Prostatakrebs: T-Zell-Engager senkt PSA-Wert bei 82 Prozent
15.06.2026 - 09:24:13 | boerse-global.de
Besonders fĂŒr MĂ€nner ergeben sich neue Perspektiven â von innovativen Immuntherapien bis zu KI-gestĂŒtzter Diagnostik.
T-Zell-Therapie zeigt starke Wirkung bei Prostatakrebs
Erste klinische Ergebnisse zum Wirkstoff VIR-5500 machen Hoffnung. Der sogenannte T-Zell-Engager soll das Immunsystem direkt gegen Tumorzellen lenken. An der Studie nahmen 58 MĂ€nner mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom teil.
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Besonders beeindruckend: In der höchsten Dosierungsgruppe (17 Patienten) sank der PSA-Wert bei 82 Prozent der Probanden um mindestens die HÀlfte. Bei mehr als der HÀlfte waren es 90 Prozent, bei knapp einem Drittel sogar 99 Prozent. Die Daten wurden auf dem ASCO-Symposium in San Francisco vorgestellt.
Studienleiter Johann de Bono berichtete von einem Einzelfall: Bei einem 63-jĂ€hrigen Patienten waren nach sechs Behandlungszyklen 14 Lebermetastasen nicht mehr nachweisbar. Die Nebenwirkungen blieben in 88 Prozent der FĂ€lle mild. De Bono zeigte sich ĂŒberzeugt, dass solche AnsĂ€tze langfristig zu Heilungen fĂŒhren könnten.
FDA-Zulassung fĂŒr Kombinationstherapie
Parallel dazu erteilte die US-Arzneimittelbehörde FDA am 13. Juni 2026 grĂŒnes Licht fĂŒr eine neue Kombination: Capivasertib (Handelsname Truqap), Abirateron und Prednison. Zugelassen ist die Therapie fĂŒr Patienten mit PTEN-defizientem, metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom.
Die zugrundeliegende Phase-III-Studie belegte eine Risikoreduktion fĂŒr radiologische Progression oder Tod um 19 Prozent. Das mediane progressionsfreie Ăberleben stieg auf 33,2 Monate â gegenĂŒber 25,7 Monaten in der Kontrollgruppe. Ein Zulassungsantrag fĂŒr die EU ist in PrĂŒfung.
Leberkrebs: JĂŒngere Patienten, neue Strategien
Mediziner beobachten einen demografischen Wandel: Leberkrebs trifft zunehmend Menschen zwischen 40 und 45 Jahren. Darauf wies Dr. Nguyen Ngoc Thao Mitte Juni 2026 auf einer Fachkonferenz hin. Als Hauptrisikofaktoren gelten Hepatitis B und C, Leberzirrhose, Fettleber sowie ErnÀhrungsgewohnheiten mit vielen frittierten oder gerÀucherten Speisen.
Die Behandlung setzt verstĂ€rkt auf multimodale AnsĂ€tze. Kombiniert werden Immuntherapie, anti-angiogene Medikamente, Chirurgie und Radiofrequenzablation. Ziel: Auch ursprĂŒnglich als irreversibel eingestufte Stadien in operabel ZustĂ€nde ĂŒberfĂŒhren.
Weltweit erste Kombination von Schwerionen- und Immuntherapie
Japanische Forscher des Chiba University Hospital veröffentlichten im Juni 2026 Ergebnisse einer Phase-Ib-Studie. Erstmals weltweit untersuchten sie die Kombination aus Schwerionentherapie und dualer Immuntherapie (Anti-PD-L1 und Anti-CTLA-4) bei fortgeschrittenem Leberzellkarzinom mit GefĂ€Ăinvasion. Bei 15 Patienten bestĂ€tigte sich die Sicherheit des Verfahrens.
KI berechnet Thymus-Gesundheit â und senkt Krebsrisiko
Neue Impulse kommen aus der kĂŒnstlichen Intelligenz. Eine in Nature veröffentlichte Studie der Harvard University stellt ein KI-Modell vor, das anhand von CT-Scans einen Score fĂŒr die Gesundheit des Thymus berechnet. Die Analyse von ĂŒber 25.000 Probanden ergab: Ein hoher Score korreliert mit signifikant niedrigerer Sterblichkeit und geringerem Krebsrisiko.
Konkret sank das Lungenkrebsrisiko um 36 Prozent. Bei Patienten unter Immuntherapie reduzierte sich das Progressionsrisiko um 37 Prozent.
Lichtschalter gegen ruhende Krebszellen
An der ETH ZĂŒrich entwickelten Forscher einen lichtgesteuerten molekularen Schalter. Das System aktiviert ruhende Lungenkrebszellen gezielt â und macht sie so fĂŒr bestehende Therapien angreifbar. Der Schalter markiert spezifische Rezeptoren fĂŒr den Abbau, gesundes Gewebe bleibt dank Lichtsteuerung verschont.
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Weitere ForschungsansÀtze
Wissenschaftler arbeiten zudem an der Schwachstelle sogenannter Zombie-Zellen â ĂŒber das Enzym GPX4. Auch Nanopartikel zur Verlangsamung aggressiver Krebsformen sind in der Entwicklung.
Bei Kopf-Hals-Karzinomen zeigte eine Phase-1-Studie zum onkolytischen Adenovirus VCN-01 in Kombination mit Immuntherapie ein medianes GesamtĂŒberleben von 17,3 Monaten.
