Psychische Erkrankungen: +9% Zuwachs – neuer Spitzenreiter bei Krankmeldungen
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 01:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Extreme Temperaturen setzen Rettungsdienste unter Druck, während psychische Erkrankungen erstmals die häufigste Ursache für Krankschreibungen sind.
Hitzewelle mit tödlichen Folgen
Ende Juni und Anfang Juli erfasste eine extreme Hitzewelle weite Teile Deutschlands. Die Folgen waren dramatisch: In Berlin stiegen die Rettungseinsätze um 23 Prozent. In Spandau lag die Zunahme sogar bei 40 Prozent. Rund 15.500 Einsätze verzeichnete die Hauptstadt in dieser Zeit – etwa 3.000 direkt durch die Hitze verursacht.
Bundesweit forderte die Hitzeperiode über 4.000 Todesopfer. Andere Schätzungen gehen von bis zu 5.100 hitzebedingten Todesfällen aus. Die Temperaturen erreichten Spitzenwerte von über 41 Grad Celsius.
Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch
Der DAK-Report für das erste Halbjahr 2026 zeigt eine tiefgreifende Verschiebung: Psychische Erkrankungen legten um 9 Prozent zu und sind nun der häufigste Grund für Krankschreibungen. Atemwegserkrankungen sanken dagegen um 21 Prozent.
Der allgemeine Krankenstand lag bei 5,3 Prozent. Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung stieg leicht auf 9,7 Tage. Fachleute sehen die Ursachen in anhaltend hohem Leistungsdruck, Personalmangel und gesellschaftlicher Unsicherheit. Hinzu kommt die Sorge vor Reformen, die den Zugang zu Psychotherapien erschweren könnten.
Jeder Hitzetag kostet 431 Millionen Euro
Psychische Erkrankungen sind der häufigste Grund für Krankschreibungen – und der Krankenstand liegt bei 5,3 Prozent. Jeder Hitzetag kostet die Wirtschaft 431 Millionen Euro. Wer jetzt nicht handelt, verliert Produktivität und Fachkräfte. Dieser Report liefert die entscheidenden Stellschrauben: von der psychischen Gesundheits-Checkliste bis zum Hitzeschutz-Fahrplan. Jetzt kostenlosen HR-Report anfordern
Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) berechnet: Jeder Hitzetag kostet die Wirtschaft 431 Millionen Euro. Eine Umfrage zeigt: Jeder dritte Beschäftigte fühlt sich durch die hohen Temperaturen stark belastet. Besonders hart trifft es Arbeitnehmer unter Zeitdruck und bei körperlich schwerer Arbeit.
DGB-Chefin Yasmin Fahimi fordert eine ganzheitliche Hitzeschutz-Strategie. Dazu gehören ein Hitze-Ausfallgeld für Branchen, in denen Arbeiten bei Extremtemperaturen unmöglich ist. Auch bessere Schutzmaßnahmen wie Verschattung, kostenlose Getränke und eine gelockerte Kleiderordnung sind nötig.
Kommunen am Limit
Die Hitzewellen offenbaren massive Defizite in der öffentlichen Infrastruktur. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) bezeichnet Hitzeschutz als Aufgabe der Daseinsvorsorge. Der Investitionsrückstand der Kommunen liegt bei 231,2 Milliarden Euro – bei einem Finanzierungsdefizit von 31,9 Milliarden Euro.
Besonders kritisch: Fördergelder fließen oft nur für ökologische Maßnahmen wie Begrünungen. Für den Einbau von Lüftungs- oder Klimaanlagen in Bestandsbauten gibt es kein Geld. Viele Kitas in Sachsen sind baulich nicht auf langanhaltende Hitzeperioden vorbereitet.
Krankenhausreform und Wasserversorgung
Die Hitzewelle hat gezeigt: Jeder dritte Beschäftigte fühlt sich stark belastet – und psychische Erkrankungen legen um 9 Prozent zu. Unternehmen ohne Hitzeschutz-Strategie zahlen doppelt: höhere Fehlzeiten und sinkende Produktivität. Erfahren Sie, wie Sie mit gezielten Maßnahmen den Krankenstand senken und Ihre Belegschaft schützen. Hitzeschutz- und Gesundheits-Report jetzt sichern
Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch kündigt für September 2026 entscheidende Weichenstellungen an. Ab Oktober sollen Bescheide über künftige Leistungsgruppen an die Kliniken gehen. Ziel ist eine stärkere Zentralisierung und Spezialisierung. Ab 2027 sind spürbare Veränderungen in der Kliniklandschaft zu erwarten – geplant sind acht bis zehn Regionalkliniken.
Parallel dazu steigt die Belastung der Wasserversorgung. In Hessen wurden im Juni neue Rekordwerte bei der Wasserabgabe erreicht. Um die Versorgungssicherheit bis 2040 zu gewährleisten, fordern Versorger einen massiven Ausbau der Infiltrationskapazitäten für Brauchwasser.
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