Psychische Erkrankungen: 9% Zuwachs – erstmals häufigster Grund
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 06:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Doch die Ursachen verschieben sich dramatisch: Psychische Leiden verzeichnen einen Zuwachs von neun Prozent und sind erstmals der häufigste Grund für Krankschreibungen.
Fehlzeiten verändern ihr Gesicht
Die aktuellen Daten des DAK-Reports für das erste Halbjahr 2026 zeigen eine klare Tendenz. Während Atemwegserkrankungen um 21 Prozent zurückgingen, legten psychische Erkrankungen um neun Prozent zu. Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung stieg leicht auf 9,7 Tage.
Branchenexperten sehen die Ursachen in einer Mischung aus Leistungsdruck, Personalmangel und allgemeiner Verunsicherung. Das bringt Präventionsmaßnahmen ins Spiel – und die Forschung liefert erste konkrete Ansätze.
Training fĂĽr den Kopf: Was wirklich hilft
Eine Studie der Universität Liechtenstein untersuchte, ob digitales Training Führungskräfte widerstandsfähiger macht. 244 Personen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein nahmen teil. Die Hälfte absolvierte ein sechswöchiges Online-Training in Achtsamkeit und Selbstführung.
Das Ergebnis: Resilienz, Selbstwirksamkeit und SelbstfĂĽhrung verbesserten sich signifikant. Das subjektive Stressempfinden sank messbar. Die Kontrollgruppe ohne Training zeigte keine Fortschritte.
Doch es gibt einen Haken: Die Abbruchquote lag bei rund 50 Prozent. Offenbar ist es eine logistische Herausforderung, solche Programme in den Arbeitsalltag von Führungskräften zu integrieren.
Der ständige Spagat zwischen Leistungsdruck und mentaler Gesundheit fordert Führungskräfte heute mehr denn je. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Sie dabei, Ihren Arbeitsalltag stressfreier zu gestalten und mit 5 Sofortmaßnahmen wieder mehr persönliche Ausgeglichenheit zu gewinnen. Work-Life-Balance E-Book kostenlos herunterladen
Zehn Minuten täglich reichen aus
Ergänzende Forschung aus dem Jahr 2025 liefert weitere Belege. Eine in der Fachzeitschrift eNeuro veröffentlichte Studie mit 69 Erwachsenen zeigte: Bereits zehn bis fünfzehn Minuten tägliches Training über 30 Tage verbessern die Aufmerksamkeitskontrolle. Per Eye-Tracking wurden schnellere Reaktionszeiten und bessere Konzentrationsfähigkeit nachgewiesen – über alle Altersgruppen hinweg.
Kognitive Fähigkeiten sind also keine angeborenen Talente, sondern trainierbar.
KI als Coach: Vielversprechende Ergebnisse
Neben klassischen Online-Kursen gewinnen KI-basierte Systeme an Bedeutung. Forscher der University of California San Diego testeten einen KI-Chatbot mit beeindruckendem Ergebnis: Depressive Symptome sanken um 51 Prozent, Angstzustände um 31 Prozent.
Das passt zur strategischen Ausrichtung der Wirtschaft. Laut einer Horváth-Studie, für die zwischen April und Juni 2026 knapp 100 Vorstände in Österreich befragt wurden, ist die KI-Transformation die zweitwichtigste Priorität – direkt hinter der Kosten- und Profitabilitätssteigerung. Nachhaltigkeit und Unternehmenskultur landeten weiter hinten. Ein potenzieller Zielkonflikt zwischen Effizienzdruck und mentaler Gesundheit zeichnet sich ab.
Wenn der Urlaub krank macht
Das Phänomen „Leisure Sickness“ zeigt die Dringlichkeit des Thema. 72 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland kennen es: Stresssymptome wie Müdigkeit oder Kopfschauen treten auf, sobald die Ruhephase beginnt. Besonders Beschäftigte unter 25 Jahren fühlen sich verpflichtet, auch in der Freizeit erreichbar zu sein.
Wenn das Abschalten nach der Arbeit schwerfällt, liegen die Ursachen oft in psychologischen Mustern, die wirksam verändert werden können. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, wie Sie durch psychologische Sicherheit und gezielte Motivation nicht nur Ihre eigene Resilienz, sondern auch die Ihres Teams stärken. Psychologische Grundlagen für wirksame Führung jetzt sichern
Die Forschung legt nahe: Digitale Kompetenzen zur Selbstführung könnten hier präventiv wirken. Die Handwerkskammer Mannheim greift das auf und bietet Anfang August 2026 ein Webseminar zur Neuausrichtung der Führung im Rahmen von „New Work“ an.
Die Frage bleibt: Wie lassen sich resilienzfördernde Maßnahmen in den Arbeitsalltag integrieren, bevor die nächste Krankschreibung kommt?
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
