Play Store: Gericht zwingt Google zu 70%-Trefferquote für Konkurrenten
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 15:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein US-Bundesrichter hat Google dazu verpflichtet, Hürden bei der Installation konkurrierender App-Stores im Play Store zu beseitigen. Richter James Donato ordnete am 13. August 2026 an, dass der Konzern die von ihm als "wettbewerbswidrige Reibung" bezeichneten Praktiken abstellen muss, die Nutzer bislang von der Installation alternativer App-Marktplätze abhielten.
Suchergebnisse führten zu Walmart statt zu App-Stores
Im Zentrum der Anordnung stand ein aus Sicht des Gerichts eklatantes Beispiel: Wer im Play Store nach "store for apps" suchte, erhielt Treffer für physische Geschäfte oder den Einzelhändler Walmart – nicht aber Hinweise auf konkurrierende App-Stores. Epic Games hatte dieses Problem laut Berichterstattung von The Verge während der Anhörung vor Gericht demonstriert.
Donato zeigte sich davon unbeeindruckt und stellte klar, dass ihm ein solches Ergebnis nicht genüge. Er forderte, dass praktisch jede Formulierung einer Suchanfrage, die auch nur zu 70 Prozent korrekt formuliert sei, zum gewünschten Ergebnis führen müsse.
Konkret verlangte der Richter, dass Suchanfragen wie "store for apps" oder auch der Markenname "Aptoide" künftig mit einer Trefferquote von 70 Prozent zu den entsprechenden Drittanbieter-Stores führen müssen.
Zusätzliche Hürden bei Installation und Anzeige
Neben der Suchfunktion nahm Donato auch die Nutzerführung bei der Installation ins Visier. Bemängelt wurde unter anderem, dass Nutzern beim Aufruf eines Drittanbieter-Stores zunächst ein "View"-Button statt eines direkten "Install"-Buttons angezeigt wurde.
Zusätzlich kritisierte der Richter ein eingeblendetes Banner mit der Frage "are you looking for", das laut den Anordnungen als weitere Hürde wirkte. Auch nannte er nach Berichten von GSMArena warnende Hinweise ("scary warnings") sowie zusätzliche Installationsschritte, die Nutzer von alternativen App-Stores fernhalten könnten.
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Google muss laut der Anordnung künftig direkt den "Install"-Button anzeigen und das entsprechende Banner entfernen.
Frist von einer Woche
Für die Umsetzung der Änderungen setzte Donato eine vergleichsweise kurze Frist: Bis zum 20. August 2026 – rund eine Woche nach der Anordnung – muss Google die geforderten Anpassungen vorgenommen haben. Google stimmte den angeordneten Änderungen laut Ars Technica zu.
Aptoide bereits im Play Store verfügbar
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Bereits seit dem 10. August 2026 ist Aptoide als erster konkurrierender App-Store im Google Play Store verfügbar, wie The Next Web berichtete. Die gerichtliche Anordnung dürfte die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit solcher alternativer Marktplätze für Nutzer nun deutlich verbessern, da Google verpflichtet ist, entsprechende Suchanfragen und Installationswege zu vereinfachen.
Die Entscheidung reiht sich in eine länger andauernde juristische Auseinandersetzung um die Marktmacht Googles im Bereich mobiler Anwendungen ein und markiert einen weiteren Schritt in Richtung einer stärkeren Öffnung des Android-Ökosystems für konkurrierende Vertriebsplattformen.
