Prostatakrebs, TULSA-Metaanalyse

Prostatakrebs: TULSA-Metaanalyse erfasst 650 Patienten aus 13 Studien

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Metaanalyse bewertet TULSA-Ergebnisse; Telix und Profound kooperieren bei PET-Bildgebung und Prostataablation.

Prostatakrebs: MRT-Diagnostik, TULSA-Daten und neue Kooperation
Ein minimalistischer, klinischer Untersuchungsraum mit gedimmtem Licht und einer dunklen Bildgebungsstation. Illustration mit AI erstellt.

Die Erkennung und Behandlung von urologischen Erkrankungen, insbesondere des Prostatakarzinoms, durchlaufen durch moderne Bildgebungsverfahren und minimal-invasive Technologien einen stetigen Wandel. Neue klinische Berichte und wissenschaftliche Metaanalysen zeigen auf, wie die Verknüpfung hochauflösender Diagnostik mit zielgerichteten Therapien die Genauigkeit bei der Tumordetektion verbessert und die Patientenversorgung verändert.

Präzise Gewebeentnahme durch MRT-Fusionsbiopsie

Einen zentralen Stellenwert in der modernen Diagnostik nimmt die MRT-Fusionsbiopsie ein. Wie Prof. Dr. Cemil Ayd?n vom VM Medical Park Samsun darlegte, ermöglicht dieses Verfahren eine gezielte Gewebeentnahme aus auffälligen Arealen der Prostata.

Grundlage ist eine multiparametrische Prostata-Magnetresonanztomographie, deren digitale Bilddaten mit den Live-Aufnahmen eines Echtzeit-Ultraschalls überlagert werden. Auf diese Weise können verdächtige Bereiche präzise angesteuert werden.

Ayd?n betonte in diesem Zusammenhang, dass sich die gezielte Entnahme aus tumorsuspekten Zonen mit der herkömmlichen systematischen Probenentnahme kombinieren lässt. Zugleich unterstrich der Mediziner, dass weder ein erhöhter PSA-Wert noch ein auffälliger MRT-Befund für sich allein bereits die Diagnose Krebs begründen.

Vielmehr sei eine Gesamtschau erforderlich, in die der PSA-Wert, der Tastbefund, die MRT-Bilder sowie die Familienanamnese und individuelle Risikofaktoren einfließen. Die endgültige Diagnose werde unverändert erst durch die pathologische Untersuchung der entnommenen Gewebeproben gesichert.

Datenlage zu bildgestützten Ablationsverfahren

Parallel zur Biopsiediagnostik gewinnen bildgestützte therapeutische Eingriffe an Bedeutung. Eine in der Fachzeitschrift CardioVascular and Interventional Radiology publizierte systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von Arsalan Nadeem vom Allama Iqbal Medical College in Lahore untersuchte die MRT-gesteuerte transurethrale Ultraschallablation (TULSA) bei lokalisiertem Prostatakrebs.

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Die Auswertung umfasst 13 Studien mit insgesamt 650 Patienten, bei denen der technische Erfolg universell erreicht wurde. Schwere Komplikationen traten demnach bei 2 Prozent der Behandelten auf.

Hinsichtlich funktioneller Ergebnisse ergab die Analyse eine Kontinenzrate von 97 Prozent bei zuvor unbehandelten Patienten, während dieser Wert im Salvage-Setting bei 47 Prozent lag.

Der PSA-Wert sank im Mittel um 5,02 ng/mL, was einem Rückgang von 85 Prozent gegenüber dem Ausgangswert entspricht. Ein biochemisches Rezidiv wurde bei 13 Prozent der Patienten registriert, ein signifikantes Krebsrezidiv bei 22 Prozent und ein Fortschreiten zur Salvage-Therapie bei 14 Prozent.

Die Mehrheit der eingeschlossenen Patienten wies ein niedriges bis günstig intermediäres Risiko auf. Allerdings lag die mediane Nachbeobachtungszeit bei maximal 36 Monaten und blieb damit unter dem üblichen Horizont von fünf bis zehn Jahren.

Industriekooperationen und chirurgische Perspektiven

Die Verknüpfung bildgebender Modalitäten treiben auch Medizintechnik- und Pharmaunternehmen voran. Telix Pharmaceuticals und Profound Medical schlossen eine Partnerschaft, um die PSMA-PET-Bildgebung neben der MRT-gesteuerten Prostata-Ablation zu etablieren.

Neben Fortbildungsprogrammen für Urologen, Radiologen und Nuklearmediziner ist die Integration von PET-Daten in die Planungssoftware der TULSA-PRO-Plattform von Profound geplant. Ein Termin für die PET-MR-Fusion steht jedoch noch nicht fest, und gemeinsame klinische Studien wurden bisher nicht angekündigt.

Wirtschaftlich verzeichneten beide Akteure Zuwächse: Telix erzielte mit seiner Sparte Telix Precision Medicine im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 202 Millionen US-Dollar, was einem Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Das Portfolio umfasst die von der FDA zugelassenen Produkte Illuccix und Gozellix. Profound, dessen TULSA-PRO-System seit 2019 die FDA-Zulassung besitzt, gab für das dritte Quartal 2026 einen vorläufigen Umsatz von 9,8 bis 10 Millionen US-Dollar bekannt, verglichen mit 5,3 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2025.

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Ergänzend zu den ablativen Ansätzen bleibt die roboterassistierte Chirurgie ein wesentlicher Pfeiler bei urologischen Tumoren. Wie Serdar Yalç?n vom Ac?badem Bodrum Hastanesi erläuterte, verfolgt der Einsatz bei Prostatakrebs drei wesentliche Ziele: die onkologische Tumorkontrolle, die rasche Wiedererlangung der Kontinenz und den Erhalt der Sexualfunktion bei geeigneten Patienten.

Die Entscheidung über die Therapiemethode hänge stets von PSA-Werten, Biopsiebefunden, Bildgebung sowie dem Alter und Allgemeinzustand der Patienten ab.

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