Physical AI: 24 Prozent der deutschen Start-ups entwickeln entsprechende Systeme
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDeutsche Technologie-Start-ups nehmen bei der Entwicklung von sogenannter Physical AI eine internationale Spitzenposition ein. Nach den Ergebnissen der Erhebung âAI Gets Physical: The Global Startups Readiness Indexâ, die von Strand Partners und Amazon Web Services (AWS) vorgelegt wurde, entwickeln 24 Prozent der befragten deutschen Jungunternehmen entsprechende Systeme. Dies ist der höchste Anteil unter 20 weltweit untersuchten MĂ€rkten.
Im globalen Durchschnitt liegt der Anteil bei 15 Prozent. Vergleichbare Technologie-Nationen wie die USA, Japan und SĂŒdkorea kommen jeweils auf Werte von rund 20 Prozent. FĂŒr den weltweiten Bericht wurden insgesamt 4.420 Technologie-Start-ups befragt, darunter 225 aus Deutschland. International arbeiten 663 der befragten Unternehmen â und damit exakt der ermittelte Durchschnitt von 15 Prozent â im Segment der physischen KĂŒnstlichen Intelligenz.
Fokus auf Industrierobotik und eigene Hardware
Die Spezialisierung in Deutschland spiegelt sich vor allem im industriellen Umfeld wider. Laut den Erhebungen von Strand Partners und AWS arbeiten 31 Prozent der hiesigen Physical-AI-Entwickler mit stationÀren oder industriellen Robotern, wÀhrend der weltweite Vergleichswert bei 20 Prozent liegt.
Zudem entwickeln 9 Prozent der deutschen Start-ups eigene Hardware fĂŒr diesen Bereich, was mehr als dem Doppelten des weltweiten Durchschnitts von 4 Prozent entspricht.
Auf technischer Ebene messen die deutschen GrĂŒnder digitalen Infrastrukturen eine zentrale Rolle bei: 72 Prozent der Start-ups stufen Cloud-Lösungen als unverzichtbar ein. FĂŒr 62 Prozent stellen Simulationen und synthetische Daten einen wesentlichen Bestandteil ihrer Entwicklungsprozesse dar.
Spitzenplatz bei FachkrÀften und Infrastruktur
Im Rahmen der Studie analysierten Strand Partners und AWS die Rahmenbedingungen anhand eines Readiness-Index mit fĂŒnf Dimensionen: ArbeitskrĂ€fte und Kompetenzen, Lieferketten, Kapital, Regulierung sowie Marktreife. Deutschland schneidet in sĂ€mtlichen fĂŒnf Kriterien ĂŒber dem weltweiten Durchschnitt ab.
Besonders deutlich fĂ€llt der Vorsprung im Bereich ArbeitskrĂ€fte und Kompetenzen aus. Mit 59,4 von 100 möglichen Punkten belegt Deutschland in dieser Kategorie den ersten Platz im LĂ€nderranking, wĂ€hrend der globale Mittelwert bei 53,1 Punkten liegt. 63 Prozent der deutschen Start-ups berichten ĂŒber einen verlĂ€sslichen Zugang zu handwerklichen und technischen FachkrĂ€ften, verglichen mit 41 Prozent im weltweiten Durchschnitt. 55 Prozent verweisen zudem auf einen starken lokalen Talentpool. Vor diesem Hintergrund bewerten deutsche Jungunternehmer ihr Heimatland am hĂ€ufigsten als einen der besten Standorte weltweit fĂŒr physische KI.
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In der Gesamteinstufung der Studie wird Deutschland gemeinsam mit Japan, Israel, SĂŒdkorea und den USA der Gruppe der konsolidierten MĂ€rkte zugeordnet. Brasilien wird darin als aufstrebender Markt (âemergingâ) und Mexiko als beschleunigter Markt (âMercado em Aceleraçãoâ) gefĂŒhrt. China war nicht Teil der Untersuchung.
Zögerliche Nachfrage dÀmpft Marktreife
Trotz der starken EntwicklungskapazitÀten sehen sich viele Anbieter auf der Nachfrageseite gebremst. 74 Prozent der deutschen Start-ups gehen davon aus, dass die Fertigungs- und Automobilindustrie als erste Sektoren durch die Technologie grundlegend verÀndert werden. Gleichzeitig stufen lediglich 26 Prozent der Befragten ihre jeweilige Volkswirtschaft als bereits einsatzbereit ein.
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Als gröĂte HĂŒrde fĂŒr das geschĂ€ftliche Wachstum nennen 70 Prozent der befragten Unternehmen zögernde KundenauftrĂ€ge. Die langfristige Perspektive wird dennoch ĂŒberwiegend positiv bewertet: 76 Prozent erwarten, dass physische KĂŒnstliche Intelligenz innerhalb der kommenden fĂŒnf Jahre zu einem festen Standard avancieren wird.
