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Projekt ELARA: Currenta testet digitale Zwillinge für Umweltlabore

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Projekt soll Laborabläufe automatisieren, Bearbeitungszeiten verkürzen und den Kontakt des Personals mit Gefahrstoffen verringern.
Ein modernes, steriles Industrielabor mit Edelstahloberflächen und wissenschaftlichen Analysegeräten. Illustration mit AI erstellt.

Der Chempark-Betreiber Currenta testet im Rahmen des Projekts ELARA gemeinsam mit dem Robotik-Softwareunternehmen Wandelbots und dem IT-Dienstleister T-Systems die virtuelle Automatisierung von Umweltlaboren.

Wie aus Unternehmensberichten hervorgeht, zielt das Vorhaben auf die robotergestützte Analyse von Wasser- und Abwasserproben ab. Ein erster Prototyp wird auf der Konferenz NVIDIA GTC Berlin vorgestellt, die vom 20. bis 22. Oktober 2026 stattfindet.

Digitaler Zwilling für variantenreiche Umweltanalytik

Das Akronym ELARA steht für „Environmental Laboratory Automation and Robotics for Analytics“. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Nachbildung variantenreicher Laborabläufe mithilfe eines digitalen Zwillings. Durch die virtuelle Vorbereitung und automatisierte Durchführung sollen die Arbeitsabläufe bei der Untersuchung von Umweltproben optimiert werden.

Currenta verfolgt mit der Initiative mehrere betriebliche Ziele: Neben einer Verkürzung der Bearbeitungszeiten und einer höheren Anlagenverfügbarkeit soll vor allem die Arbeitssicherheit für das Laborpersonal verbessert werden. Durch den Einsatz automatisierter Systeme verringert sich der direkte Kontakt der Beschäftigten mit potenziellen Gefahrstoffen deutlich.

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Simulation und Übertragung auf reale Roboter

Technologisch basiert der Prototyp auf der Simulationsplattform NVIDIA Isaac Sim, die auf den Technologien Omniverse, OpenUSD sowie der Physik-Engine PhysX aufsetzt. Die Simulation wird auf einer in Deutschland betriebenen GPU-Infrastruktur von NVIDIA ausgeführt. Für die spätere Überführung der virtuell erprobten Steuerungsbefehle auf physische Industrieroboter soll die Plattform Wandelbots NOVA zum Einsatz kommen.

Die für die anspruchsvollen Berechnungen erforderliche Rechenleistung stellt T-Systems bereit. Das Unternehmen betreibt hierfür eine sogenannte Industrial AI Cloud an einem Rechenzentrumsstandort in München, womit die Datenverarbeitung vollständig im europäischen Rechtsraum und unter hiesigen Souveränitätsstandards erfolgt.

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Breiter Trend zur physischen Künstlichen Intelligenz

Das Vorhaben von Currenta reiht sich in eine wachsende Zahl von Industrieprojekten ein, die auf die Kombination von simulationsbasierten digitalen Zwillingen und physischer Robotik setzen. Auf dem Invest in Germany Summit in Berlin betonte NVIDIA-Chef Jensen Huang, dass Unternehmen künftig zunehmend physische Werke mit digitalen Zwillingen koppeln werden.

Die Entwicklung von Modellen für sogenannte Physical AI betrachte er als Ergänzung und nicht als Ersatz für bestehende Mechatronik- und Fertigungsexpertise. Im Rahmen einer Kooperation zwischen NVIDIA und der Bundesregierung ist zudem eine deutsche Industrial-AI-Cloud mit 10.000 NVIDIA Blackwell GPUs für Simulationen, digitale Zwillinge und Robotikanwendungen im Gespräch.

Gleichzeitig verweisen Branchenexperten auf die verbleibenden Hürden beim Übergang von der virtuellen Entwicklung zur Werkhalle. So bleibe die Überbrückung der Leistungsdifferenz zwischen computergestützter Simulation und physischem Einsatz im industriellen Alltag eine Kernherausforderung, während insbesondere Integrationsaufwände und der Nachweis wirtschaftlicher Renditen im Fokus produzierender Betriebe stehen.

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