Powerbanks im Flugverkehr: Lufthansa begrenzt auf 2 GerÀte ab Juli
Veröffentlicht am: 13.07.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Branchenexperten stufen Powerbanks als eines der gröĂten Sicherheitsrisiken im zivilen Luftverkehr ein. Die Anzahl der mitgefĂŒhrten Energiespeicher pro Flug ĂŒbersteigt teilweise die Passagierzahlen.
Neue Regeln fĂŒr die Lufthansa-Gruppe
Mitte Juli fĂŒhrte die Lufthansa neue Sicherheitsbestimmungen fĂŒr Powerbanks ein. Sie gelten fĂŒr den gesamten Konzern â inklusive Swiss, Eurowings und Austrian.
Passagiere dĂŒrfen maximal zwei Powerbanks mitnehmen. Die KapazitĂ€t: höchstens 100 Wattstunden (Wh), etwa 27.000 Milliamperestunden (mAh).
Der Knackpunkt: Die GerĂ€te dĂŒrfen nicht mehr in den GepĂ€ckfĂ€chern ĂŒber den Sitzen landen. Stattdessen mĂŒssen sie im HandgepĂ€ck unter dem Vordersitz oder direkt am Körper bleiben.
Das Unternehmen verbietet zudem das Laden von GerĂ€ten ĂŒber das Bordnetz. Auch die Nutzung eigener Powerbanks wĂ€hrend des Fluges ist tabu.
GröĂere Akkus zwischen 100 und 160 Wh brauchen eine ausdrĂŒckliche Genehmigung. KapazitĂ€ten ĂŒber 160 Wh? Komplett vom Transport ausgeschlossen.
Warum die Airlines jetzt handeln
Hintergrund der MaĂnahmen sind mehrere VorfĂ€lle mit ĂŒberhitzten Akkus. Im vergangenen Jahr löste der Brand einer Powerbank im GepĂ€ckfach einer Air-Busan-Maschine 27 Verletzte aus.
Erst kĂŒrzlich musste ein EasyJet-Flug von Hurghada nach London auĂerplanmĂ€Ăig in Rom landen. Grund: eine Powerbank im aufgegebenen GepĂ€ck eines Passagiers.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA verfolgt ebenfalls strikte Regeln: Powerbanks sind ausschlieĂlich im HandgepĂ€ck erlaubt. US-Airlines wie Delta, United oder American begrenzen die maximale Anzahl auf 20 Batterien pro Passagier. Zudem mĂŒssen die GerĂ€te wĂ€hrend des Ladevorgangs stĂ€ndig sichtbar sein.
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Technische Defekte als zusÀtzliches Risiko
Neben der unsachgemĂ€Ăen Handhabung durch FluggĂ€ste bereiten technische MĂ€ngel Sorgen. Ein US-Anbieter rief rund 1.400 MagSafe-Powerbanks des Modells E33A zurĂŒck. Grund: mehrere Berichte ĂŒber BrĂ€nde und Verletzungen.
Die betroffenen GerĂ€te wurden zwischen FrĂŒhjahr 2024 und FrĂŒhjahr 2025 verkauft. Verbraucher sollen diese Akkus wegen Ăberhitzungsgefahr nicht mehr verwenden.
Politik zieht nach
Parallel zu den Sicherheitsfragen berĂ€t die Politik ĂŒber eine Reform der Fluggastrechte. Mitte Juli stimmten EU-Minister ĂŒber neue Regelungen ab. Sie sollen voraussichtlich Mitte 2027 in Kraft treten.
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Die Neuerungen: Airlines mĂŒssen Preise fĂŒr Flugtickets inklusive Standard-HandgepĂ€ck transparent anzeigen. Kinder unter 14 Jahren sollen kĂŒnftig ohne Aufpreis neben ihren Eltern sitzen dĂŒrfen.
Die regulatorischen Ănderungen fallen in eine phase steigender Kosten. Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen: Die Preise fĂŒr Flugtickets stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 8,5 Prozent. Besonders deutlich fielen die Erhöhungen bei Verbindungen nach Mittelamerika und innerhalb Europas.
Trotz der Preissteigerungen bleibt die Nachfrage hoch. Die Zahl der Fluggast-Klagen erreichte im vergangenen Jahr ĂŒber 120.000.
