Psychologische, Notfallberatung

Psychologische Notfallberatung: Telefon ersetzt Rettungswagen in 67%

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 22:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Pilotprojekte in Berlin, Kiel und Wiesbaden zeigen, wie Telefonberatung, Apps und Drohnen den Rettungsdienst entlasten sollen.

Digitale Helfer entlasten überlasteten Rettungsdienst
Ein Sanitäter in einem Rettungswagen betrachtet ein digitales Tablet mit Patientendaten. Verschwommene Stadtlichter im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Pilotprojekte in Berlin, Kiel und Wiesbaden zeigen jetzt, wie digitale Helfer die Lage entschärfen sollen.

Telefon statt Blaulicht

Ein simpler Anruf kann tonnenweise CO? sparen und kostbare Rettungswagen freihalten. Eine Studie der Berliner Feuerwehr belegt das eindrucksvoll. In der Leitstelle wurde ein spezieller psychosozialer Telefon-Arbeitsplatz eingerichtet – für Menschen mit leichten psychischen Krisen, die sonst den Notruf wählen.

Das Ergebnis der zweimonatigen Pilotphase: Von 72 Beratungsgesprächen endeten 66,8 Prozent ohne ausrückenden Rettungswagen. 48 Menschen wurde am Telefon so geholfen, dass ein Einsatz überflüssig wurde. Solche Modelle könnten die knappen Ressourcen gezielt für medizinische Notfälle freihalten.

Lernen per App, messen per Kabine

In den Notaufnahmen sieht es nicht besser aus. Asklepios setzt deshalb auf ein ungewöhnliches Konzept: das Mobile Game „No Shit!“. Die App liefert kurze, teambasierte Lerneinheiten direkt aufs Smartphone – ohne langwierige Fortbildungen, die im Klinikalltag kaum Platz haben.

Noch einen Schritt weiter geht das UKSH am Campus Kiel. Seit Juli testet dort eine digitale Messkabine namens eHealth Station. Patienten erfassen Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung und Co. selbstständig. Die Daten fließen automatisch ins Krankenhausinformationssystem. Das spart dem Pflegepersonal Routineaufgaben und beschleunigt die Ersteinschätzung. Bei Erfolg soll die Station auch nach Lübeck kommen.

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Moderne Technologien im Gesundheitswesen erfordern eine präzise Analyse aller Arbeitsabläufe, um die Sicherheit von Personal und Patienten zu garantieren. Dieser kostenlose Report liefert bewährte Hilfsmittel für rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen, die in der Praxis und vor Behörden standhalten. Warum erfahrene Sifas bei der Gefährdungsbeurteilung auf diese Vorlagen schwören

KI hilft bei der Diagnose

Blutkrebs-Patienten könnten bald von smarter Software profitieren. Das Projekt HemaGuide von DKFZ und Uniklinik Heidelberg analysiert Arztbriefe und historische Behandlungsfälle. Der KI-Assistent erstellt Therapieempfehlungen – und lag in einer Auswertung von 555 Fällen zu 82 Prozent richtig mit den Entscheidungen erfahrener Mediziner.

Für die Feuerwehr fliegen derweil Drohnen. In Wiesbaden startet seit Juli bei jedem Einsatz automatisch ein System, das Live-Luftbilder an die Leitstelle liefert. Das bringt entscheidende Vorteile bei Waldbränden oder schweren Unfällen. Auf der Fachmesse INTERSCHUTZ wurden zudem Schwerlastdrohnen vorgestellt, die bis zu 100 Kilogramm Material in Katastrophengebiete transportieren können.

Hitzewelle legt Schwachstellen offen

Dass die Entlastung dringend nötig ist, zeigen die Zahlen aus Nordrhein-Westfalen. Am 27. Juni 2026 verzeichnete das Land aufgrund einer Hitzewelle rund 5.000 Rettungswageneinsätze mehr als an Durchschnittstagen. In Köln und Düsseldorf lagen die Steigerungsraten bei über 100 Prozent.

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Gerade bei extremen Belastungen im Rettungswesen ist die Einhaltung gesetzlicher Standards entscheidend für die Betriebssicherheit. Kostenlose Vorlagen und Checklisten helfen Sifas und Arbeitgebern, Zeit zu sparen und rechtliche Risiken bei der Gefährdungsbeurteilung zu vermeiden. Gefährdungsbeurteilung: So erstellen Sie GBUs, die Aufsichtsbehörden sofort anerkennen

Die großen Hilfsorganisationen schlagen Alarm. DRK, Johanniter und ADAC warnen in einem gemeinsamen Appell vor einer Gefährdung der flächendeckenden Versorgung. Sie fordern eine Anpassung der gesetzlichen Vergütungsregeln. Eine geplante Bindung an die Grundlohnrate würde die kostendeckende Finanzierung erschweren – nötig sei eine Öffnungsklausel, um die Einsatzbereitschaft dauerhaft zu sichern.

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