Physical, Südkorea

Physical AI: UN betraut Südkorea mit internationaler Standardisierung

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das ETRI übernimmt zentrale Aufgaben bei der internationalen Physical-AI-Normung und bringt in Genf zwei eigene Projekte erfolgreich ein.

Südkorea prägt globale Physical-AI-Standards der Vereinten Nationen
Ein minimalistisches, modernes Forschungsgebäude mit klaren architektonischen Linien und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Bei der weltweiten Vereinheitlichung von Technologien im Bereich der physischen künstlichen Intelligenz kommt Südkorea eine tragende Rolle zu. Die Vereinten Nationen haben das südkoreanische Forschungsinstitut für Elektronik und Telekommunikation (ETRI) mit einer führenden Funktion bei der internationalen Standardisierung von Physical AI betraut.

Als institutioneller Rahmen dient die Fokusgruppe ITU-T FG-EAI, die am 19. Februar 2026 unter der Studiengruppe SG21 ins Leben gerufen wurde. Sie stellt das erste Standardisierungsgremium der Vereinten Nationen für dieses Spezialgebiet dar.

Initiativen und personelle Leitungsfunktionen

Die Fokusgruppe wurde vom ETRI gemeinsam mit der südkoreanischen Hankuk University of Foreign Studies initiiert. Neben der thematischen Ausrichtung spiegelt sich der asiatische Einfluss auch in der Führungsriege des Gremiums wider.

Den Vorsitz der FG-EAI übernahm Yuntao Wang von der Chinesischen Akademie für Informations- und Kommunikationstechnologie (CAICT). Die Positionen der stellvertretenden Vorsitzenden besetzen Dr. Shin-Gak Kang vom ETRI sowie Avinash Agarwal aus Indien.

Über den stellvertretenden Vorsitz hinaus nimmt Südkorea weitreichenden Einfluss auf die konkreten Fachbereiche. Das Land leitet fünf von neun Arbeitsgruppen sowie elf Schlüsselgruppen innerhalb der ITU-T-Fokusgruppe, schwerpunktmäßig in den Bereichen Infrastruktur, Terminologie und Fertigungsanwendungen.

Konkret besetzt das ETRI fünf Führungspositionen: die Arbeitsgruppe WG1 für Infrastruktur und Terminologie, die Arbeitsgruppe WG6 für vertikale Industrieanwendungen sowie die Untergruppen TG6.1 (Fertigung), TG0.3 (Roadmap) und TG1.2 (Full-Stack-AI).

Zudem hält das Forschungsinstitut die redaktionelle Herausgeberschaft für das Glossar zur verkörperten künstlichen Intelligenz, das interne Projekt TS-Term-glossary.

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Meilensteine bei den Beratungen in Genf

Ein wesentlicher Schritt bei der Ausarbeitung international einheitlicher Leitlinien fand im Juli 2026 in Genf statt. An diesem Treffen der Arbeitsgruppe nahmen 139 Experten aus 20 Ländern und 65 Organisationen teil. Im Zuge der Beratungen wurden 22 neue Standardisierungsprojekte formell genehmigt.

Das ETRI brachte zwei eigene Projekte in die Verhandlungen ein und erhielt für beide Vorhaben den Zuschlag. Dabei handelt es sich zum einen um das offizielle Glossar zur Begrifflichkeit der Embodied AI und zum anderen um standardisierte Leitlinien für multimodale, medienbasierte Anwendungsfälle von Physical AI in industriellen Fertigungsumgebungen.

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Bedeutung für das künftige Industrieökosystem

Für südkoreanische Institutionen ist die aktive Mitgestaltung dieser Vorgaben von hoher strategischer Relevanz. ETRI-Präsident Lee Kang-chan wies darauf hin, dass diejenigen Länder, die frühzeitig internationale Standards setzten, letztlich auch das künftige industrielle Ökosystem anführen würden.

Physical AI werde die Strukturen zahlreicher Industriezweige grundlegend verändern, weshalb verbindliche internationale Rahmenwerke die eigene globale Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern müssten.

Die Arbeiten der Fokusgruppe sollen zeitnah fortgesetzt und vertieft werden. Das nächste Treffen der ITU-T FG-EAI ist für den Zeitraum vom 13. bis 16. Oktober 2026 im chinesischen Hangzhou angesetzt, um die begonnenen Standardisierungsprojekte weiter zu konkretisieren.

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