Phishing-Welle: Microsoft zählt 7,3 Milliarden Bedrohungen in drei Monaten
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 06:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deMicrosoft Threat Intelligence meldet für das dritte Quartal 2026 eine massive Zunahme betrügerischer digitaler Kommunikation. Zwischen Juli und September wurden rund 7,3 Milliarden Phishing-Bedrohungen über den E-Mail-Kanal erkannt. Allein im September stieg die Zahl auf knapp 3 Milliarden Angriffe, was einem Zuwachs von 41 Prozent im Vergleich zum Vormonat August entspricht.
Verschiebungen bei Angriffsmethoden
Bei den genutzten Vektoren beobachten die Sicherheitsexperten erhebliche Dynamiken. Das Phishing über QR-Codes ging im dritten Quartal 2026 auf rund 12,1 Millionen Angriffe zurück und lag damit um 67 Prozent unter dem Niveau des zweiten Quartals. Im September verzeichnete dieses Verfahren sogar einen Rückgang von 86 Prozent gegenüber dem Höchststand im März.
Im Gegenzug verzeichnete das sogenannte CAPTCHA-Phishing wieder steigende Zahlen. Im September wurden 3,1 Millionen derartige Angriffe registriert, was nahezu einer Verdopplung gegenüber dem Tiefststand im Juli entspricht.
Als Träger dienten dabei verstärkt SVG-Dateien, die im August 65 Prozent und im September 49 Prozent dieser Angriffe ausmachten. Über alle Kategorien hinweg führten 94 bis 96 Prozent der Angriffe mit Schadinhalt auf betrügerische Websites oder lokal abgelegte gefälschte Anmeldeseiten.
Großflächige Kampagnen und Domain-Spoofing
Die Sicherheitsanalysten identifizierten zudem mehrere konzentrierte Angriffswellen. Eine Kampagne am 19. und 20. August erreichte mehr als 10.000 Nutzer in über 4.800 Organisationen, vor allem in den USA.
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Eine weitere Welle am 21. September traf mehr als 56.000 Nutzer in über 8.100 Organisationen. Dabei dienten bei 63 Prozent angebliche Bestellungen und bei 37 Prozent Gehaltsabrechnungen als Köder; acht Prozent der Empfänger befanden sich in Spanien.
Ein anhaltend hohes Risiko stellt die Manipulation von Unternehmensidentitäten dar. Im dritten Quartal zählte Microsoft rund 129 Millionen schädliche Nachrichten mit nachgeahmten Geschäftsdomains, was seit Mai einem konstanten Aufkommen von monatlich rund 41 bis 46 Millionen entspricht.
Im September führten bei 63 Prozent der Nachrichten mit erfasstem Sicherheitsergebnis Übersteuerungen durch Mandanten oder Anwender dazu, dass die Zustellung trotz fehlgeschlagener Authentifizierung erfolgte.
Ergänzend registrierte das System rund 6,2 Millionen Fälle nachgeahmter Geschäftskontakte, wobei Rechnungszahlungsanfragen im September einen Anteil von drei Prozent hatten. Im Bereich der internen Kommunikation wurden im gesamten Quartal zudem rund 141.000 schädliche Anrufversuche über Teams erfasst. Microsoft betonte dabei, dass die reine Erkennung dieser Bedrohungen noch keinen Nachweis für eine erfolgreiche Kontoübernahme darstellt.
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Anhaltender Betrugsdruck über mehrere Kanäle
Die Zahlen reihen sich in ein breiteres Lagebild ein, in dem Kriminelle neben E-Mails auch mobile Kurznachrichten für Betrugsversuche nutzen. Eine Untersuchung des Digitalverbands Bitkom verdeutlicht die Ausmaße der Bedrohung im Alltag: In einer Befragung von 1.126 Personen ab 16 Jahren gaben 64 Prozent an, innerhalb von zwölf Monaten von Cyberkriminalität betroffen gewesen zu sein; 21 Prozent nannten Phishing-Angriffe.
Bei 58 Prozent der Betroffenen entstand ein finanzieller Schaden, der im Durchschnitt bei 233 Euro lag. Behörden und Sicherheitsteams raten bei unaufgeforderten Zahlungs- oder Anmeldeaufforderungen generell zur Überprüfung über offizielle Zugangswege.
