Post-Quanten-Sicherheit, Fobi

Post-Quanten-Sicherheit: Fobi, WISeKey und Atsign rĂŒsten auf

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fobi, WISeKey und Atsign stÀrken digitale IdentitÀten mit Post-Quanten-Verfahren, wÀhrend KI-ZugÀnge und Finanzsysteme neue Schutzstandards erhalten.

Digitale IdentitĂ€t: Unternehmen rĂŒsten sich gegen Quantenrisiken
Ein Serverraum mit leuchtenden LED-Anzeigen an einem Serverschrank als Symbol fĂŒr sichere digitale IdentitĂ€tsinfrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Am 29. August 2026 haben mehrere Technologieunternehmen, darunter Fobi, WISeKey und Atsign, bedeutende Schritte zur Sicherung der digitalen IdentitĂ€tsinfrastruktur gegen zukĂŒnftige Bedrohungen durch Quantencomputer unternommen.

Die Integration von Post-Quanten-Sicherheit umfasst dabei mobile Berechtigungsnachweise, Public-Key-Infrastrukturen (PKI) und gesicherte Hardwarekomponenten. Diese Entwicklung folgt auf die Standardisierung der Algorithmen ML-KEM, ML-DSA und SLH-DSA durch das National Institute of Standards and Technology (NIST) im Jahr 2024.

Migration auf quantenresistente Protokolle

Das Unternehmen Atsign gab bekannt, fĂŒr seine quantenresistenten Protokolle die Verfahren X-Wing – eine Kombination aus ML-KEM-768 und X25519 – sowie ML-DSA-65 einzusetzen. Ein entsprechender Migrationsprozess ist bereits eingeleitet und soll bis November abgeschlossen sein. Parallel dazu veröffentlichte das Sicherheitsunternehmen Trellix Empfehlungen fĂŒr Unternehmen, um notwendige Migrationsschritte fĂŒr eine Post-Quanten-Sicherheit umzusetzen.

Die Dringlichkeit dieser Maßnahmen wird durch aktuelle Marktstudien unterstrichen. Laut Erhebungen von HID und FIDO gaben 70 Prozent der befragten Organisationen an, in den letzten zwei Jahren von identitĂ€tsbezogenen SicherheitsvorfĂ€llen betroffen gewesen zu sein.

Zwar zeigten sich 94 Prozent der Befragten grundsĂ€tzlich zuversichtlich in ihre Sicherheitsstrategien, doch bei 35 Prozent der registrierten VerstĂ¶ĂŸe kam es zu Verzögerungen oder Fehlern in der Reaktion. Experten sehen in der EinfĂŒhrung von Passkeys und verifizierbaren digitalen IdentitĂ€tsnachweisen (Verifiable Digital Credentials) einen wesentlichen Weg, um herkömmliche Passwörter abzulösen.

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KI-Agenten und die Herausforderungen der Zugriffskontrolle

Ein weiterer Schwerpunkt der aktuellen Entwicklung liegt auf der Verbindung von KĂŒnstlicher Intelligenz und IdentitĂ€tsmanagement. HKT Payment ist der „GenA.I. Sandbox++“ beigetreten, um gemeinsam mit Red Date Technology einen Rahmen fĂŒr sogenannte „Agentic IDs“ zu entwickeln. Ziel ist es, dezentrale IdentitĂ€ten (DIDs) und verifizierbare Berechtigungsnachweise (VCs) zu nutzen, damit KI-Agenten eigenstĂ€ndig Zahlungen initiieren können.

Auch die Deutsche Telekom und Vodafone arbeiten im Rahmen des Projekts „Catalyst“ an einer vertrauenswĂŒrdigen, KI-gestĂŒtzten IdentitĂ€tsverwaltung fĂŒr das Zugangsmanagement. Erste Tests zeigten laut den Beteiligten eine massive Effizienzsteigerung: Ein KI-Agent konnte Aufgaben, die ĂŒblicherweise mehrere Wochen beanspruchen, innerhalb eines einzigen Tages erledigen.

Das NIST mahnte in diesem Zusammenhang jedoch zur Vorsicht und warnte, dass bei aktuellen Implementierungen von agentenbasierter KI oft die FunktionalitĂ€t ĂŒber die Sicherheit priorisiert werde. Das National Cybersecurity Center of Excellence (NCCoE) plane daher die Veröffentlichung spezifischer Ressourcen fĂŒr das IdentitĂ€ts- und Zugriffsmanagement.

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Globale Fortschritte bei digitalen IdentitÀtsdiensten

Weltweit schreitet die Implementierung staatlicher und privater IdentitĂ€tssysteme voran. Google Wallet integriert in Indien in Partnerschaft mit der UIDAI verifizierbare Aadhaar-Nachweise und nutzt dafĂŒr etablierte Standards wie ISO/IEC 18013-5. Im Vereinigten Königreich wird die nationale digitale IdentitĂ€t durch den „Data (Use and Access) Act 2025“ rechtlich verankert, wobei ein Zertifizierungsregime fĂŒr private Anbieter am 1. September 2026 in Kraft tritt.

In Pakistan fĂŒhrte die Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde SECP Ende August einen neuen Rahmen fĂŒr das digitale Onboarding von Investoren ein, der eine sofortige Vergabe von Identifikationsnummern mittels API-basierter Verarbeitung ermöglicht. Ägyptens Aufsichtsbehörde FRA genehmigte derweil neue Projekte in einer regulatorischen Sandbox, darunter die Verifikation von IdentitĂ€ten mittels NFC-E-PĂ€ssen durch das Unternehmen VLens.

Sicherheit und PrivatsphÀre in der Finanzinfrastruktur

Parallel zur IdentitĂ€tssicherung entwickeln Zentralbanken und Finanzinstitute neue Standards fĂŒr den Datenschutz. Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) konkretisierte Ende August ihre Zusage fĂŒr den digitalen Euro: Bei Offline-Zahlungen sollen Details nur fĂŒr die unmittelbar Beteiligten sichtbar sein, wĂ€hrend bei Online-Transaktionen Daten fĂŒr die BetrugsbekĂ€mpfung zugĂ€nglich bleiben. Ein Pilotprojekt ist fĂŒr das zweite Halbjahr 2027 geplant, eine mögliche Ausgabe fĂŒr 2029.

Technologische Innovationen wie die von EthSystems genutzten Zero-Knowledge-Beweise sollen zudem institutionelle PrivatsphÀre auf der Ethereum-Blockchain ermöglichen. Das Unternehmen fokussiert sich auf Compliance und den Schutz von GeschÀftsgeheimnissen bei Inter-Dealer-Transaktionen.

ErgĂ€nzend dazu startete Rayls mit „Rayls Sovereign“ eine private, EVM-kompatible Blockchain, die ĂŒber 15.000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten kann und bereits von Finanzinstituten fĂŒr TestlĂ€ufe zur Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte genutzt wird.

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