Plug and Pwn: Forscher zeigen kritische Windows-Lücke auf DEF CON
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 08:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher haben im Rahmen der Fachkonferenz DEF CON 34 eine neue Angriffsmethode namens „Plug and Pwn“ vorgestellt. Dabei demonstrierten die Experten, wie Windows-Systeme allein durch das Anschließen präparierter USB-Geräte vollständig kompromittiert werden können. Das Besondere an diesem Szenario ist, dass die Angreifer sogenannte SYSTEM-Rechte erlangen, die eine umfassende Kontrolle über das betroffene Betriebssystem ermöglichen, ohne dass dafür eine Interaktion seitens des Nutzers erforderlich ist.
Schwachstelle in der automatischen Hardware-Installation
Die Grundlage für den Angriff bildet die Windows-PnP-Autoinstallation (Plug and Play). Die Sicherheitsforscher Hernando und Martinez zeigten auf der Konferenz, wie dieser automatisierte Prozess zur Einbindung neuer Hardware ausgenutzt werden kann. Konkret identifizierten sie Sicherheitsrisiken in Verbindung mit Drittanbieterpaketen von Herstellern wie Sierra, Sony und Intel.
Sobald ein entsprechend manipuliertes Gerät angeschlossen wird, löst das Betriebssystem die Installation der zugehörigen Treiberpakete aus. In den gezeigten Fällen führten diese Prozesse dazu, dass Schadcode mit den höchstmöglichen Systemrechten ausgeführt wurde. Da die Installation im Hintergrund startet, bemerken Anwender den laufenden Angriff in der Regel nicht.
Wer sich mit der Absicherung von Windows-Systemen befasst, sollte auch typische Schwachstellen im Blick behalten, die im Alltag zu Problemen führen können. Dieser kostenlose PDF-Report liefert einfache Schritt-für-Schritt-Anleitungen, um die häufigsten Fehler eigenständig zu beheben. 5 häufige Windows-Probleme in wenigen Minuten selbst beheben
Ausweitung des Angriffsvektors auf Remote-Verbindungen
Die Untersuchung der Experten ergab zudem, dass die Bedrohung nicht nur auf den physischen Zugang zu einem Endgerät beschränkt ist. Der „Plug and Pwn“-Angriff ist nach Angaben der Forscher auch über das Remote Desktop Protocol (RDP) möglich. In ihren Demonstrationen nutzten sie emulierte Geräte von Sierra und Sony, um die Wirksamkeit der Methode über Netzwerkverbindungen hinweg zu belegen. Damit erhöht sich das Risiko für Unternehmen und Nutzer, die auf Fernzugriffslösungen angewiesen sind, da auch virtuelle USB-Umleitungen als Einfallstor dienen können.
Empfehlungen und Schutzmaßnahmen durch Microsoft
Microsoft hat auf die Veröffentlichungen reagiert und die Risiken eingeordnet. Das Unternehmen erklärte, dass derartige Angriffe in der Standardkonfiguration des Betriebssystems nicht erlaubt seien. Dennoch werden spezifische Schutzmaßnahmen empfohlen, um die Angriffsfläche zu minimieren.
Die Sicherheit der IT-Infrastruktur hängt oft von der richtigen Konfiguration und dem Wissen über aktuelle Bedrohungen ab. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihr Unternehmen proaktiv vor modernen Cyberangriffen schützen. Gratis-E-Book: Cyberbedrohungen abwenden und IT-Sicherheit stärken
Experten raten dazu, die USB-Umleitung in den Systemeinstellungen zu deaktivieren und generelle Geräteeinschränkungen zu implementieren. Als wirksame technische Gegenmaßnahme gilt zudem das Setzen eines spezifischen Eintrags in der Windows-Registrierungsdatenbank. Durch den Registry-Key DisableCoInstallers=1 kann die Ausführung von sogenannten Co-Installern unterbunden werden, was den Kern des beschriebenen Angriffsweges blockiert. Fachleute weisen darauf hin, dass die Überprüfung der installierten Drittanbieter-Treiberpakete und die Beschränkung von Hardware-Installationen wesentliche Bestandteile einer modernen Sicherheitsstrategie für Windows-Infrastrukturen sein sollten.
