Proteinprodukte, Umsätze

Proteinprodukte boomen: Umsätze springen um 21,5 Prozent

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 13:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Markt für eiweißreiche Lebensmittel wächst rasant. Konzerne wie Danone und Spezialisten profitieren gleichermaßen vom Trend.

Protein-Boom: Umsatzsprung bei Joghurt, Quark und Pulver
Modernes Meal-Prep mit gesunden, vorportionierten Mahlzeiten in Gläsern und Schalen auf einer Küchentheke. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Hunger nach Proteinen treibt die Lebensmittelbranche an. Vorportionierte Mahlzeiten und eiweißreiche Produkte sind längst keine Nische mehr – sie bestimmen das Wachstum im Einzelhandel.

High-Protein-Produkte: Umsatzsprung um über 20 Prozent

In den zwölf Monaten bis März 2026 stiegen die Umsätze mit Proteinprodukten in der „Weißen Linie“ – Joghurt, Quark und Skyr – um 21,5 Prozent. Zum Vergleich: Herkömmliche Produkte ohne Protein-Fokus legten nur um 2,2 Prozent zu. Die Kunden zahlen dafür kräftig drauf: Im Schnitt kostet ein Proteinprodukt 1,50 Euro, rund 40 Prozent mehr als der Standardpreis von 1,07 Euro.

Noch extremer fällt die Entwicklung bei Proteinpulver aus. Der Umsatz schnellte von 113 Millionen Euro im Juni 2024 auf 327 Millionen Euro im Juni 2026. Die Zahl der kaufenden Haushalte verdoppelte sich auf 5,1 Millionen – jeder achte Haushalt greift inzwischen zu. Haupttreiber sind die Generation Z und Millennials, deren Käuferanteile sich binnen zwei Jahren verdoppelten.

Meal Prep: Fertiggerichte im neuen Gewand

Parallel boomen vorportionierte Mahlzeiten. Anbieter wie FITTASTE und prepmymeal bedienen die Nachfrage nach gesunden Fertiggerichten. FITTASTE setzt auf ungekühlte Gläser mit 35 bis 40 Gramm Protein pro Portion, prepmymeal liefert gekühlte Schalen. Die Preise variieren zwischen 5,30 und knapp 10 Euro pro Portion – je nach Abnahmemenge.

Konzerne profitieren, Spezialisten finden ihre Nische

Danone meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von 13,9 Milliarden Euro – das vergleichbare Wachstum von 3,5 Prozent übertraf die Erwartungen. Auch Unilever legte organisch um 4,8 Prozent zu, getrieben durch höhere Absatzmengen.

Abseits der Großkonzerne finden Spezialisten ihre Nische. Der hessische Handkäse-Produzent Birkenstock vermarktet sein Produkt als natürliche „Proteinbombe“ – 30 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm bei geringem Fettanteil. Für Sommer 2026 meldet das Unternehmen ein Umsatzplus von 10 bis 20 Prozent und beliefert inzwischen alle großen deutschen Discounter und Supermarktketten.

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In Österreich zeigt sich die Bedeutung des Sektors ebenfalls deutlich. Die heimische Lebensmittelindustrie mit rund 200 Unternehmen erwirtschaftet ein Produktionsvolumen von 12 Milliarden Euro. Der Fokus liegt zunehmend auf Produkten, die neben Proteinen auch Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren oder Kollagen enthalten – der Trend zur Langlebigkeit („Longevity“) treibt die Entwicklung.

Gegentrend: Abnehmspritzen und Konsumzurückhaltung

Doch die Branche steht vor Herausforderungen. Ein bemerkenswerter Gegentrend zeichnet sich durch Medikamente zur Gewichtsreduktion wie Ozempic ab. In den USA nutzt bereits jeder achte Erwachsene solche Präparate. Erste Auswirkungen sind im Lebensmittelhandel spürbar: Betroffene Haushalte reduzieren ihre Ausgaben, Restaurants bieten kleinere Portionen an.

Die gesunkene Kaufkraft verschärft die Konsumzurückhaltung. In Urlaubsregionen wie dem spanischen Almería verzichten Touristen vermehrt auf Restaurantbesuche und kochen stattdessen in Ferienunterkünften selbst – die Supermärkte profitieren, die Gastronomie leidet.

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Ein problematisches Bild zeigt sich in der Gemeinschaftsverpflegung, besonders in Pflegeheimen. Der Fachverband VDAB weist darauf hin, dass für die tägliche Verpflegung eines Bewohners oft nur 6,50 bis 7,50 Euro zur Verfügung stehen. Experten warnen: Bei diesem Budget ist eine hochwertige Ernährung, die den Standards für Muskelaufbau und Immunsystem entspricht, kaum flächendeckend zu gewährleisten – obwohl die Eigenanteile der Heimbewohner massiv gestiegen sind.

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