Prostatakrebs-Diagnostik: MRT und PSMA-PET/ CT steigern Trefferquote auf 41 Prozent
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Diagnostik des Prostatakarzinoms gewinnt die molekulare Bildgebung zunehmend an Bedeutung. Aktuelle wissenschaftliche Berichte beschreiben, wie die Kombination aus MRT-Ergebnissen und PSMA PET/CT-gestĂŒtzten Biopsien die Erfolgsrate bei der Erkennung bösartiger GewebeverĂ€nderungen verbessert.
Das Verfahren setzt an einer bekannten Problematik herkömmlicher UntersuchungsablĂ€ufe an: Liegt ein negatives oder unklares MRT-Ergebnis vor, können bis zu 20â30 % der klinisch signifikanten Prostatakarzinome ĂŒbersehen werden.
Höhere Trefferquoten durch Kombination beider Verfahren
Detaillierte Einblicke liefert die prospektive Einzelzentrumsstudie FUPERMAN, die im September 2026 im Fachjournal Journal of Nuclear Medicine veröffentlicht wurde (DOI: 10.2967/jnumed.126.272108). In der Untersuchung wurden 63 MĂ€nner analysiert, deren vorausgegangene MRT-Untersuchung negativ oder unklar ausgefallen war. Ăber diese Studienkohorte berichtete unter anderem die Fachgesellschaft SNMMI.
Die Ergebnisse verdeutlichen die Vorteile einer gezielten Gewebeentnahme gegenĂŒber rein systematischen Verfahren. Eine systematische Biopsie allein wies bei 21 % der Studienpopulation Krebs nach. DemgegenĂŒber erzielte die PET/CT-gezielte Biopsie eine Nachweisquote von 37 %.
Wurden beide AnsĂ€tze kombiniert, erreichte die Erkennungsrate insgesamt 41 %. Wie Life Technology in diesem Kontext berichtete, fĂŒhrt das kombinierte Verfahren damit nahezu zu einer Verdopplung der Erkennungsrate im Vergleich zur rein systematischen Entnahme.
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Hohe SensitivitÀt bei aggressiven Karzinomen
Besonders ausgeprÀgt zeigte sich die Aussagekraft der PSMA-PET/CT bei schwerwiegenden Befunden: Das Verfahren lieferte bei 25 von 26 MÀnnern ein positives Ergebnis, bei denen spÀter tatsÀchlich ein klinisch signifikantes Prostatakarzinom diagnostiziert wurde. Zudem ergab die statistische Analyse, dass der Wert SUVmax unabhÀngig mit dem Vorliegen einer klinisch signifikanten Erkrankung assoziiert war.
Im Rahmen der Studie erhielten 11 der insgesamt 63 Teilnehmer zusĂ€tzlich eine dynamische Ganzkörper-PET. In dieser 11-Personen-Untergruppe stellten die Forscher unterschiedliche Stoffwechselmuster bei aggressiven LĂ€sionen fest, was zusĂ€tzliche Anhaltspunkte fĂŒr die Differenzierung von Tumorgewebe liefert.
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Relevanz gröĂerer Folgestudien
Trotz der ermutigenden Quoten bleiben die Ergebnisse vorerst an Limitationen gebunden. Die FUPERMAN-Studie war monozentrisch angelegt und umfasste eine vergleichsweise kleine Gruppe von Teilnehmenden. Um die beobachteten Erfolgsraten verlĂ€sslich zu bestĂ€tigen und den Stellenwert in der klinischen Routine breiter zu untermauern, sind nach EinschĂ€tzung der Fachwelt gröĂere multizentrische Studien erforderlich.
