Prostatahyperplasie, Minimalinvasive

Prostatahyperplasie: Minimalinvasive Verfahren erhalten Sexualfunktion

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 07:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Mailänder Programm „IPB su misura“ verbindet patientenbezogene Therapieentscheidungen mit modernen Verfahren und möglichen KI-Prognosen.

BPH-Therapie: Mailand setzt auf individuelle Behandlung
Moderner, steriler Behandlungsraum in einer Klinik mit medizinischer Ausrüstung in neutralem Licht. Illustration mit AI erstellt.

In der medizinischen Fachwelt gewinnt die differenzierte Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) zunehmend an Bedeutung. Aktuelle medizinische Fachbeiträge erläutern ein breites Spektrum an Behandlungsansätzen, das von minimalinvasiven Verfahren wie der Wasserstrahl-Ablation bis hin zum Einsatz spezifischer medikamentöser Therapien reicht. Im Zentrum der Diskussion steht dabei die Abkehr von standardisierten Eingriffen hin zu einer individuellen Patientenversorgung.

Personalisierte Behandlungsmodelle in der klinischen Praxis

Ein Beispiel für diesen Trend zur Individualisierung ist das Programm „IPB su misura“, das laut einem Bericht vom 22. September 2026 am ASST Santi Paolo e Carlo in Mailand gestartet wurde. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung (in Italienisch als IPB abgekürzt) maßgeschneidert auf den einzelnen Patienten abzustimmen.

Prof. Matteo Ferro unterstrich in diesem Zusammenhang, dass für die Wahl der optimalen Therapie nicht allein die physische Größe der Prostata ausschlaggebend sein sollte. Vielmehr müssten die spezifischen Symptome des Patienten, dessen allgemeine Lebensqualität sowie etwaige Begleiterkrankungen die Entscheidungsgrundlage bilden. Damit rückt die klinische Relevanz für den Betroffenen stärker in den Vordergrund der urologischen Behandlungsplanung.

Technologische Vielfalt der modernen Urologie

Das Spektrum der zur Verfügung stehenden Verfahren hat sich in den letzten Jahren deutlich erweitert. Im Rahmen personalisierter Konzepte wie in Mailand kommen verschiedene Technologien zum Einsatz, die sich in ihrer Invasivität und Wirkweise unterscheiden. Zu den minimalinvasiven Optionen gehören unter anderem:

  • Rez?m: Ein Verfahren, das mit Wasserdampf arbeitet.
  • iTIND: Ein temporär eingesetztes Implantat aus Nitinol.
  • Aquablation: Eine robotergestützte Wasserstrahl-Ablation.
  • HoLEP: Die laserbasierte Enukleation der Prostata.
  • RASP: Die roboterassistierte einfache Prostatektomie.
  • Prostata-Arterienembolisation: Ein interventioneller radiologischer Ansatz.

Zusätzlich bleiben klassische Methoden wie die transurethrale Resektion der Prostata (TURP) weiterhin Bestandteil des therapeutischen Portfolios, werden jedoch zunehmend durch die neueren, technologisch gestützten Alternativen ergänzt oder in spezifischen Fällen ersetzt.

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Erhalt der Lebensqualität und technologische Ausblicke

Ein wesentlicher Aspekt bei der Wahl des Verfahrens ist der Erhalt der sexuellen Funktion und der allgemeinen Lebensqualität nach dem Eingriff. Fachberichte weisen darauf hin, dass insbesondere Methoden wie Rez?m, iTIND und in Teilen auch die Aquablation die Ejakulationsfähigkeit häufiger erhalten können als traditionelle chirurgische Eingriffe. Dieser Faktor spielt bei der Patientenberatung eine zentrale Rolle, da er unmittelbare Auswirkungen auf die postoperative Zufriedenheit hat.

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Die Zukunft der Therapieplanung könnte zudem verstärkt durch digitale Werkzeuge unterstützt werden. Derzeit befinden sich Modelle der künstlichen Intelligenz (KI) in der Entwicklung, die darauf ausgelegt sind, den Erfolg von Behandlungen sowie mögliche Komplikationen im Vorfeld präziser vorherzusagen. Diese datengestützten Prognosemodelle sollen Ärzte künftig dabei unterstützen, die für den jeweiligen Patienten sicherste und effektivste Behandlungsmethode bereits vor dem Eingriff zu identifizieren.

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