PlayStation 2: Sicherheitschip nach 26 Jahren erfolgreich extrahiert
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 23:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein kanadischer Retro-Hardware-Enthusiast mit dem Pseudonym DiscoStarslayer hat nach eigenen Angaben den Sicherheitschip CXP102064 MechaCon früher PlayStation-2-Modelle erfolgreich extrahiert und ausgelesen. Die Ankündigung erfolgte auf der Plattform X. Dem Durchbruch gingen vier Jahre Reverse Engineering und chemisches Decapping voraus.
Vier Jahre Arbeit an einer Blackbox
Der MechaCon-Chip galt 26 Jahre lang als Blackbox der PS2-Sicherheitsarchitektur. Er war in frühen PS2-Modellen der sogenannten "Fat"-Bauform aus den Jahren 1999/2000 verbaut und verwaltete die Verschlüsselung für Speicherkarten, Discs und Sonys MagicGate-Kopierschutz.
Zudem steuerte er das optische Laufwerk, die Regionalsperre sowie sogenannte KELF-Dateien. Der gleiche Chip fand sich auch in Arcade-Hardware wieder, konkret in Namcos System 246/256 und Konamis Python 1.
Um an die Firmware des Chips zu gelangen, kombinierte DiscoStarslayer chemisches Decapping, optisches Auslesen und Mikroskopie. Bei dem Verfahren wird die Chipoberfläche freigelegt, um die internen Strukturen sichtbar und schließlich auslesbar zu machen. Ergänzt wurde die Hardware-Analyse durch einen Software-Exploit, den ein Partner mit dem Namen Libby fand.
Erst wenige Dumps verfügbar
Nach aktuellem Stand existieren rund sechs Dumps des Chips. Das eingesetzte Verfahren gilt als riskant, da es den EEPROM-Speicher beschädigen kann. Einen universellen Bypass oder ein fertiges optisches Laufwerksemulator-Release (ODE) gibt es bislang nicht.
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Bedeutung für Emulation und Erhalt der Hardware
Die PlayStation 2 verkaufte sich weltweit rund 160 Millionen Mal und zählt damit zu den erfolgreichsten Spielkonsolen überhaupt. Der freie Emulator PCSX2 macht schon heute über 98 Prozent der PS2-Spiele auf modernen Systemen spielbar.
Der neue Chip-Dump könnte laut Einschätzungen aus der Community dennoch weitere Fortschritte ermöglichen, etwa eine zyklengenaue Emulation sowie die Entwicklung eigener optischer Laufwerksemulatoren.
Darüber hinaus wird erwartet, dass sich Reparaturen, Modifikationen und die Beschaffung von Ersatzteilen für alternde PS2-Konsolen verbessern lassen, da der MechaCon-Chip bislang eines der größten Hindernisse für ein tieferes Verständnis der Konsolen-Hardware darstellte.
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Ob und wann aus dem erfolgreichen Auslesen konkrete Werkzeuge für Emulator-Entwickler oder Reparaturbetriebe entstehen, ist derzeit offen. Die begrenzte Zahl verfügbarer Dumps und das riskante Extraktionsverfahren dürften eine breitere Anwendung zunächst erschweren.
