Phishing-Welle, LastPass

Phishing-Welle: LastPass und Bitwarden im Visier von Betrugsmasche

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 00:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kriminelle versenden gefÀlschte Sicherheitsmails an Nutzer von Passwort-Managern. Auch ChatGPT wird zunehmend als Köder eingesetzt.

Phishing-Welle gegen LastPass und Bitwarden: Neue Betrugsmasche
Ein Laptop-Bildschirm zeigt ein digitales Sicherheitswarnsymbol in einem dunklen, professionellen BĂŒro. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Eine groß angelegte Phishing-Kampagne bedroht derzeit Nutzer von LastPass und Bitwarden. Die Angreifer versenden tĂ€uschend echte Sicherheitswarnungen, um an Zugangsdaten zu gelangen und Schadsoftware zu installieren. Die Welle hat im Juli 2026 deutlich an IntensitĂ€t gewonnen.

GefÀlschte Sicherheitsrichtlinien als Köder

Die Betrugsmasche setzt auf manipulierte E-Mail-Adressen wie hello@lastpassnewsletter.com oder hello@bitwardennewsletter.com. Die Nachrichten tragen Betreffzeilen wie „Action Required: Review Updated LastPass Security Policies" und verlinken auf betrĂŒgerische Domains wie lastpasscompliance[.]com und bitwardencompliance[.]com.

Wer den Links folgt, landet auf einer gefĂ€lschten DocuSign-Seite. Dort werden Besucher aufgefordert, eine angebliche Software herunterzuladen, um neue Sicherheitsbedingungen einzusehen oder zu akzeptieren. Sicherheitsanalysten von Microsoft Defender und Cloudflare haben die Seiten als schĂ€dlich eingestuft. Die Downloads enthalten verdĂ€chtige Programme, die Rechner kompromittieren sollen. LastPass betont, dass die eigenen Systeme nicht betroffen sind – die Angriffe basieren ausschließlich auf Social Engineering.

FrĂŒherer Datenvorfall heizt Phishing-Welle an

Die aktuelle Kampagne könnte durch einen separaten Sicherheitsvorfall bei LastPass befeuert werden. Am 12. Juni 2026 verschaffte sich ein Unbefugter ĂŒber Klue, einen externen Dienstleister, Zugriff auf bestimmte Kundendaten. Die Angreifer erbeuteten OAuth-Tokens, die Zugriff auf Nicht-Vault-Informationen wie Namen, Telefonnummern, Adressen und E-Mail-Adressen ermöglichten. LastPass blockierte den unbefugten Zugriff zwar umgehend und versicherte, dass die verschlĂŒsselten Tresore sicher blieben. Doch die erbeuteten Kontaktdaten könnten nun gezielt fĂŒr die aktuellen Phishing-Angriffe genutzt werden.

Auch andere Passwort-Manager stehen unter Druck. Im Juli 2026 registrierte Dashlane Brute-Force-Angriffe auf eine kleine Nutzergruppe. Sicherheitsforscher von Zenity Labs deckten zudem eine Schwachstelle namens „AgentForger" in OpenAIs ChatGPT-Agent-Builder auf. Der Fehler, der am 8. Juni 2026 geschlossen wurde, hĂ€tte Angreifern erlaubt, schĂ€dliche KI-Agenten in fremden Arbeitsbereichen zu platzieren – und das mit nur einem prĂ€parierten Link.

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Malware bedroht Mac- und Windows-Nutzer

Die Gefahren fĂŒr die Passwortsicherheit beschrĂ€nken sich nicht auf Phishing-Mails. Seit Mai 2026 ist der SchĂ€dling ClickLock Stealer in 33 LĂ€ndern aktiv und zielt speziell auf macOS-Nutzer ab. Die Malware tĂ€uscht eine gefĂ€lschte CAPTCHA-Seite vor und bringt Opfer dazu, Terminal-Befehle auszufĂŒhren. Einmal aktiv, sperrt die Software den Bildschirm und blendet ein gefĂ€lschtes Passwort-Dialogfenster ein, um Systemzugangsdaten abzugreifen. Browser-Logins, Krypto-Wallets und Passwort-Manager wie 1Password und Bitwarden sind betroffen.

Auf Windows-Systemen entdeckten Forscher von Varonis Threat Labs im Juli 2026 den SchĂ€dling Dolphin X – eine Kombination aus Infostealer und Remote Access Trojan (RAT). Die Malware nutzt kĂŒnstliche Intelligenz, um Opfer zu profilieren und Ziele zu priorisieren. Sie extrahiert Zugangsdaten, SSH-Keys und Cloud-Tokens aus ĂŒber 300 verschiedenen Anwendungen.

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ChatGPT erstmals unter den meistgefÀlschten Marken

Die aktuellen Daten fĂŒr das zweite Quartal 2026 zeigen eine Verschiebung bei den am hĂ€ufigsten von Cyberkriminellen imitierten Marken. Laut Check Point bleibt Microsoft mit rund 23 Prozent aller Phishing-Versuche Spitzenreiter. Es folgen LinkedIn mit 11,6 Prozent, Google mit 6,7 Prozent und Apple mit 5,8 Prozent.

Erstmals hat ChatGPT den Sprung in die Top Ten der meistgefĂ€lschten Marken geschafft – mit rund 1,1 Prozent aller beobachteten Kampagnen. Angreifer nutzen gefĂ€lschte ChatGPT-Plus-Zahlungsseiten und schadhafte Support-Seiten, um Malware zu verbreiten.

Zwischen dem 21. und 22. Juli 2026 nutzte die Kampagne „FakeAgent" Bing-Werbung und eine legitime KI-Domain, um den SectopRAT-Trojaner zu verbreiten. Über ein gefĂ€lschtes Installationsprogramm fĂŒr eine Desktop-KI-Anwendung wurden 29 Organisationen kompromittiert, bevor die schĂ€dlichen Dateien entfernt wurden. Die Kampagne setzte auf hochentwickelte Techniken, darunter eine Blockchain-basierte Kommando- und Kontrollinfrastruktur, um der Entdeckung zu entgehen.

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