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Project Perception: Microsoft entdeckt 16 Windows-Lücken mit KI-System

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 17:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft baut Sicherheitsstrategie um: KI-Projekt Perception entdeckt Lücken automatisch, während hunderte Stellen gestrichen werden.

Microsofts KI-Offensive: Project Perception revolutioniert Sicherheit
Leuchtendes neuronales Netzwerk als Symbol für KI über digitalem Code, das Cybersicherheit und Datenschutz darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Hunderte Stellen fallen weg.

Microsoft forciert seine Sicherheitsstrategie mit einem neuen KI-Projekt namens Project Perception. Die Plattform kombiniert mehrere KI-Modelle, um Softwarelücken automatisch zu finden und zu schließen. Dahinter steckt ein grundlegender Wandel: Der Konzern baut seine klassischen Sicherheitsteams ab und setzt stattdessen auf rund 10.000 KI-Spezialisten.

Schwarmintelligenz gegen Code-Lücken

Das Herzstück von Project Perception ist die Multi-Model Agentic Scanning Harness (MDASH). Das System orchestriert über 100 spezialisierte KI-Agenten, die parallel nach Sicherheitslücken suchen. Ein intelligenter Router wählt für jede Aufgabe das günstigste und effektivste KI-Modell aus – Microsoft nutzt dabei eigene Technologien sowie Modelle von OpenAI und Anthropic.

Die Bilanz kann sich sehen lassen: MDASH entdeckte 16 bisher unbekannte Windows-Sicherheitslücken, darunter vier kritische Schwachstellen für Schadcode-Ausführung. Im CyberGym-Benchmark erzielte die Plattform den höchsten je gemessenen Wert. Parallel entwickelt Microsoft Project Ire, ein autonomes System zur Malware-Klassifikation, das in die Defender-Sicherheitssuite integriert werden soll.

Harte Einschnitte beim Personal

Die Neuausrichtung hat personelle Konsequenzen. Hayete Gallot, seit Februar 2026 Executive Vice President of Security, treibt eine umfassende Restrukturierung voran. Mehrere hundert Stellen in der Sicherheitsabteilung wurden gestrichen, darunter mindestens neun Vizepräsidenten. Die freiwerdenden Mittel fließen in den Aufbau der KI-gesteuerten Sicherheitsbelegschaft.

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Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Im Juli 2026 legte Microsoft den Fortschrittsbericht zur Secure Future Initiative (SFI) vor. Die Zahlen zeigen Erfolge: 99,97 Prozent der Systeme sind inzwischen mit phishing-resistenter Mehrfaktor-Authentifizierung geschützt. 1,4 Millionen ungenutzte Entra-Anwendungen wurden stillgelegt. Der jüngste Patch Tuesday im Juli 2026 war mit 570 behobenen Sicherheitslücken der größte in der Unternehmensgeschichte.

Wettlauf mit der Konkurrenz

Microsoft steht unter Druck. Anthropics Mythos 5 gilt als schärfster Konkurrent im KI-Sicherheitsmarkt – das Modell erhielt kürzlich eine eingeschränkte Freigabe durch die US-Regierung und übertrifft in bestimmten Diagnoseaufgaben menschliche Sicherheitsexperten. Die Preise liegen bei zehn Dollar pro Million Input-Tokens und 50 Dollar pro Million Output-Tokens.

Aus China kommt ebenfalls Konkurrenz: Die Firma Qihoo 360 hat mit Tulongfeng ein Multi-Agenten-System vorgestellt, das bereits von Microsoft bestätigte Schwachstellen in Windows und Office aufspürte. In den Vereinigten Arabischen Emiraten arbeitet Microsoft mit G42 zusammen – nach einer Investition von 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 entsteht in Abu Dhabi der Stargate UAE, ein KI-Cluster mit einem Gigawatt Leistung. Die erste 200-Megawatt-Ausbaustufe soll noch 2026 in Betrieb gehen.

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Ruf nach mehr Kontrolle

Die rasante Entwicklung ruft Kritiker auf den Plan. Demis Hassabis, CEO von Google DeepMind, fordert eine US-geführte Regulierungsbehörde für Spitzen-KI-Modelle. Sein Vorschlag: eine 30-tägige verpflichtende Testphase vor der öffentlichen Freigabe neuer Systeme, um nationale Sicherheitsrisiken auszuschließen. Ob sich Microsoft diesem Ansatz anschließt, bleibt abzuwarten – der Konzern setzt derzeit vor allem auf Tempo.

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