Psychische Erkrankungen: 184 Fehltage pro 100 Versicherte im H1
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 07:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die mentale Gesundheit wird zum dominierenden Faktor im Arbeitsleben. Aktuelle Daten der DAK zeigen: Psychische Erkrankungen haben erstmals Atemwegserkankungen als häufigste Ursache für Fehlzeiten überholt.
Rekordwerte bei psychisch bedingten Fehltagen
Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete die Krankenkasse 184 Fehltage pro 100 Versicherten aufgrund psychischer Leiden. Das ist ein Anstieg von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die durchschnittliche Krankschreibungsdauer liegt bei 9,7 Tagen.
Zum Vergleich: Atemwegserkrankungen kamen auf 175 Fehltage, Muskel-Skelett-Beschwerden auf 174 – beide leicht rückläufig oder stagnierend. Der allgemeine Krankenstand beträgt 5,3 Prozent.
Experten sehen die Ursachen vor allem in Leistungsdruck, Personalmangel und allgemeinen Unsicherheiten. Besonders ältere Arbeitnehmer fehlen häufiger und länger, aber auch Jüngere sind betroffen.
Fokus lässt sich trainieren
Gute Nachrichten: Aufmerksamkeit ist keine angeborene Eigenschaft, sondern eine erlernbare Fähigkeit. Eine Studie in der Fachzeitschrift eNeuro (Kim et al., 2025) belegt das eindrucksvoll.
69 Erwachsene zwischen 18 und 80 Jahren trainierten 30 Tage lang täglich 10 bis 15 Minuten mit einer Achtsamkeits-App. Per Eye-Tracking maßen Forscher eine messbare Verbesserung der Aufmerksamkeitskontrolle – unabhängig vom Alter.
Regelmäßige mentale Übungen steigern also die geistige Klarheit und reduzieren die Ablenkbarkeit im Alltag.
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Wege zu mehr innerer Ruhe
Was hilft konkret? Branchenbeobachter nennen mehrere Ansätze: bewusstes Atmen, die Akzeptanz von Unvollkommenheit und das Loslassen überhöhter Erwartungen. Auch Dankbarkeit und Zeit in der Natur wirken ausgleichend.
Immer mehr Menschen suchen zudem gemeinschaftliche Angebote. Eine Psychotherapeutin in Dortmund organisierte im Juli 2026 einen Frauenkreis mit Meditation, Atemübungen und Körperarbeit. Ziel: ein geschützter Raum für Austausch und Entspannung.
Auch die Kirchen reagieren auf die Zunahme von Einsamkeit und Stress. Pilgerwanderungen, Pfarrcafés oder spezielle Gottesdienste – etwa Ende Juli am Keutschachersee oder Anfang August in Metnitz – sollen soziale Kontakte fördern und Ruhe bieten.
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Gehirngesundheit beginnt im Alltag
Zum Welttag des Gehirns am 22. Juli 2026 rückten präventive Maßnahmen in den Fokus. Experten betonen: Regelmäßige Bewegung, geistige Aktivität und soziale Interaktion stärken das Gedächtnis und senken das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen.
Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Im Bereich der Herz-Kreislauf-Prävention, die eng mit der Gehirngesundheit verknüpft ist, laufen Informationskampagnen. Ende Juli bietet etwa der Karlsruher Marktplatz Beratungen zu Blutdruck- und Blutzuckermessungen sowie Thrombose-Prophylaxe.
Die Bewältigung von Stress und der Erhalt mentaler Klarheit brauchen beides: individuelle Kompetenzentwicklung und gesellschaftliche Unterstützungsangebote.
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