Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen: Neue Plattform integriert Mental Health Check

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 09:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Klenico Health integriert Mental Health Check in HealthCard. Psychische Erkrankungen sind nun häufigster Krankschreibungsgrund in Deutschland.

Psychische Gesundheit: Neue Partnerschaft und digitale Lösungen im Fokus
Digitales Tablet mit einer medizinischen Benutzeroberfläche zur Anzeige von Daten zur psychischen und physischen Gesundheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens erweitert den Fokus: Immer mehr Systeme binden psychische Gesundheitsdaten ein. Neue Partnerschaften und Gesetze in der DACH-Region treiben diesen Wandel voran.

Mental Health Check kommt auf die HealthCard

Klenico Health, ein Spin-off der Universität Zürich, und MedicalSwitzerland haben im Juli 2026 eine strategische Partnerschaft bekannt gegeben. Die Kooperation integriert einen spezifischen Mental Health Check in die bestehende HealthCard-Plattform. Nutzer können künftig sowohl physische als auch psychische Gesundheitsdaten an einem zentralen Ort verwalten.

Der Bedarf ist enorm: Eine AXA-Studie aus dem Jahr 2026 zeigt, dass in der Schweiz etwa jeder vierte Mensch an einer psychischen Erkrankung leidet. Bei jungen Erwachsenen liegt die Quote sogar bei 39 Prozent. Das Bundesamt für Gesundheit beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten auf jährlich über 7 Milliarden CHF. Die Technologie soll niederschwelligen Zugang zu Unterstützungsangeboten schaffen.

Psychische Erkrankungen überholen Atemwegsinfektionen

Ein DAK-Bericht vom Juli 2026 bestätigt den Trend: Psychische Erkrankungen haben Atemwegsinfektionen als häufigste Krankschreibungsursache abgelöst. Während Fehlzeiten wegen Atemwegserkrankungen um 21 Prozent sanken, stiegen psychisch bedingte Ausfälle um 9 Prozent.

Die durchschnittliche Krankschreibungsdauer ist ebenfalls leicht gestiegen. Hinzu kommt eine drohende Versorgungslücke: Das IGES-Institut prognostiziert, dass bis 2040 etwa jeder fünfte Hausarztsitz unbesetzt bleiben könnte. Digitale Selbstmanagement-Tools gewinnen damit an Bedeutung, um die bestehende Infrastruktur zu entlasten.

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GeDIG und der elektronische Medikationsplan

Das Bundeskabinett hat im Juli 2026 das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) beschlossen. Es stabilisiert die Telematikinfrastruktur und stärkt die Befugnisse der gematik. Krankenkassen erhalten erweiterte Möglichkeiten, ePA-Anwendungen für gezielte Präventionshinweise zu nutzen.

Seit Mitte Juli 2026 läuft in Franken, Hamburg und Teilen Nordrhein-Westfalens die Pilotierung des elektronischen Medikationsplans (eMP). Er ergänzt den bisherigen elektronischen Medikations-Link (eML) und bietet einen strukturierten Überblick über verordnete Medikamente sowie bekannte Allergien. Anspruch haben Patienten mit mindestens drei verordneten Medikamenten – das betrifft rund 36 Prozent der gesetzlich Versicherten.

Apothekenverbände und Software-Anbieter haben im Juli 2026 eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen. Schwerpunkte sind die automatische Erkennung von Wechselwirkungen und die Übernahme von Dosierungsinformationen bei Medikamentenaustausch.

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Kritik an Datennutzung durch Krankenkassen

Trotz der Fortschritte äußern Standesorganisationen wie die Bundesärztekammer und der Hartmannbund Bedenken. Sie mahnen an, dass die Entscheidungshoheit über Gesundheitsdaten primär bei Patienten und behandelnden Ärzten verbleiben müsse. Die ärztliche Autonomie dürfe nicht untergraben werden.

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