Phishing-Welle, KI-Betrug

Phishing-Welle: KI-Betrug vervierzehnfacht, 57 Mrd. Euro Schaden

13.06.2026 - 09:07:27 | boerse-global.de

KI-generierte Phishing-Mails dominieren mit über 80 Prozent. Smishing-Attacken auf dem Vormarsch, besonders Jüngere betroffen.

KI-Phishing-Welle 2026: 57 Mrd. Euro Schaden durch Cyberkriminalität
Phishing-Welle - Ein Smartphone und eine Laptoptastatur mit abstrakten, leuchtenden Datenströmen und Schlosssymbolen, die digitale Bedrohungen und KI-Betrug darstellen. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sicherheitsbehörden melden einen massiven Anstieg automatisierter Betrugsversuche. Besonders alarmierend: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Erstellung täuschend echter Phishing-Nachrichten hat sich im Vergleich zum Vorjahr vervierzehnfacht.

Automatisierung treibt Betrugswelle an

Die Gesamtschäden durch Online-Betrug in der EU belaufen sich laut Global Anti-Scam Alliance auf rund 57 Milliarden Euro. Haupttreiber ist die Effizienzsteigerung durch KI-Tools. Was früher bis zu 16 Stunden dauerte, erledigen Kriminelle heute in etwa fünf Minuten.

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Über 80 Prozent aller Phishing-Mails sind mittlerweile KI-generiert. Parallel dazu gewinnt Smishing – Betrug via SMS – massiv an Bedeutung. Diese Angriffsform macht bereits 35 Prozent aller registrierten Vorfälle aus, ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders gefährdet: Personen unter 35 Jahren. Sie werden statistisch doppelt so häufig Opfer wie ältere Bevölkerungsgruppen.

Gezielte Attacken auf Steuerzahler und Streaming-Kunden

In den vergangenen Wochen haben Sicherheitsexperten mehrere großflächige Phishing-Wellen identifiziert. Die Masche: Kriminelle nutzen das Vertrauen in öffentliche Institutionen und bekannte Dienstleister schamlos aus.

Verbraucherzentralen und Finanzbehörden warnen aktuell vor gefälschten ELSTER-E-Mails. Der Betreff: „Ihr elektronischer Steuerbescheid für 2026 ist abrufbar“. Die Täter locken mit angeblichen Steuererstattungen oder drohen mit Mahnverfahren. Die Behörden stellen klar: Offizielle Stellen fordern niemals sensible Daten per E-Mail an.

Auch Streaming-Kunden sind im Visier. Eine Kampagne gibt sich als Disney+ aus und droht mit Kontosperrung wegen Zahlungsproblemen – Ziel sind Kreditkartendaten. Im Namen der Versicherung UNIQA versprechen Betrüger hohe Rabatte auf Erste-Hilfe-Sets und locken auf manipulierte Verkaufsseiten.

In der Schweiz warnte das Bundesamt für Sozialversicherungen vor Betrug an Pensionierten. Unter dem Vorwand, einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen zu prüfen, fordern Kriminelle Bank- und Kreditkartendaten an. Eine neue Eskalationsstufe: Täter geben sich am Telefon sogar als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus.

Google verklagt KI-Betrüger

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Die Technologiekonzerne wehren sich jetzt juristisch gegen den Missbrauch ihrer Systeme. Google hat Zivilklage gegen eine Gruppierung namens „Outsider Enterprise“ eingereicht. Der Vorwurf: Die Gruppe nutzte die KI Gemini für 131 Software-Kits und rund 9.000 betrügerische Websites. Innerhalb von nur zwei Wochen im Mai sollen so etwa 2,5 Millionen Spam-SMS an Android-Nutzer verschickt worden sein.

Auch andere KI-Marken wie ChatGPT und Claude dienen als Köder in Phishing-Mails. Sicherheitsdienstleister identifizierten allein in 30 Tagen rund 8.000 solcher Angriffe. Das FBI bezifferte die weltweiten Verluste durch Cyberkriminalität für 2025 auf rund 19,5 Milliarden Euro – ein signifikanter Teil entfiel auf KI-gestützten Betrug.

Experten raten: Bei unangeforderten Kontaktaufnahmen – egal ob per Mail, SMS oder Telefon – niemals sensible Daten preisgeben. Im Verdachtsfall direkt die Polizei oder die Hausbank informieren.

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