PrÀsentismus, Arbeitnehmer

PrÀsentismus: 65% der jungen Arbeitnehmer gehen krank zur Arbeit

02.06.2026 - 01:09:33 | boerse-global.de

Die Bundesregierung plant eine Flexibilisierung der Arbeitszeit mit Wochen- statt Tageslimits. Gesundheitsexperten warnen vor steigenden Risiken.

PrĂ€sentismus: 65% der jungen Arbeitnehmer gehen krank zur Arbeit - Bild: ĂŒber boerse-global.de
PrĂ€sentismus: 65% der jungen Arbeitnehmer gehen krank zur Arbeit - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Statt einer tĂ€glichen Höchstgrenze soll kĂŒnftig die Wochenarbeitszeit zĂ€hlen. Arbeitstage von ĂŒber zwölf Stunden wĂ€ren dann legal. Gesundheitsexperten schlagen Alarm.

Was die Reform bringt

Der Gesetzentwurf wird fĂŒr Juni 2026 erwartet. Er sieht vor, die maximale Arbeitszeit auf Basis einer wöchentlichen statt tĂ€glichen Grenze zu definieren. Das klingt nach mehr Freiheit – doch 75 Prozent der BeschĂ€ftigten befĂŒrchten laut einer WSI-Umfrage negative gesundheitliche Folgen, wenn einzelne Tage die Zehn-Stunden-Marke ĂŒberschreiten.

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Forscher warnen vor einem Anstieg von Burnout und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Statistik ist eindeutig: Nach zwölf Stunden Arbeit verdoppelt sich das Unfallrisiko. Bernd Fitzenberger, IAB-Direktor, betonte Anfang Juni: Die tĂ€gliche Höchstarbeitszeit bleibe ein „wesentliches Instrument des Gesundheitsschutzes“. Parallel dazu steht die Arbeitszeiterfassung weiter im Raum – das Bundesarbeitsgericht hat die grundsĂ€tzliche Pflicht zur Dokumentation bereits festgestellt.

Generation Z: Krank zur Arbeit

Junge Arbeitnehmer leiden besonders. Der DAK-Gesundheitsreport 2025 zeigt: 28 Prozent der Unter-30-JĂ€hrigen erleben regelmĂ€ĂŸig Generationenkonflikte im Job. Ein Viertel fĂŒhlt sich dadurch stark belastet.

Die Krankenstandsquote dieser Gruppe liegt mit 4,7 Prozent zwar unter dem Durchschnitt. Doch 65 Prozent der jungen BeschĂ€ftigten gehen trotz Krankheit zur Arbeit – alarmierender PrĂ€sentismus. 26 Prozent berichten von depressiven Symptomen. Besonders betroffen: Gesundheitswesen und Erziehungsberufe.

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Was wirklich gegen Stress hilft

Wissenschaftlich fundierte Methoden rĂŒcken in den Fokus. Forscher der UniversitĂ€t Aarhus belegten: Achtsamkeitstraining (MBSR) stĂ€rkt die psychische Gesundheit nachhaltig. Die Johns Hopkins University zeigte, dass die Wirkung bei Angst- und Schmerzpatienten mit Medikamenten vergleichbar sein kann.

Praktische Methoden fĂŒr den Berufsalltag:

  • HerzkohĂ€renz-Training: Rhythmische Atmung harmonisiert den Herzschlag und fördert Gelassenheit.
  • Atemtechniken: Die 4-7-8-Methode beruhigt das Nervensystem in Sekunden.
  • Erdungstechniken: Die 5-4-3-2-1-Methode holt bei akutem Stress in die Gegenwart zurĂŒck.
  • Waldbaden: Soll den Blutdruck senken. Fachleute mahnen: Manche Effekte brauchen noch mehr Forschung.

Was Unternehmen tun

Krankenkassen und Firmen setzen auf strukturierte Gesundheitsprogramme. Im Gesundheitssektor wurden Anfang Juni Konzepte zur „Neurobalance“ vorgestellt. Sie basieren auf dem Positive Health & Health Literacy Framework und integrieren Schlaf, Bewegung und soziale Interaktion in den Arbeitsalltag.

Digitale Plattformen bieten ergonomische Beratung, Online-VortrĂ€ge und medizinische Check-ups. QualitĂ€tssiegel fĂŒr betriebliches Gesundheitsmanagement steigern die ArbeitgeberattivitĂ€t. Branchenanalysen zeigen: Die QualitĂ€t der Projektleitung ist entscheidend fĂŒr Mitarbeiterbindung. In vielen BeratungshĂ€usern liegt die Fluktuation bereits ĂŒber 15 Prozent.

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