Psychische Erkrankungen verdoppelt: 6,6 Tage pro Beschäftigtem
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 19:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Auszeichnung unterstreicht den Trend zu digitalen Lösungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM).
Die Stadtverwaltung mit rund 12.000 Mitarbeitenden in 46 Ämtern setzt auf eine Mischung aus Technologie und persönlicher Betreuung. KI-gestützte Ergonomie-Coaches und Virtual-Reality-Angebote gehören ebenso zum Programm wie eine E-Sport-Betriebssportgemeinschaft.
Besonders stark investiert Düsseldorf in die psychische Gesundheit: Rund 300 Beschäftigte wurden als Ersthelfende für psychische Gesundheit ausgebildet. Sie sollen frühzeitig Unterstützung im Arbeitsalltag bieten können.
Krankenstand in der Autoindustrie auf Rekordniveau
Die Dringlichkeit solcher Maßnahmen zeigen aktuelle Zahlen der AOK Rheinland/Hamburg. In der Automobilzulieferbranche erreichte der Krankenstand 2025 einen Rekordwert von 8,94 Prozent. Zum Vergleich: Der branchenübergreifende Durchschnitt lag bei 7,01 Prozent.
Psychische Erkrankungen sind ein Haupttreiber dieser Entwicklung. Entfielen 2017 noch 3,2 Kalendertage pro Beschäftigtem auf psychische Leiden, waren es 2025 bereits 6,6 Tage. Eine Verdoppelung innerhalb weniger Jahre.
Die Verdoppelung psychischer Fehltage auf 6,6 Tage pro Beschäftigtem belastet Ihre Produktivität und Ihr Betriebsklima. Dieser Report zeigt, wie Sie mit konkreten Maßnahmen gegensteuern – von KI-gestützten Angeboten bis zur Vorlage für den BGM-Förderpreis. Jetzt kostenlosen BGM-Report anfordern
Die Industrie reagiert mit speziellen Angeboten: Vor-Ort-Impulse in Schichtbetrieben und Programme zur mentalen Regeneration sollen die Fehlzeiten senken.
Präventionskurse zeigen messbare Erfolge
Das BQS-Institut hat im Auftrag des GKV-Spitzenverbands 172 Präventionskurse evaluiert. Bei rund 20 Prozent der Teilnehmenden besserten sich Beschwerden des Bewegungsapparats nachhaltig. Knapp 14 Prozent steigerten ihren allgemeinen Gesundheitszustand und blieben dauerhaft körperlich aktiver.
Förderpreis lockt mit 60.000 Euro
Präsentismus durch Krankschreibungspflicht ist ein unterschätztes Risiko: Mitarbeiter kommen krank zur Arbeit, Fehlerquote und Fluktuation steigen. Unser Leitfaden liefert eine KI-gestützte BGM-Strategie, die psychische Belastung frühzeitig erkennt und senkt. KI-BGM-Leitfaden jetzt sichern
Die DAK-Gesundheit hat die Anmeldefrist für den Deutschen BGM-Förderpreis 2026 bis zum 18. Juli verlängert. Gesucht werden digitale und zukunftsfähige Konzepte für gesunde Arbeit. Die Preisverleihung mit Sachleistungen im Gesamtwert von 60.000 Euro findet Ende September in Köln statt.
Parallel dazu diskutiert die Politik über eine verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag. Experten warnen jedoch vor Risiken: Der sogenannte Präsentismus – Mitarbeitende erscheinen trotz Krankheit zur Arbeit – könnte zunehmen. Auch eine zusätzliche Belastung der Hausarztpraxen sei zu befürchten.
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