Piramal Finance: 57% des Codes schreibt jetzt KI-Software
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 23:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
GroĂkonzerne aus Finanz-, Technologie- und Industriesektor treiben die Integration generativer KĂŒnstlicher Intelligenz massiv voran. Der Trend zeigt eine klare Doppelstrategie: Eigene KI-Tools entwickeln und gleichzeitig Milliarden-InfrastrukturvertrĂ€ge fĂŒr die steigende Rechenleistung abschlieĂen.
Finanzbranche setzt auf Eigenentwicklungen
Piramal Finance hat seine internen KI-KapazitĂ€ten deutlich ausgebaut. Ăber 500 Ingenieure arbeiten an proprietĂ€ren Werkzeugen â mit beeindruckenden Ergebnissen: Rund 57 Prozent des Software-Codes wird mittlerweile von KI geschrieben. Die Nutzung KĂŒnstlicher Intelligenz im gesamten Unternehmen hat sich verfĂŒnffacht.
Die betriebswirtschaftlichen Effekte sind messbar. Die Auszahlungen in den Filialen stiegen um 23 Prozent, die ProduktivitĂ€t der Kreditmitarbeiter legte um 50 Prozent zu. Im ersten Quartal verbuchte das Unternehmen einen Nettogewinn von umgerechnet rund 500 Millionen Euro â ein Plus von 67 Prozent. Das verwaltete Vermögen erreicht umgerechnet etwa 12 Milliarden Euro. CEO Jairam Sridharan bestĂ€tigte, dass das Haus derzeit bis zu 400 Millionen Euro Eigenkapital fĂŒr weiteres Wachstum einsammelt.
Auch im Retail-Investmentsektor tut sich etwas: 5paisa Capital ist eine Partnerschaft mit OpenAI eingegangen. Der indische Broker integriert seine Dienste in ChatGPT â als erste Plattform des Landes, die Anlegern KI-gestĂŒtzte Handels- und Beratungsleistungen anbietet. Unter der FĂŒhrung von CEO Gaurav Seth sollen Kunden personalisierte Einblicke und automatisierte Beratung erhalten.
Milliarden fĂŒr Rechenleistung
Der Hunger nach Rechenpower treibt bizarre Deals. Anthropic, Entwickler des KI-Modells Claude, verhandelt mit Meta ĂŒber einen Zweijahres-Leasingvertrag fĂŒr Rechenressourcen im Wert von bis zu zehn Milliarden Euro. Der im Juni erstmals diskutierte Vorschlag könnte Meta in den Cloud-Dienstleistungsmarkt katapultieren â mit einer neuen Sparte fĂŒr Hochleistungsrechnen. Meta selbst hat seine Investitionsausgaben fĂŒr 2026 auf 115 bis 135 Milliarden Euro veranschlagt, vor allem fĂŒr den Ausbau seiner Rechenzentren.
WĂ€hrend GroĂkonzerne massiv in die KI-Infrastruktur investieren, mĂŒssen Unternehmen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Dieser kostenlose Ratgeber klĂ€rt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko eingestuft werden und welche konkreten Schritte jetzt fĂŒr die Compliance notwendig sind. Jetzt den kostenlosen Report zur EU-KI-Verordnung sichern
In Asien setzt Daum auf SouverĂ€nitĂ€t. Der koreanische Anbieter hat einen âSovereign AI Full Stack" gestartet â in Kooperation mit Upstage, AXZ und FuriosaAI. Seit dem 1. Juli lĂ€uft die Pilotphase. Die Infrastruktur nutzt FuriosaAIs Renegade-NPU-Chips, um Upstages Solar-Sprachmodell zu betreiben. Rund 500 Millionen Token pro Tag werden auf 24 Spezialchips verarbeitet. Geplant ist der Ausbau auf spezialisierte KI-Agenten fĂŒr Shopping und Gastronomie.
In Japan kĂŒndigte Nvidia-CEO Jensen Huang gleich mehrere Partnerschaften an. Ziel: VollstĂ€ndige KI- und Robotik-Integration in verschiedenen Branchen. Dazu gehören Projekte mit der japanischen Regierung fĂŒr âPhysical AI", Infrastrukturvorhaben mit SoftBank sowie der Ausbau von Toyotas KI-Anwendungen in der Fertigung. Auch japanische Finanzinstitute wie Mizuho, SMBC und Rakuten bauen neue KI-Infrastruktur â unterstĂŒtzt durch RIKEN-Supercomputer mit 1.600 Blackwell-GPUs.
Digitale GedĂ€chtnisse fĂŒr Unternehmen
Dienstleister und Datenfirmen setzen auf âdigitale Gehirne", um institutionelles Wissen zu bewahren. PwC India arbeitet mit Questt AI an einem âIntelligence Warehouse", das operatives Wissen fĂŒr KI-Agenten speichert. PwC ĂŒbernimmt die Implementierung und die nötige Neugestaltung der ArbeitsablĂ€ufe.
Die rasante Integration von KI in Unternehmensprozesse erfordert eine prĂ€zise Kenntnis der gesetzlichen Anforderungen, um empfindliche Strafen zu vermeiden. Erhalten Sie mit diesem Praxis-Leitfaden einen kompakten Ăberblick ĂŒber alle relevanten Fristen und Pflichten des neuen EU AI Acts. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act herunterladen
LTM und Glean bĂŒndeln ihre KrĂ€fte: Die BlueVerse-Plattform von LTM trifft auf Gleans Wissensgraphen. Zielbranchen sind Banken, Fertigung und Versicherungen. Die Partner versprechen niedrigere Supportkosten und schnellere Problemlösungen durch bessere DatenzugĂ€nglichkeit.
Die Immobilienplattform Zillow hat ihre Umstellung auf die Databricks-Datenplattform ausgewertet. Ergebnis: 65 Prozent weniger Betriebsaufwand, 450 Prozent mehr monatlich aktive KI-Nutzer. Die Zahl der Support-Tickets sank um 44 Prozent â bei rund 250 Millionen monatlichen Nutzern.
Im Sicherheits- und Logistiksektor hat Deloitte eine Plattform auf Basis von Anthropics Claude-Modell vorgestellt. Sie identifiziert und behebt Schwachstellen in Software-Lieferketten. WNS integriert seine Analyseplattform mit Amazon Bedrock, um Dokumentenextraktion fĂŒr Fahrzeugschadensbewertungen und klinische Zusammenfassungen zu automatisieren. Und L&T Technology Services hat mit PS Technology eine AbsichtserklĂ€rung unterzeichnet: Ziel sind KI-basierte Simulatoren fĂŒr das indische Eisenbahnsystem.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
