Psychische Erkrankungen: Erstmals mehr Fehltage als Atemwegsinfekte
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 13:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rund 150 Millionen Menschen in der EU leiden an psychischen Störungen. Das sind 20 Prozent der Bevölkerung – und die Zahlen steigen.
Angststörungen machen mit 40 Prozent den größten Anteil aus, gefolgt von Depressionen (20 Prozent) und Suchterkrankungen (17 Prozent). Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen sind enorm.
Psychische Leiden überholen Erkältungen als Krankmacher Nummer eins
Erstmals haben psychische Erkrankungen Atemwegsinfekte als häufigsten Grund für Krankschreibungen abgelöst. Das zeigt ein aktueller Bericht der DAK-Gesundheit vom Juli 2026.
Während Fehltage wegen Atemwegserkrankungen um 21 Prozent sanken, stiegen psychisch bedingte Ausfälle um 9 Prozent. Pro 100 Versicherte kommen nun 184 Fehltage zusammen.
Auch in Österreich zeichnet sich dieser Trend ab. Der Fehlzeitenreport 2025 zeigt zwar einen Rückgang der Krankenstandstage um 2,7 Prozent auf 14,7 Tage pro Beschäftigtem. Doch psychisch bedingte Ausfälle nehmen langfristig zu.
Eine PwC-Studie bestätigt: 63 Prozent der Befragten berichten von gestiegener psychischer Belastung. Arbeitnehmervertreter fordern deshalb lebensphasenorientierte Arbeitsmodelle und mehr Personal.
EU will soziale Medien für Kinder einschränken
Psychische Erkrankungen haben Atemwegsinfekte als häufigsten Krankschreibungsgrund abgelöst – mit 184 Fehltagen pro 100 Versicherte. Wer jetzt nicht handelt, verliert nicht nur Produktivität, sondern auch Fachkräfte. Dieser Report liefert Ihnen die Checkliste zur psychischen Gefährdungsbeurteilung und einen 3-Schritte-Plan für betriebliches Mentaltraining. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) fordert eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für algorithmusbasierte soziale Medien. Die Experten verlangen zudem eine strikte Nachweispflicht für Plattformanbieter.
Auch das Nutzungsverhalten der Eltern wird als Risikofaktor für Kinder identifiziert. Die EU-Kommission reagiert: 20 Präventionsprogramme sollen gezielt gegen psychische Belastungen wirken.
Parallel dazu überarbeitet die EU den Aktionsplan zum Europäischen Pfeiler der sozialen Rechte. Bis 2030 soll die Erwerbstätigenquote auf 78 Prozent steigen, die Armutsgefährdung deutlich sinken.
Coaching per App und KI gegen Burnout
Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf setzt auf digitale Hilfe. „StudyWell“ ist ein E-Coaching-Programm zur Stressbewältigung für Studierende. Das erste Modul läuft bereits, ein zweites folgt zum Wintersemester 2026/27.
Das Angebot ist anonym – das soll Hemmschwellen senken. Auch im betrieblichen Arbeitsschutz zeichnet sich ein Wandel ab. Dienstleister wie BG prevent integrieren verstärkt kognitive und mentale Aspekte.
63 Prozent der Beschäftigten berichten von gestiegener psychischer Belastung – das zeigt eine aktuelle PwC-Studie. Gleichzeitig fordert die EU neue Präventionsprogramme. Mit unserem Report erhalten Sie ein kostenloses E-Coaching-Programm für Ihre Mitarbeiter und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umsetzung der gesetzlichen Gefährdungsbeurteilung. Präventions-Report jetzt sichern
In Entwicklung sind digitale Tools zur Gefährdungsbeurteilung, die per KI Belastungen frühzeitig erkennen sollen. Die Stadt Graz bündelt psychosoziale Dienste in einem digitalen Stadtplan.
Höhepunkt ist der Tag der seelischen Gesundheit am 15. Oktober 2026. Doch trotz dieser Fortschritte gibt es Warnungen: Budgetkürzungen in der Arbeitsmarktintegration könnten Projekte für psychisch Vorerkrankte gefährden.
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