Post-COVID: Prednisolon lindert Fatigue kurzfristig, nicht dauerhaft
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 22:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Suche nach wirksamen medikamentösen Ansätzen zur Behandlung von Post-COVID bleibt eine zentrale Herausforderung der klinischen Forschung. Eine Untersuchung unter Beteiligung des Universitätsklinikums Würzburg sowie der universitären Standorte Tübingen und Kiel liefert neue Einblicke in den potenziellen Nutzen entzündungshemmender Therapien sowie von Mikronährstoffen.
Im Fokus der sogenannten PreVitaCOV-Studie stand die Frage, inwieweit eine vierwöchige Gabe von niedrig dosiertem Prednisolon oder von B-Vitaminen die anhaltenden Beschwerden von Betroffenen lindern kann.
Statistische Signifikanz ohne nachhaltigen klinischen Nutzen
An der Untersuchung nahmen 323 Post-COVID-Patienten teil, die über einen Zeitraum von 28 Tagen behandelt wurden. Nach vier Wochen zeigte sich unter der Therapie mit niedrig dosiertem Prednisolon eine statistisch signifikant stärkere Reduktion der Gesamtsymptomatik im Vergleich zu Placebo. Dieser Unterschied trat bei dem Leitsymptom Fatigue besonders deutlich hervor.
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Trotz der statistisch messbaren Besserung verfehlte die Behandlung jedoch die Schwelle zur klinischen Relevanz. Zudem erwies sich der therapeutische Effekt nicht als dauerhaft: Nach dem Absetzen des Glukokortikoids war die beobachtete Symptomlinderung wieder verschwunden. Eine anhaltende Stabilisierung des Gesundheitszustands konnte durch die zeitlich begrenzte Intervention somit nicht erreicht werden.
Kein nachweisbarer Nutzen durch B-Vitamine
Neben dem Glukokortikoid überprüfte das Forschungsteam auch den Einfluss von B-Vitaminen auf den Verlauf der postviralen Erkrankung. Untersucht wurden die Vitamine B1, B6 und B12, die häufig im Kontext von Nervenfunktionen und Erschöpfungszuständen diskutiert werden. In den entsprechenden Studienarmen zeigte sich jedoch kein nennenswerter Nutzen gegenüber den Kontrollgruppen.
In Bezug auf das Sicherheitsprofil ergaben sich keine auffälligen Diskrepanzen: Die Verträglichkeit der verabreichten Substanzen war in allen Armen der Studie gleich gut, unerwartete Sicherheitsrisiken traten während der Behandlungsphase nicht auf.
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Wissenschaftlicher Kontext und Veröffentlichung
Gefördert wurde das Forschungsprojekt durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Frauen und Raumordnung (BMFTR). Die vollständigen Ergebnisse der Untersuchung wurden im Fachjournal eClinicalMedicine publiziert.
Die Resultate der PreVitaCOV-Studie unterstreichen die Komplexität der therapeutischen Steuerung bei Post-COVID. Sie verdeutlichen, dass kurzfristige entzündungshemmende Impulse zwar vorübergehende funktionelle Veränderungen bewirken können, für eine dauerhafte Symptomkontrolle jedoch umfassendere Behandlungsstrategien erforderlich bleiben.
