Psychische, Gewalt

Psychische Gewalt: Fast jede zweite Frau betroffen, unter 5% zeigen an

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien dokumentieren psychische Gewalt, digitalen und schulischen Stress sowie neue TherapieansÀtze bei chronischen Schmerzen und Schizophrenie.

Psychische Gewalt und Jugendstress: Studien zeigen Folgen und Hilfe
Ein leerer Holzstuhl in einem spĂ€rlich beleuchteten, leeren Raum, der eine AtmosphĂ€re von Einsamkeit und Stille vermittelt. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Untersuchungen und Berichte beleuchten die weitreichenden Folgen von psychischer Gewalt in Partnerschaften sowie die Belastungen durch sozialen Stress bei Jugendlichen. Die Daten verdeutlichen, dass emotionale Gewalt oft verharmlost wird, obwohl sie langfristig schwerwiegende gesundheitliche BeeintrÀchtigungen nach sich ziehen kann.

Ausmaß psychischer Gewalt in privaten Beziehungen

Berichte von SWR Kultur weisen darauf hin, dass fast jede zweite Frau und rund 40 % der MĂ€nner bereits Erfahrungen mit psychischer Gewalt in toxischen Partnerschaften gemacht haben.

Trotz der hohen Betroffenenzahlen werde diese Form der Gewalt hÀufig unterschÀtzt. ErgÀnzend dazu lieferte die im Februar 2026 veröffentlichte Dunkelfeldstudie LeSuBiA Erkenntnisse zur Anzeigequote. Demnach liegt die Bereitschaft, psychische oder körperliche Gewalt zur Anzeige zu bringen, bei unter 5 %.

Die Bundesfachberatungsstelle Gewalt gegen MĂ€nner (BFKM) wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass MĂ€nner hĂ€ufiger von Gewalt betroffen seien als bisher öffentlich wahrgenommen. Um Betroffenen diskrete Hilfe zu ermöglichen, stellt die Organisation kostenlose Informationsmaterialien wie Abreißzettel zur VerfĂŒgung.

FĂŒr Opfer hĂ€uslicher Gewalt bietet das Westpfalz-Klinikum eine vertrauliche Spurensicherung an. Dieses Verfahren ermöglicht es, gerichtsfeste Beweise ohne unmittelbare Anzeigeerstattung zu dokumentieren und die Befunde ĂŒber mehrere Jahre aufzubewahren.

Ein hoher Bedarf an UnterstĂŒtzung zeigt sich zudem in Brandenburg, wo eine Traumaberatung fĂŒr DDR-Opfer eine hohe Nachfrage und Wartelisten verzeichnet. Die Betroffenen leiden hĂ€ufig unter posttraumatischen Belastungsstörungen, die durch Psychoterror, Haft oder RufschĂ€digung ausgelöst wurden.

Belastungsfaktoren im Jugendalter und Einfluss sozialer Medien

Ein wesentlicher Teil der aktuellen Forschung widmet sich der psychischen Gesundheit von Jugendlichen. Laut dem TK-Social-Media-Report befĂŒrworten 55 % der 12- bis 17-JĂ€hrigen ein Verbot sozialer Medien, wobei 47 % eine Altersgrenze bis 14 Jahre und 8 % ein generelles Verbot unterstĂŒtzen.

Anzeige

Dauerstress und emotionale Belastungen können das Nervensystem massiv ĂŒberfordern und zu chronischer Erschöpfung fĂŒhren. Dieser kostenlose Report enthĂŒllt, wie Sie Ihren körpereigenen „Gesundheitsschalter“ ganz einfach selbst aktivieren und so fĂŒr mehr innere Balance sorgen. Vagusnerv-Ratgeber inkl. Trainingsvideo kostenlos anfordern

Die Umfrage zeigt eine Korrelation zwischen der Nutzungsdauer und dem Wohlbefinden: WĂ€hrend bei einer Nutzung von einer bis zwei Stunden tĂ€glich etwa 20 % der Befragten oft ĂŒber schlechte Laune klagten, stieg dieser Anteil bei einer Nutzung von mehr als vier Stunden auf 49 %. Auch Schlafprobleme traten in der Gruppe mit hoher Nutzungsdauer mit 38 % deutlich hĂ€ufiger auf als bei moderater Nutzung (14 %).

Trotz dieser negativen Begleiterscheinungen bewerteten 80 % der Jugendlichen die sozialen Medien grundsÀtzlich positiv. TK-Chef Baas merkte dazu an, dass ein pauschales Verbot zu kurz greife. Neben der digitalen Belastung stellt der schulische Bereich einen massiven Stressfaktor dar.

Die Sinus-Jugendstudie 2025/2026 im Auftrag der BARMER zeigt, dass 33 % der Jugendlichen bundesweit durch Schulstress stark beeintrĂ€chtigt sind. Besonders betroffen sind MĂ€dchen mit 42 %, wĂ€hrend der Anteil bei Jungen bei 25 % liegt. In der Region Berlin und Brandenburg liegt der Wert mit 35 % leicht ĂŒber dem Bundesdurchschnitt.

Klinische Befunde und gesellschaftliche Herausforderungen

Die Auswirkungen von Stress und Gewalt manifestieren sich auch in klinischen Daten und sozialen Statistiken. Eine in der Fachzeitschrift NeuroImage: Clinical veröffentlichte Studie untersuchte 30 chronische Schmerzpatienten und stellte VerĂ€nderungen in der Großhirnrinde fest, insbesondere in Regionen, die fĂŒr Schmerzverarbeitung und Emotionen zustĂ€ndig sind.

Anzeige

Wer sich mit den Auswirkungen von Belastungen auf den Körper befasst, erkennt schnell, wie wichtig eine aktive Entspannung fĂŒr die langfristige Gesundheit ist. Ein kostenloser PDF-Ratgeber zeigt Schritt fĂŒr Schritt, wie Sie Ihre SelbstheilungskrĂ€fte in nur wenigen Minuten tĂ€glich aktivieren und Stress auf natĂŒrlichem Weg entgegenwirken können. Kostenlosen Ratgeber zur Stressreduktion herunterladen

Ob diese VerÀnderungen Ursache oder Folge der Schmerzen sind, bleibt Gegenstand der Forschung. Der Forscher Stefan Reber untersucht zudem die biologischen Prozesse hinter der Stress-Resilienz und sieht ZusammenhÀnge mit dem Immunsystem und dem Mikrobiom.

In Berlin stieg die Zahl der Verfahren zur KindeswohlgefĂ€hrdung im Jahr 2025 auf 22.434 FĂ€lle, was einer Zunahme von 5,2 % gegenĂŒber dem Vorjahr entspricht. VernachlĂ€ssigung war dabei die hĂ€ufigste Form der GefĂ€hrdung; in 75 % der FĂ€lle ging die Gewalt von den Eltern aus.

Neue AnsÀtze in der Therapie zeigen unterdessen Fortschritte bei schweren psychischen Erkrankungen. Die im Jahr 2025 in Lancet Psychiatry veröffentlichte CHALLENGE-Studie mit 270 Teilnehmern belegt, dass eine Virtual-Reality-Therapie (VR) bei Schizophrenie akustische Halluzinationen deutlich wirksamer reduzieren kann als Standardbehandlungen.

Ein Beispiel ist die Patientin Vibeke Andersen, die nach 27 Jahren durch diese Therapieform stimmenfrei wurde und dies auch fĂŒnf Jahre spĂ€ter noch blieb.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70018904 |