Prostatakrebs: Abiraterone steigert Überleben von 4,6 auf 6,1 Jahre
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 09:01 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei der Behandlung des metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinoms liefern aktuelle Langzeitdaten neue Erkenntnisse für die klinische Praxis. Eine intensivierte Erstlinientherapie kann die Prognose von Betroffenen maßgeblich verbessern. Im Zentrum steht dabei die Kombination moderner Wirkstoffe mit etablierten Behandlungsstandards, wie die auf dem Fachkongress ESMO 2026 vorgestellten Langzeitergebnisse der PEACE-1-Studie verdeutlichen.
Langzeitergebnisse der PEACE-1-Studie
In der PEACE-1-Studie wurde an 1.172 Männern mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs untersucht, wie sich die Ergänzung der bisherigen Standardtherapie auswirkt. Die Zugabe von Abiraterone zu einer Hormontherapie und Chemotherapie verlängerte das Überleben der Patienten um fast zwei Jahre. In der gesamten Studienpopulation verringerte sich das Sterberisiko durch die Dreifachkombination um 25 Prozent.
Noch deutlicher fiel der Effekt in einer Teilauswertung von 710 Patienten aus, die eine Hormon- plus Chemotherapie erhielten: Hier reduzierte die zusätzliche Verabreichung von Abiraterone plus Prednison das Todesrisiko um 32 Prozent. Das mediane Überleben stieg in dieser Gruppe von 4,6 Jahren ohne Abiraterone auf 6,1 Jahre mit dem Wirkstoff.
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In ergänzenden Berichten wird der Anstieg des medianen Überlebens von circa 4,4 Jahren auf über 6 Jahre beziffert. Auch nach einer Beobachtungsdauer von acht Jahren blieb der Vorteil bestehen: Die Überlebensrate lag unter der Dreifachtherapie bei 40,3 Prozent, während sie in der Kontrollgruppe ohne Abiraterone 27,1 Prozent betrug.
Differenzierte Wirkung nach Krankheitsvolumen
Weitere Auswertungen einer Kohorte von 1.173 Männern mit de novo metastasiertem, kastrationssensitivem Prostatakrebs bei einem medianen Follow-up von 7,7 Jahren bestätigen den Nutzen des Ansatzes. Die Ergänzung der Standardtherapie aus Androgendeprivationstherapie und Docetaxel durch Abiraterone führte zu einem medianen Gesamtüberleben von 6,2 Jahren gegenüber 4,4 Jahren im Kontrollarm, was einer Hazard Ratio von 0,68 entspricht.
Allerdings zeigt die Analyse, dass nicht alle Patientengruppen gleichermaßen von der Intensivierung profitieren. Während bei Patienten mit einer sogenannten Hochvolumen-Erkrankung eine Risikoreduktion mit einer Hazard Ratio von 0,68 festgestellt wurde, ergab sich bei Betroffenen mit Niedrigvolumen-Erkrankung kein statistisch signifikanter Überlebensvorteil.
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Verträglichkeit und weiterführende Konzepte
Trotz der zusätzlichen medikamentösen Belastung stuften Fachleute die zusätzlichen Nebenwirkungen von Abiraterone, zu denen etwa Bluthochdruck und Kaliummangel gehören, als gering ein.
Für Patienten, die auf eine Standardtherapie nicht optimal ansprechen, werden bereits nachfolgende Behandlungsstrategien erprobt. Die Studie PEACE-6 Poor Responders plant die Untersuchung von 500 Männern mit de novo metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs, deren PSA-Wert nach sechs bis acht Monaten Standardtherapie bei 0,2 ng/mL oder höher liegt.
Geprüft werden soll der Einsatz von 177Lu-PSMA-617, mit dem Ziel, das Risiko für ein radiographisches Fortschreiten um 34 Prozent und das Sterberisiko um 27 Prozent zu senken. Die Daten unterstreichen den Trend, systemische Therapien frühzeitig und risikoadaptiert zu verbinden.
