Phishing-Welle: Kriminelle missbrauchen Adobe Target für Datenraub
28.05.2026 - 06:30:07 | boerse-global.deEine neue Welle von Phishing-Angriffen missbraucht die vertrauenswürdige Adobe-Infrastruktur, um Sicherheitssysteme zu umgehen. Die Täter tarnen sich als LinkedIn und kapern so Zugangsdaten ahnungsloser Nutzer.
Gefälschte Verträge als Einfallstor
Die Kampagne richtet sich gezielt an Berufstätige. Die Opfer erhalten E-Mails, die täuschend echt von LinkedIn zu stammen scheinen. Im Anhang befinden sich angebliche Vertragsdokumente mit einer trickreichen doppelten Dateiendung (pdf.html).
Öffnet der Empfänger die Datei, startet der Browser verschleierten JavaScript-Code. Dieser blendet eine gefälschte Login-Seite ein, die die Anmeldedaten abgreift. Sicherheitsforscher berichten, dass die gestohlenen Daten anschließend an eine PHP-Datei auf einer russischen Domain (.ru) gesendet werden. Um keinen Verdacht zu erregen, leitet das Skript die Opfer danach auf die echte LinkedIn-Seite weiter.
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Missbrauch von Unternehmenssoftware
Das Besondere an dieser Attacke: Die Täter nutzen Adobe Target, ein professionelles Optimierungs- und Tracking-Tool. Über die spezifische Adobe-URL lnkd.tt.omtrdc.net verfolgen sie den Erfolg ihrer Phishing-Versuche. Da die Verbindung zu einer seriösen Adobe-Domain führt, schlagen viele Sicherheitssysteme nicht Alarm.
Die Analyse von Malwarebytes und SOC Defenders zeigt: Das Vorgehen folgt bekannten Mustern des Credential-Harvesting und dem Missbrauch legitimer Weiterleitungsdienste.
Systematischer Angriff auf die Cloud-Infrastruktur
Der Fall Adobe ist kein Einzelfall. Immer mehr Kriminelle kapern vertrauenswürdige Cloud-Plattformen für ihre Zwecke. Parallel zu dieser Kampagne wurde eine weitere Phishing-Operation entdeckt, die eine dreistufige Kette aus Google Meet, Google Search Redirect und Google Ad Service nutzt, um schädliche Links zu verstecken.
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Auch Microsoft musste eingreifen: Der Konzern stoppte kürzlich den Dienst „Fox Tempest", der Malware-Signaturen als Service anbot. Die Betreiber hatten Azure Artifact Signing missbraucht, um über 1.000 legitime Code-Signatur-Zertifikate zu erstellen. Damit verbreiteten sie Ransomware wie Rhysida, Akira und Qilin.
Die Entwicklung zeigt einen klaren trend: Cyberkriminelle setzen zunehmend auf vertrauenswürdige digitale Infrastrukturen, um ihre Spuren zu verwischen und dauerhaft in Unternehmensnetzwerke einzudringen.
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