Proteinriegel-Markt, Zuckeralkohole

Proteinriegel-Markt: Zuckeralkohole unter Druck

21.05.2026 - 12:48:33 | boerse-global.de

Studien belegen erhöhte Herz-Kreislauf-Risiken durch Xylit und Erythrit. Die EFSA prüft die Sicherheit von sechs Süßstoffen neu.

Proteinriegel-Markt: Zuckeralkohole unter Druck - Foto: über boerse-global.de
Proteinriegel-Markt: Zuckeralkohole unter Druck - Foto: über boerse-global.de

Doch ausgerechnet die zentralen Zutaten für die zuckerfreie Süße geraten ins Visier von Forschern und Behörden.

Jahrelang galten Zuckeralkohole wie Maltit, Xylit und Erythrit als Goldstandard für kalorienreduzierte Proteinriegel. Sie liefern Süße ohne Blutzuckerspitzen und passen perfekt in Low-Carb- und Keto-Diäten. Doch neue Studien stellen ihre Sicherheit infrage.

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Kardiovaskuläre Risiken entdeckt

Einen Wendepunkt markierte eine Studie der Cleveland Clinic vom Juni 2024. Forscher veröffentlichten im European Heart Journal Daten, die einen Zusammenhang zwischen hohen Xylit-Werten im Blut und einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zeigen. Die Analyse von über 3.000 Patienten ergab: Probanden mit den höchsten Xylit-Konzentrationen hatten ein signifikant höheres Risiko als jene mit den niedrigsten.

Labortests deuteten zudem darauf hin, dass Xylit die Blutplättchen-Verklebung verstärkt und so die Neigung zu Blutgerinnseln erhöht. Schon im Februar 2023 hatte eine Studie in Nature Medicine ähnliche Bedenken zu Erythrit bei über 4.000 Probanden aufgeworfen.

EFSA prüft sechs Süßstoffe neu

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) reagiert. Ein Bericht des Europaparlaments vom März 2026 bestätigt: Die Sicherheit von sechs Polyolen — Sorbit, Mannit, Isomalt, Maltit, Lactit und Xylit — wird derzeit neu bewertet. Alle diese Stoffe waren vor 2009 zugelassen und durchlaufen nun ein Update.

Bereits 2023 hatte die EFSA Erythrit unter die Lupe genommen. Ihr Urteil: Ein direkter Zusammenhang zwischen Konsum und Durchfall besteht. Zudem lag die geschätzte Aufnahme in einigen Bevölkerungsgruppen über der tolerierbaren Tagesdosis. Hersteller müssen seitdem bei einem Gehalt von über zehn Prozent Zuckeralkoholen auf die laxierende Wirkung hinweisen.

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Industrie sucht Alternativen

Die Branche reagiert mit einer Diversifizierung ihrer Rezepturen. Der Trend geht zu natürlichen Süßungsmitteln wie Mönchsfrucht-Extrakt und Allulose. Letztere ähnelt geschmacklich und funktionell dem Haushaltszucker, wird aber kaum verstoffwechselt.

Ein weiterer Schwerpunkt: Ballaststoffmischungen. Sie sorgen für die gewünschte Textur und fördern die Darmgesundheit. Messen wie die Natural Products Expo West im Frühjahr 2026 zeigten: Der Fokus wandert vom reinen Zuckerersatz hin zum ganzheitlichen Mikrobiom-Management. Während 35 Prozent der Hersteller im vergangenen Jahr neue Low-Sugar- oder Keto-Riegel auf den Markt brachten, setzten 28 Prozent verstärkt auf ballaststoffangereicherte Rezepturen. Ziel: die bei Polyolen häufigen Nebenwirkungen wie Blähungen und Bauchschmerzen minimieren.

Wirtschaftliche Herausforderungen

Für Hersteller bedeutet die Lage eine finanzielle und technologische Zerreissprobe. Zuckeralkohole wie Maltit sind schwer zu ersetzen: Sie liefern Masse, Feuchtigkeit und ein zuckerähnliches Mundgefühl. Eine Reformulierung erfordert komplexe Kombinationen aus verschiedenen Süß- und Füllstoffen, was die Rohstoffkosten in die Höhe treibt.

Dennoch bleibt die Investitionsbereitschaft hoch. Großunternehmen wie Cargill haben 2025 ihre Kapazitäten für Vorläuferstoffe von Zuckeralkoholen durch strategische Übernahmen gefestigt. Gleichzeitig treiben sie die Forschung an der nächsten Generation von Süßungslösungen voran.

Markt wächst auf acht Milliarden Dollar

Bis 2030 soll der Proteinriegel-Markt auf 8,01 Milliarden US-Dollar anwachsen. Die treibenden Kräfte werden weniger klassische künstliche Süßstoffe sein, sondern funktionale Inhaltsstoffe. Pflanzliche Proteinquellen wie Erbsen- oder Reisprotein in Kombination mit darmfreundlichen Süßungssystemen könnten die Marktführerschaft übernehmen.

Die regulatorische Landschaft wird sich weiter verschärfen. Sobald die EFSA ihre Bewertungen für Xylit und Maltit abschließt, müssen Hersteller nachlegen. Diejenigen, die jetzt in Alternativen investieren — die über die reine Kalorienreduktion hinausgehen und keine negativen Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-System oder Mikrobiom haben — dürften langfristig die Nase vorn haben.

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