Polizeikriminalität, Gewaltdelikte

Polizeikriminalität: Gewaltdelikte steigen um 4,2 Prozent

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 09:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Kriminalstatistik der Bundespolizei zeigt 2025 einen Rückgang der Gesamtdelikte, aber eine Zunahme von Gewalttaten und Angriffen auf Einsatzkräfte.

Bundespolizei 2025: Weniger Straftaten, aber mehr Gewalt und Angriffe
Ein Polizist steht auf einem menschenleeren, düsteren Bahnsteig und blickt in die Ferne, was Wachsamkeit und Herausforderungen symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bundespolizei hat 2025 einen deutlichen Rückgang der Gesamtkriminalität verzeichnet – muss aber gleichzeitig eine steigende Gewaltbereitschaft hinnehmen. Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten sank um 5,8 Prozent auf rund 604.700 Fälle. Die Gewaltdelikte stiegen dagegen um 4,2 Prozent auf 35.400 an. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Behörde hervor.

Immer mehr Angriffe auf Einsatzkräfte

Besonders alarmierend: Die Zahl der tätlichen Angriffe auf Polizisten kletterte um mehr als sieben Prozent auf 3.185 Vorfälle. Dabei wurden 818 Beamte verletzt – ein Plus von 1,7 Prozent. 53 Prozent der Angreifer standen unter dem Einfluss von Rauschmitteln. Bei knapp vier Prozent der Gewaltdelikte spielten Waffen eine Rolle, vor allem Messer.

Der Trend setzt sich fort. In den ersten fünf Monaten 2026 wurden bereits über 4.600 Bundespolizisten und mehr als 1.600 Bahn-Beschäftigte attackiert. Das bedeutet: Täglich werden durchschnittlich über fünf Mitarbeiter im Bahnbetrieb angegriffen. Ein tödlicher Angriff auf einen Schaffner im Februar 2026 zeigt die verschärfte Lage im öffentlichen Raum.

Weniger unerlaubte Einreisen

Bei der Migrationskriminalität zeichnet sich ein anderes Bild. Die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz gingen um über 21 Prozent auf knapp 195.000 Fälle zurück. Die Zahl der unerlaubten Einreisen sank um ein Viertel auf rund 63.000. Seit der Intensivierung der Grenzkontrollen im Frühjahr 2025 konnten über 32.000 illegale Einreiseversuche direkt an den Grenzen verhindert werden.

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Die Rückführungsbilanz fällt gemischt aus: Zwar stieg die Zahl der durchgeführten Abschiebungen um 7,7 Prozent auf 23.947. Gleichzeitig scheiterten aber knapp 35.000 Versuche aus verschiedenen Gründen. Technisch rüstete die Behörde auf: Ende 2025 stellte sie eine spezialisierte Drohnenabwehreinheit in Dienst, im Herbst wurde das europäische Ein- und Ausreisesystem (EES) implementiert.

Massive Belastung für die Beamten

Der Polizeibeauftragte des Bundes kritisiert die Arbeitsbedingungen scharf. Besonders die seit September 2024 an allen Landgrenzen durchgeführten Kontrollen binden enorme Personalressourcen. Bis zu 14.000 Beamte sind zeitweise in diese Einsätze eingebunden. Die Folge: hohe Überstunden, Defizite bei Übungen und Ausbildungen.

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Hinzu kommt der marode Zustand vieler Dienststellen. In Berichten ist von katastrophalen hygienischen Zuständen, Schimmelbefall und mangelhafter digitaler Infrastruktur die Rede – etwa fehlendem WLAN in Standorten wie Fulda oder dem Ausbildungszentrum Walsrode. Die Zahl der Eingaben an den Polizeibeauftragten stieg um mehr als die Hälfte. In 50 Fällen gab es Vorwürfe wegen Diskriminierung oder Racial Profiling.

Während Innenminister Dobrindt die Wirksamkeit der Grenzkontrollen betont, mahnt der Polizeibeauftragte eine Debatte über deren Verhältnismäßigkeit an. Im ersten Halbjahr 2026 sank die Zahl der unerlaubten Einreisen weiter um 22 Prozent. Das Verwaltungs München hatte zudem drei spezifische Kontrollmaßnahmen als rechtswidrig eingestuft. Das Innenministerium legte Berufung ein.

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