PrÀeklampsie: Dauerhafte Nierenkontrolle verhindert SpÀtschÀden
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einer durchgemachten PrĂ€eklampsie oder dem Auftreten eines HELLP-Syndroms rĂŒckt die dauerhafte Ăberwachung der Nierenfunktion zunehmend in den medizinischen Fokus. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Nephrologie (DGfN) empfiehlt fĂŒr betroffene Frauen eine langfristige Nierenkontrolle, um FolgeschĂ€den frĂŒhzeitig zu erkennen und eine kontinuierliche Nachsorge zu gewĂ€hrleisten.
HĂ€ufigkeit und klinischer Verlauf von Schwangerschaftskomplikationen
Die PrĂ€eklampsie zĂ€hlt zu den relevanten GefĂ€Ă- und Organerkrankungen im Rahmen einer Schwangerschaft. Sie betrifft nach fachlichen Erhebungen etwa 2 bis 5 Prozent der Schwangeren und manifestiert sich meist nach der 20. Schwangerschaftswoche.
Sowohl die PrĂ€eklampsie als auch das HELLP-Syndrom können zu funktionellen und strukturellen Belastungen der Nieren fĂŒhren. Da Funktionsstörungen nach der Entbindung nicht in jedem Fall vollstĂ€ndig abklingen, besteht das Risiko unbemerkt fortschreitender NierenschĂ€den, was eine engmaschige und strukturierte Nachbeobachtung erforderlich macht.
Das Kontrollschema der S2k-Leitlinie
Konkrete Handlungsempfehlungen fĂŒr die Nachsorge liefert die im Juli 2024 erschienene S2k-Leitlinie (AWMF 015/018, Version 7.0). Darin wird ein verbindliches Kontrollschema nach der Geburt definiert. Demnach sind strukturierte Untersuchungen in folgenden AbstĂ€nden vorgesehen:
- eine erste ĂberprĂŒfung sechs Wochen nach der Entbindung,
- eine weitere Nachkontrolle nach sechs Monaten,
- eine Untersuchung nach zwölf Monaten sowie
- im weiteren Verlauf lebenslang fortgefĂŒhrte jĂ€hrliche Kontrollen.
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Dieses Vorgehen zielt darauf ab, chronische VerlĂ€ufe frĂŒhzeitig im Rahmen des Krankheitsmanagements zu erfassen.
Relevante Laborwerte und gesundheitliche ZielgröĂen
FĂŒr die Beurteilung der Nierenfunktion im Rahmen der Nachsorge ist eine zielgerichtete Diagnostik ausschlaggebend. Zur medizinischen Labordiagnostik gehören hierbei die Bestimmung der glomerulĂ€ren Filtrationsrate (GFR), des Kreatininwerts sowie die Kontrolle auf eine Proteinurie. Anhand dieser KenngröĂen lassen sich FunktionseinschrĂ€nkungen und EiweiĂausscheidungen ĂŒber den Urin prĂ€zise quantifizieren.
ErgĂ€nzend zu den laborchemischen Werten wird im Rahmen der Risikoreduktion auch der Lebensstil adressiert. Als konkretes gesundheitliches Ziel wird fĂŒr betroffene Patientinnen ein Body-Mass-Index (BMI) von unter 25 angegeben, um zusĂ€tzliche metabolische und vaskulĂ€re Belastungen des Nierengewebes zu vermeiden.
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Fachdiskurs auf anstehenden Medizintagungen
Die langfristige Nierengesundheit und die Nachsorge nach schwangerschaftsassoziierten Erkrankungen sind auch Gegenstand fachwissenschaftlicher ZusammenkĂŒnfte.
Die DGfN widmet sich der Thematik im Rahmen einer Online-Pressekonferenz am 6. Oktober 2026 im Zeitraum von 11:00 bis 12:30 Uhr. Im Anschluss findet vom 8. bis zum 11. Oktober 2026 die 18. DGfN-Jahrestagung in Leipzig statt, auf der aktuelle nephrologische Versorgungskonzepte weiter vertieft werden.
