Phishing-Welle, SMS-Betrug

Phishing-Welle: SMS-Betrug verdoppelt sich in Deutschland

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 06:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SMS-Betrugsfälle in Deutschland haben sich im ersten Halbjahr 2026 mehr als verdoppelt. Behörden gelingt Schlag gegen Phishing-Netzwerk.

Smishing-Welle in Deutschland: Fallzahlen steigen drastisch an
Ein Smartphone auf einem Schreibtisch mit einer verdächtigen SMS-Nachricht als Symbol für Online-Betrug. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kriminelle fluten Deutschlands Handys mit Phishing-Nachrichten. Die Fallzahlen steigen dramatisch.

Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: In der ersten Jahreshälfte 2026 hat sich die Zahl der SMS-Betrugsversuche mehr als verdoppelt. Besonders Nutzer von Online-Verkaufsplattformen stehen im Fokus organisierter Banden.

So einfach kapern Kriminelle dein Konto

Ein Fall aus Niederösterreich zeigt die perfide Masche: Ein Verkäufer wurde über eine bekannte Plattform kontaktiert. Dann kam eine SMS mit einem präparierten Link. Der Mann gab seine Online-Banking-Daten ein und bestätigte über eine Sicherheits-App. Ergebnis: Knapp 1.000 Euro weg. Nur ein zweiter Überweisungsversuch scheiterte rechtzeitig.

Die Polizei meldet einen Anstieg der Smishing-Fälle um 146 Prozent. Auch allgemeine Online-Betrugsdelikte legten um 134 Prozent zu. Schadsoftware-Angriffe stiegen um 69 Prozent.

KI macht Betrüger unberechenbar

Die Täter rüsten technologisch massiv auf. In App-Stores entdeckten Experten rund 560.000 Anwendungen, die mit Künstlicher Intelligenz generiert wurden. Ihr Ziel: Sicherheitsmechanismen umgehen.

Besonders perfide: Der Trojaner „Dolphin X“ verfügt über mehr als 300 Funktionen. Er zapft Daten aus Hunderten Apps und digitalen Geldbörsen ab. Mit Tools wie „InsureOTP“ fangen Angreifer Einmal-Passwörter in unter 90 Sekunden ab.

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Großrazzia gegen Phishing-Netzwerk

Doch die Behörden schlagen zurück. Am 20. Juli zerschlugen BKA und FBI den Phishing-Dienst „Kratos“. Die Plattform betrieb rund 200 Server und war für monatlich 15.000 Betrugskampagnen verantwortlich. In Indonesien gab es Festnahmen.

Auch in den Niederlanden Erfolg: In Rotterdam schnappte die Polizei einen 22-Jährigen. Er soll in nur fünf Wochen rund 740.000 betrügerische SMS verschickt haben. Die Nachrichten tarnten sich als offizielle Mitteilungen von Microsoft oder Behörden.

Booking.com und Facebook im Visier

Die Betrugswelle erfasst immer mehr Plattformen. Bei Booking.com bestätigte IT-Sicherheitschef Predrag Vuckovic: Kriminelle kapern Hotel-Konten und locken Gäste kurz vor der Reise auf Fake-Seiten. In Singapur entstand ein Schaden von über 40.000 Singapur-Dollar.

Facebook-Business-Nutzer sind ebenfalls betroffen. Seit Ende 2024 kursieren tausende Mails mit angeblichen Urheberrechtsverstößen. Über gefälschte Support-Seiten erbeuten Angreifer Anmeldedaten. Fast die Hälfte der Opfer kommt aus der EU.

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Banken müssen handeln

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung stößt an Grenzen. Die Europäische Zentralbank fordert von Banken bis Oktober 2026 Aktionspläne. Einige Institute führen „kognitive Pausen“ ein – sie zwingen Kunden bei verdächtigen Transaktionen zum bewussten Nachdenken.

Die Polizei rät: Zahlungsaufforderungen per SMS oder Messenger grundsätzlich ignorieren. Offizielle Plattformen nur über deren Apps oder Browser aufrufen. Wer auf einen Link geklickt hat, sollte sofort die Bankkarte sperren und Anzeige erstatten.

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