PMOS betrifft 170 Millionen Frauen: Insulinresistenz oft unerkannt
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 13:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Doch die Forschung zeigt: Der Stoffwechsel ist oft gar nicht das Problem.
Krafttraining statt Ausdauer-QuÀlerei
Entgegen der weit verbreiteten Annahme verlangsamt sich der Stoffwechsel in den Wechseljahren nicht massiv. Eine Studie im Fachjournal Science (2021) mit ĂŒber 6.000 Teilnehmern belegt: Der Grundumsatz bleibt zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr stabil.
Die wahre Ursache fĂŒr die Gewichtszunahme? Sarkopenie â der altersbedingte Verlust von Muskelmasse â kombiniert mit weniger Bewegung im Alltag. Aktuelle Zahlen zeigen: Nur 23 Prozent der Frauen erreichen die WHO-Bewegungsempfehlungen.
Fachleute raten daher: Krafttraining hat ab 40 höhere PrioritĂ€t als reines Ausdauertraining. Muskeln erhalten, statt Kalorien zu verbrennen â das ist die Devise.
PMOS: Die unterschÀtzte Stoffwechselstörung
Ein wesentlicher Faktor bei Gewichtsproblemen ist das polyzystische Ovarsyndrom. Im FrĂŒhjahr 2026 wurde es offiziell in PMOS (Polyzystisches Metabolisches Ovarsyndrom) umbenannt.
SchĂ€tzungsweise 170 Millionen Frauen weltweit sind betroffen â ein GroĂteil der FĂ€lle bleibt unerkannt. Besonders tĂŒckisch: In 85 Prozent der FĂ€lle geht die Erkrankung mit einer Insulinresistenz einher und erhöht das Diabetesrisiko massiv.
Neue Medikamente: Tablette statt Spritze
Die EuropĂ€ische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfahl am 22. Mai 2026 eine orale Semaglutid-Tablette. Die Marktzulassung wird fĂŒr Mitte August erwartet.
Ab 50 verliert der Körper jedes Jahr Muskelmasse â ein Prozess, der durch moderne Medikamente oft noch beschleunigt wird. Ein Experte erklĂ€rt, wie Sie mit nur 6 einfachen Ăbungen zuhause gezielt gegensteuern und Ihre Kraft erhalten können. 6 Krafttrainings-Ăbungen kostenlos als PDF herunterladen
Fast die HĂ€lfte der Patientinnen bevorzugt die Tablettenform gegenĂŒber Injektionen. Allerdings warnte die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrungsmedizin (DGEM) im Juli 2026 vor dem Risiko des Muskelabbaus unter GLP-1-PrĂ€paraten.
LebensqualitÀt: Gewichtsverlust allein reicht nicht
Moderne PrÀparate wie Tirzepatid oder Semaglutid ermöglichen laut einer Metastudie im British Medical Journal Gewichtsreduktionen von bis zu 14,9 Prozent innerhalb eines Jahres. Doch die Datenlage zeigt: Eine klinisch relevante Verbesserung der LebensqualitÀt bleibt oft aus.
Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden und MĂŒdigkeit sind keine Seltenheit.
Parallel rĂŒcken gewichtsneutrale Strategien in den Fokus. Die UniversitĂ€t GieĂen startet im November 2026 die EASE-Studie unter Leitung von Prof. Ulrike Gisch. Sie untersucht, ob intuitives Essen und Achtsamkeit die LebensqualitĂ€t verbessern â ohne KalorienzĂ€hlen. 40 TeilnehmerplĂ€tze sind ab August buchbar.
Um den Körper auch bei hormonellen Umstellungen fit und schmerzfrei zu halten, sind kurze, effektive Bewegungseinheiten ideal. Dieser Ratgeber eines Olympia-Experten zeigt 17 Ăbungen, die in nur 3 Minuten tĂ€glich maximale Ergebnisse fĂŒr Ihre Muskulatur liefern. 17 Ăbungen fĂŒr minimalen Zeitaufwand jetzt entdecken
Digitale Helfer: Apps fĂŒr die Zielgruppe 40+
Spezialisierte digitale Programme fĂŒr Frauen ĂŒber 40 etablieren sich. Die App Reverse Health der MitbegrĂŒnder Matt Jones und Monika Friedman bietet ein zwölfwöchiges Programm mit personalisierten ErnĂ€hrungs- und TrainingsplĂ€nen. Die Kosten: ab etwa 2,65 Euro pro Woche.
Doch Datenschutz wird zum Thema. Seit Mitte Juli 2026 verlangt Samsung Health eine explizite Einwilligung zur Nutzung von Gesundheitsdaten fĂŒr KI-Training. Wer widerspricht, riskiert Stopp der Datensynchronisation und Löschung seiner Daten von den Servern. Experten diskutieren: Ist das noch freiwillig im Sinne der DSGVO?
Hormontherapie im Wandel
Die Hormonersatztherapie erlebt eine Neubewertung. Lange sorgte die WHI-Studie von 2001 fĂŒr Skepsis. 2016 revidierten Fachleute diese EinschĂ€tzung im New England Journal of Medicine.
Moderne, niedrig dosierte bioidentische Hormone gelten heute als gut vertrĂ€glich. Sie lindern nicht nur akute Wechseljahresbeschwerden wie Konzentrationsstörungen oder Haarausfall, sondern schĂŒtzen auch vor Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
ErgĂ€nzend verweisen Forscher auf pflanzliche Mittel und gezielte ErnĂ€hrungsanpassungen. Sie können die hormonelle Umstellung in der Perimenopause begleiten â ohne Nebenwirkungen.
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