PrĂ€diabetes im FrĂŒhstadium: Elektroakupunktur stabilisiert den Zuckerstoffwechsel
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deForscher des Institute of Acupuncture and Moxibustion an der China Academy of Chinese Medical Sciences in Peking haben den Einfluss von Elektroakupunktur auf die Blutzuckerregulation untersucht.
In einer in der Fachzeitschrift âAcupuncture Researchâ veröffentlichten Untersuchung verbesserte eine gezielte elektrische Stimulation am Akupunkturpunkt ST36 bei MĂ€usen die Glukosehomöostase. Die beobachteten positiven Effekte zeigten sich dabei besonders deutlich im frĂŒhen Stadium eines PrĂ€diabetes mit geringem Risiko.
Aktivierung des Vagusnervs und Entlastung der Zellen
Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Untersuchung stand die Frage, ĂŒber welche biologischen Signalwege die elektrische Nadelstimulation auf den Stoffwechsel einwirkt. Die Wissenschaftler in Peking identifizierten einen neuralen Pfad, der vom Vagusnerv direkt zur BauchspeicheldrĂŒse verlĂ€uft. Durch die gezielte Reizung des Akupunkturpunkts ST36 wurde dieser Pfad aktiviert, was zu einer verstĂ€rkten cholinergen Signalgebung fĂŒhrte.
Gleichzeitig beobachtete das Forschungsteam eine messbare Reduktion des Stresses im endoplasmatischen Retikulum. Dieser zellulĂ€re Stress gilt in der Stoffwechselforschung als wesentlicher Faktor fĂŒr Funktionsstörungen der insulinproduzierenden Zellen des Pankreas. Durch die Verminderung dieser Belastung konnte die Homöostase des Glukosestoffwechsels stabilisiert werden.
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Hohe Wirksamkeit im frĂŒhen Stadium der Erkrankung
Ein zentrales Resultat der Versuchsreihe betrifft den Zeitpunkt der Intervention. Die Verbesserung der Glukosehomöostase war im frĂŒhen Niedrigrisiko-Stadium von PrĂ€diabetes signifikant ausgeprĂ€gter als in fortgeschrittenen Phasen. PrĂ€diabetische StoffwechselverĂ€nderungen entwickeln sich hĂ€ufig schleichend und bleiben ĂŒber lĂ€ngere Zeit unbemerkt.
Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass regulatorische Impulse das Fortschreiten einer gestörten Glukosetoleranz vor allem dann wirksam bremsen können, wenn sie in einer sehr frĂŒhen Phase der metabolischen Fehlregulation ansetzen. In diesem Zeitfenster scheinen die körpereigenen Regelkreise noch besonders empfĂ€nglich fĂŒr neuronale Steuerungsreize zu sein.
Wissenschaftler fordern standardisierte Studien am Menschen
Trotz der positiven Ergebnisse im Tiermodell mahnen die Autoren des Institute of Acupuncture and Moxibustion zur ZurĂŒckhaltung hinsichtlich einer direkten therapeutischen Ăbertragbarkeit. Die im Labor an MĂ€usen gewonnenen Erkenntnisse lieĂen sich nicht ohne Weiteres auf den menschlichen Organismus anwenden.
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Aus diesem Grund fordern die Forscher weiterfĂŒhrende wissenschaftliche Untersuchungen. Erforderlich seien insbesondere kontrollierte Humanstudien, die auf klar definierten Protokollen und einheitlichen Stimulationsparametern basieren.
Nur durch solche klinischen ĂberprĂŒfungen lasse sich verlĂ€sslich klĂ€ren, ob die gezielte Elektroakupunktur am Punkt ST36 auch bei Patienten mit PrĂ€diabetes als ergĂ€nzende MaĂnahme zur Stabilisierung des Glukosestoffwechsels geeignet ist.
