Psoriasis-Arthritis: Bimekizumab hält die Krankheit drei Jahre in Schach
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer monoklonale IgG1-Antikörper Bimekizumab kann bei Psoriasis-Arthritis über einen Zeitraum von drei Jahren eine anhaltende Krankheitskontrolle ermöglichen. Wie Auswertungen des Herstellers UCB belegen, tritt diese langfristige Stabilisierung unabhängig davon ein, ob Betroffene zuvor bereits mit Biologika behandelt wurden oder biologika-naiv waren.
Umfassende Besserung von Gelenkschwellungen, Enthesitis und Daktylitis
Die langfristigen Erkenntnisse stützen sich auf ein Studienprogramm des Unternehmens, das die Untersuchungen BE OPTIMAL bei bDMARD-naiven Patienten, BE COMPLETE bei Personen mit vorherigem Versagen von TNF-Inhibitoren sowie die offene Verlängerungsstudie BE VITAL umfasst.
Insgesamt wurden 1.112 Patienten mit Psoriasis-Arthritis randomisiert, von denen 698 Personen subkutan Bimekizumab in einer Dosierung von 160 mg und 414 Personen ein Placebo erhielten.
Im dritten Behandlungsjahr verzeichnete die Auswertung bei 59,2 Prozent der Behandelten eine vollständige Auflösung geschwollener Gelenke sowie bei 34,6 Prozent ein komplettes Abklingen schmerzhafter Gelenke. Zudem erreichten 54,8 Prozent ein ACR50-Ansprechen.
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Deutliche Besserungen zeigten sich auch an Sehnenansätzen und Weichteilen: Eine vollständige Beseitigung der Enthesitis gelang bei 56 Prozent der Patienten mit entsprechendem Ausgangswert auf dem Leeds-Enthesitis-Index (LEI>0) und bei 55,5 Prozent gemessen am SPARCC-Index (SPARCC>0).
Eine vorbestehende Daktylitis bildete sich bei 68,6 Prozent der Betroffenen mit erhöhtem Ausgangsbefund (LDI>0) vollständig zurück. Unter der Therapie mit Bimekizumab traten seltene Fälle von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sowie Uveitis auf.
Ergänzend dazu belegten Daten der separaten Studie BE MOBILE 2 bei radiografischer axialer Spondyloarthritis (r-axSpA) einen Rückgang der spinalen Entzündung in Woche 16 um -7,3 gegenüber -0,3 unter Placebo.
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Probiotika bleiben in klinischen Untersuchungen ohne therapeutischen Nutzen
Während zielgerichtete immunmodulierende Therapien die Krankheitsaktivität senken können, zeigen ergänzende mikrobiombezogene Ansätze bislang keinen messbaren Erfolg.
Eine an einem österreichischen Universitätszentrum durchgeführte randomisierte Doppelblindstudie, die MEDIPSA-Studie, untersuchte den Einsatz eines Multispezies-Probiotikums aus Lactobacillus- und Bifidobacterium-Stämmen über zwölf Wochen bei Psoriasis-Arthritis. Das Ergebnis: Weder die klinische Krankheitsaktivität noch relevante Darmparameter verbesserten sich.
In die Auswertung flossen die Daten von 56 Erwachsenen mit mittlerer Aktivität (PASDAS 3,2–5,4) unter stabiler Immunmodulation ein, von denen 30 das Probiotikum und 26 ein Placebo erhielten. Das primäre Studienziel, ein PASDAS von 3,2 oder weniger, erreichten unter dem Probiotikum 43 Prozent der Teilnehmer im Vergleich zu 65 Prozent unter Placebo (p=0,167; OR 0,40; 95%-KI 0,13–1,18).
Weder beim Mikrobiom noch bei Markern wie Zonulin und Calprotectin oder den T-Zell-Profilen zeigten sich Unterschiede; unerwünschte Ereignisse lagen bei 19 Prozent in der Probiotika-Gruppe gegenüber 21 Prozent unter Placebo. Die Veröffentlichung der Studie erfolgte am 1. Oktober 2026 in der Fachzeitschrift Rheumatology (Oxford).
Auf dem Deutschen Psoriasis-Tag in Erlangen am 24. Oktober 2026 bekräftigte Prof. Sticherling diesen Befund: Eine große Untersuchung habe gezeigt, dass Probiotika keine wirkliche Änderung des Psoriasis-Krankheitsbildes bewirken.
