PrÀvention, DKFZ-Studie

PrÀvention: DKFZ-Studie senkt Sterberisiko um ein Drittel

06.06.2026 - 05:05:52 | boerse-global.de

Ein neuer Leitfaden und Experten fordern mehr Eigeninitiative fĂŒr ein langes, fittes Leben. PrĂ€vention und soziale Teilhabe rĂŒcken in den Fokus.

Gesund alt werden: Bewegung, ErnĂ€hrung und soziale Kontakte als SchlĂŒssel
PrĂ€vention - Ein lĂ€chelndes Ă€lteres Paar genießt eine gesunde AktivitĂ€t im Freien, symbolisch fĂŒr einen aktiven Lebensstil im Alter. 06.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Wer im Alter fit bleiben will, muss frĂŒh aktiv werden. Bewegung, ErnĂ€hrung und soziale Kontakte sind die SchlĂŒssel.

Anfang Juni erschien ein neuer Leitfaden fĂŒr Senioren, der konkrete Tipps fĂŒr eine gesunde LebensfĂŒhrung gibt. Parallel dazu betonten Experten in aktuellen Fachdebatten: Gesundheit im Alter hĂ€ngt nicht nur von guter medizinischer Versorgung ab, sondern auch von Eigeninitiative und einem passenden gesellschaftlichen Umfeld. Der Trend geht weg von reiner Pflege hin zur Förderung aktiver Teilhabe.

Lebensjahre durch PrÀvention gewinnen

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Mediziner der Berliner Charité rechnen vor: Ein konsequent gesunder Lebensstil kann die Lebenszeit massiv verlÀngern. Frauen könnten demnach bis zu 20, MÀnner sogar bis zu 24 zusÀtzliche Jahre gewinnen. Ohne PrÀvention liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei Frauen bei etwa 67, bei MÀnnern bei rund 63 Jahren.

Doch die Schere klafft: Über die HĂ€lfte der Frauen und fast drei Viertel der MĂ€nner nutzen keine speziellen PrĂ€ventionsprogramme. Bei Frauen sind es oft familiĂ€re Verpflichtungen, die als HĂŒrde genannt werden. MĂ€nner zeigen hĂ€ufig eine geringere Risikowahrnehmung oder empfinden solche Angebote als wenig vereinbar mit traditionellen Rollenbildern.

Ganzheitliche AnsÀtze gegen Demenz und Muskelabbau

Im Kampf gegen Demenz setzen Fachleute auf eine Kombination aus Gemeinschaft, Bewegung und positiven Emotionen. Eine Demenz-Expertin unterstrich Anfang Juni: Neben Tabakverzicht und wenig Alkohol sind vor allem Stressreduktion und stabile soziale Kontakte entscheidend.

OrthopĂ€den warnen zudem vor dem fortschreitenden Muskelabbau ab 50. Der moderne Organismus sei nicht mehr den ursprĂŒnglichen Belastungen ausgesetzt – Über-50-JĂ€hrige mĂŒssten ihren Körper gezielt fordern. Ein Beispiel: In Stollhamm eröffnete Anfang Juni ein Fitnesspark, der speziell die SelbststĂ€ndigkeit von Menschen mit BeeintrĂ€chtigungen stĂ€rken soll. Rund 80.000 Euro flossen aus verschiedenen Förderprogrammen.

ErnÀhrung und Bewegung senken Sterberisiko

Eine Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) mit ĂŒber 6.000 Teilnehmenden lieferte Anfang Juni handfeste Belege. Über einen Beobachtungszeitraum von bis zu zwölf Jahren senkte ein bewusster Lebensstil das Sterberisiko bei Überlebenden von Brust-, Darm- oder Prostatakrebs um etwa ein Drittel. Der stĂ€rkste Einzelfaktor: Nichtrauchen. Es halbiere das Risiko nahezu. Dazu kommen mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche und ein normales Körpergewicht.

In der ErnĂ€hrungsdebatte kritisieren Fachleute die pauschale Empfehlung von 2.000 Kilokalorien pro Tag. Entscheidend sei die QualitĂ€t der Kalorien, nicht die reine QuantitĂ€t. Hochverarbeitete Lebensmittel fĂŒhrten oft zu einer ungewollten Steigerung der Energiezufuhr um etwa 500 Kilokalorien tĂ€glich. Bei der Bewertung des Gesundheitszustands rĂŒckt neben dem BMI verstĂ€rkt der Taillenumfang in den Fokus – Bauchfett erhöht das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes besonders stark.

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Internationaler Blick: Senioren als aktive Gestalter

Die gesellschaftliche Bedeutung alternder Bevölkerungen war Anfang Juni auch in Vietnam Thema. AnlÀsslich des 85. Jahrestages des dortigen Seniorentags forderten Regierungsvertreter in Hanoi einen Paradigmenwechsel: Senioren sollten nicht lÀnger nur als EmpfÀnger von Sozialleistungen gesehen werden, sondern als aktive Gestalter der gesellschaftlichen Entwicklung.

In der Hauptstadt sind derzeit mehr als eine Million Ă€ltere Menschen registriert, von denen sich ein erheblicher Teil in politischen Gremien oder als Unternehmer engagiert. Ziel der dortigen Politik fĂŒr die Jahre 2026 bis 2030: Alle Senioren sollen mindestens einmal jĂ€hrlich eine Gesundheitsuntersuchung erhalten – um die SelbststĂ€ndigkeit bis ins hohe Alter zu sichern.

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