Polymyalgia rheumatica: EU lässt Cosentyx als ersten IL-17A-Hemmer zu
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deFür die Behandlung der Polymyalgia rheumatica (PMR) steht in Europa eine neue Therapieoption bereit. Die Europäische Kommission hat Cosentyx mit dem Wirkstoff Secukinumab für erwachsene Patientinnen und Patienten zugelassen, die unzureichend auf Glucocorticoide ansprechen oder beim Ausschleichen dieser Steroide einen Rückfall erleiden.
Wie Branchenberichte vom 21. Oktober 2026 darlegen, handelt es sich um eine Indikationserweiterung für das Medikament des Schweizer Pharmakonzerns Novartis. Cosentyx stellt damit den ersten und bislang einzigen in Europa zugelassenen IL-17A-Inhibitor für dieses Krankheitsbild dar.
Therapeutische Lücke bei entzündlicher Rheumaerkrankung
Polymyalgia rheumatica ist eine entzündliche rheumatische Erkrankung, die vor allem Personen im Alter von über 50 Jahren betrifft. Typische Symptome sind ausgeprägte Schmerzen sowie eine ausgeprägte Steifheit in Schultern, Nacken und Hüften. Die bisherige Versorgung stützte sich überwiegend auf eine prolongierte Gabe von Kortikosteroiden.
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Dieser bisherige Therapiestandard birgt jedoch erhebliche Herausforderungen. Eine langfristige Behandlung mit Glucocorticoiden ist mit signifikanten Risiken und Nebenwirkungen verbunden, zu denen unter anderem die Entstehung von Osteoporose und Diabetes zählen.
Zudem erweist sich die Krankheitskontrolle häufig als instabil: Bei bis zu 40 Prozent der PMR-Betroffenen kommt es bereits im ersten Behandlungsjahr zu Rückfällen, insbesondere bei dem Versuch, die Steroiddosis schrittweise zu reduzieren.
Datenbasis der Phase-III-Studie Replenish
Die Entscheidung der Europäischen Kommission stützt sich auf die Ergebnisse der Phase-III-Studie Replenish, die an Erwachsenen mit Polymyalgia rheumatica durchgeführt wurde. In dieser Untersuchung erreichten Teilnehmende unter der Behandlung mit Cosentyx doppelt so häufig eine anhaltende Beschwerdefreiheit wie jene in der Vergleichsgruppe, die Kortison in Kombination mit einem Placebo erhielt.
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Zudem belegten die klinischen Daten, dass die Therapie eine dauerhafte Krankheitskontrolle ermöglicht. Ein wesentlicher Aspekt der Studienergebnisse liegt darin, dass der Einsatz des IL-17A-Inhibitors den Kortikosteroid-Entzug erleichterte und damit die Notwendigkeit einer dauerhaften Steroidmedikation verringern konnte.
Stand der internationalen Zulassungsverfahren
Cosentyx verfügt bereits über behördliche Zulassungen in anderen Indikationsfeldern. Das Präparat wird seit Längerem zur Therapie der Schuppenflechte sowie für verschiedene Formen von Wirbelsäulenentzündungen eingesetzt. Mit der Entscheidung der Europäischen Kommission wird der Einsatzbereich nun auf eine weitere chronisch-entzündliche Indikation ausgeweitet.
Außerhalb Europas ist das regulatorische Verfahren für die Indikation Polymyalgia rheumatica noch nicht abgeschlossen: Entsprechende Zulassungsanträge für Cosentyx werden nach Unternehmensangaben derzeit in den USA sowie in Japan von den jeweils zuständigen Behörden geprüft.
