbar sein soll. Die Lösung überwacht externe Nachrichten in Microsoft Teams und prüft riskante Standardeinstellungen. Eine gemeinsame Blockierliste für E-Mail und Messenger soll den Schutz verstärken.

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Milliardenverluste durch KI-Betrug

Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm. Eine aktuelle QBE-Studie zeigt: 71 Prozent der deutschen Unternehmen waren in den letzten zwölf Monaten von Cybervorfällen betroffen. Rund 40 Prozent der Befragten wurden Opfer KI-gestützter Angriffe wie Voice-Phishing oder manipulierter Malware. Fast ein Drittel erlitt eine Betriebsunterbrechung von mindestens einem Tag.

Das FBI registrierte für 2025 Schäden von 893 Millionen Euro durch KI-gestützten Betrug. Besonders perfide: Angriffe auf Microsoft-Konten, bei denen Phishing-Nachrichten in echte E-Mail-Threads eingeschleust werden.

Klassischer Identitätsdiebstahl bleibt parallel ein Problem. Verbraucherschützer warnen vor Phishing-Mails im Namen der AOK sowie vor Fake-Gewinnspielen großer Handelsketten. Auch die Hotelbranche ist betroffen – Betrüger geben sich über WhatsApp oder Buchungsplattformen als Hotelpersonal aus, um Kreditkartendaten zu erlangen.

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