Prävention, DGIM

Prävention: DGIM fordert evidenzbasierte Strategie gegen chronische Krankheiten

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 18:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin verlangt eine wissenschaftlich fundierte und neu geführte Präventionsstrategie des Bundesgesundheitsministeriums.

DGIM fordert evidenzbasierte Fortsetzung der Präventionsoffensive
Medizinische Fachkraft analysiert Gesundheitsdaten auf einem Tablet in einer modernen, klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die langfristige Ausrichtung der deutschen Gesundheitspolitik im Bereich der Krankheitsvermeidung steht vor einer entscheidenden Phase der Konsolidierung. In einer Stellungnahme vom Juli 2026 hat die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) die Notwendigkeit unterstrichen, die bestehende Präventionsoffensive des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) fortzuführen. Dabei rückte der Fachverband insbesondere die strukturelle Weiterentwicklung unter einer neuen Leitung sowie die konsequente wissenschaftliche Fundierung der Maßnahmen in den Fokus der gesundheitspolitischen Debatte.

Medizinische Evidenz als Fundament der Präventionsstrategie

Ein zentraler Aspekt der fachlichen Positionierung der DGIM ist die Forderung nach einer strikten Orientierung an der medizinischen Evidenz. Nach Ansicht der Fachgesellschaft dürfe die Prävention nicht auf allgemeinen Empfehlungen beruhen, sondern müsse sich an gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichten. Dies gelte für alle Ebenen der staatlichen Gesundheitsförderung, um die Effektivität der eingesetzten Mittel zu gewährleisten und messbare Verbesserungen in der Bevölkerungsgesundheit zu erzielen.

Die Expertinnen und Experten der Fachgesellschaft wiesen in ihren Ausführungen im Juli 2026 darauf hin, dass eine evidenzbasierte Herangehensweise die Voraussetzung dafür sei, die begrenzten Ressourcen im Gesundheitssystem zielgerichtet einzusetzen. Nur durch eine laufende Überprüfung der Maßnahmen auf ihre medizinische Wirksamkeit hin könne sichergestellt werden, dass die Präventionsoffensive den hohen Anforderungen an eine moderne Gesundheitsversorgung gerecht werde.

Priorisierung und strategische Führung

Neben der wissenschaftlichen Fundierung thematisierte die DGIM auch die organisatorische Ebene der Initiative. In diesem Zusammenhang forderte die Gesellschaft eine Fortsetzung der BMG-Offensive unter einer neuen Leitung. Ziel müsse es sein, die bisherigen Anstrengungen zu verstetigen und in eine langfristige Gesamtstrategie zu überführen.

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Die DGIM-Vorsitzende Müller-Werdan hob hervor, dass dem Bereich der Prävention eine grundsätzliche Priorität in der medizinischen Versorgung eingeräumt werden müsse. Es reiche nicht aus, Prävention als Randaspekt zu behandeln; vielmehr müsse sie als tragende Säule des Gesundheitssystems etabliert werden. Die Vorsitzende betonte dabei, dass eine proaktive Vermeidung von chronischen Erkrankungen nicht nur die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten steigere, sondern auch die Stabilität der sozialen Sicherungssysteme maßgeblich beeinflusse.

Fiskalische Maßnahmen als Teil einer Gesamtstrategie

Ein weiterer wesentlicher Pfeiler der von der DGIM unterstützten Strategie umfasst ordnungspolitische und fiskalische Instrumente. In der Stellungnahme vom Juli 2026 sprach sich die Gesellschaft ausdrücklich für die Beibehaltung beziehungsweise Einführung von Tabak- und Zuckersteuern aus. Der Fachverband begrüßte diese Maßnahmen als wirkungsvolle Werkzeuge zur Verhaltenssteuerung.

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Allerdings verdeutlichte die DGIM, dass solche steuerlichen Eingriffe kein isoliertes Instrument darstellen dürften. Vielmehr müssten Tabak- und Zuckersteuern in eine umfassende Gesamtstrategie eingebettet sein, die neben fiskalischen Anreizen auch Aufklärung und strukturelle Anpassungen im Lebensumfeld der Bürger umfasst. Die Kombination aus regulatorischen Vorgaben und evidenzbasierten medizinischen Programmen wird von den Fachleuten als der erfolgversprechendste Weg angesehen, um den Anstieg lebensstilbedingter Erkrankungen nachhaltig zu begrenzen.

Insgesamt signalisiert die Positionierung der DGIM eine klare Erwartungshaltung gegenüber der Politik: Eine Fortführung der Präventionsoffensive sei unverzichtbar, sofern sie auf wissenschaftlicher Grundlage basiere und mit dem notwendigen politischen Nachdruck verfolgt werde.

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