Psychosomatische Reha: Rentenversicherung legt neues Handbuch fĂŒr FachkrĂ€fte vor
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.dePsychische und psychosomatische Erkrankungen gehören nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung zu den hĂ€ufigsten Ursachen fĂŒr ArbeitsunfĂ€higkeit in Deutschland. Um die Versorgung Betroffener gezielter zu steuern, hat der RentenversicherungstrĂ€ger das neue âHandbuch zur psychosomatischen Rehabilitationâ vorgelegt.
Das Fachwerk richtet sich an medizinisches und therapeutisches Fachpersonal wie Ărztinnen, Ărzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und steht digital zum Download bereit.
Verbesserte Schnittstellen und transparente Indikationsentscheidungen
Mit dem Handbuch verfolgt die Deutsche Rentenversicherung das Ziel, bestehende rehabilitative Behandlungsbedarfe in der medizinischen Praxis frĂŒhzeitig zu identifizieren. Zudem sollen Indikationsentscheidungen fĂŒr das Fachpersonal transparenter und nachvollziehbarer gestaltet werden.
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der SchlieĂung von VersorgungslĂŒcken: Das Regelwerk soll die ĂbergĂ€nge zwischen ambulanter Versorgung, akutstationĂ€rer Behandlung und der medizinischen Rehabilitation koordinieren und optimieren.
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QualitĂ€tsmessung ĂŒber patientenberichtete Behandlungsergebnisse
Flankierend zu strukturellen Leitlinien gewinnt die empirische Erfassung von Therapieerfolgen an Bedeutung. Im Rahmen einer bundesweiten Erhebung erfassen rund 50 Rehabilitationseinrichtungen ĂŒber DAS REHAPORTAL bis Februar 2027 patientenberichtete Behandlungsergebnisse in der psychosomatischen Rehabilitation.
Bei diesen sogenannten PROMs (Patient-Reported Outcome Measures) fĂŒllen Patientinnen und Patienten bei der Aufnahme sowie bei der Entlassung eine digitale Befragung von jeweils rund fĂŒnf Minuten aus.
Ziel ist es, die ErgebnisqualitĂ€t sichtbar und zwischen verschiedenen Standorten vergleichbar zu machen. Die Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse im Portal ist fĂŒr den Zeitraum nach Februar 2027 vorgesehen.
An dieser Erhebung beteiligt sich unter anderem die Nanz-medico-Gruppe mit insgesamt acht Zentren. Das Zentrum fĂŒr ambulante Rehabilitation (ZAR) Regensburg strebt in diesem Rahmen mindestens 50 vollstĂ€ndige BefragungsverlĂ€ufe je Indikationsbereich an.
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Standortstrategien zwischen Digitalisierung und KapazitÀtsausbau
Klinikbetreiber reagieren auf verĂ€nderte Anforderungen in der Rehabilitation zudem mit eigenen strategischen Neuausrichtungen. Die Dr. Becker Klinik Norddeich stellte die Strategie âREHA-KUL tour 2030â vor, die aus einem rund 1,5-jĂ€hrigen Beteiligungsprozess mit mehr als 70 Mitarbeitenden aus allen acht Klinikstandorten hervorgegangen ist und sechs strategische Handlungsfelder umfasst.
Der Standort Norddeich, an dem OrthopÀdie und Psychosomatik behandelt werden, beschÀftigt rund 215 Mitarbeitende und versorgt jÀhrlich rund 3.875 Patientinnen und Patienten. WÀhrend die stationÀre Rehabilitation die Basis des Betriebs bleibt, wurde die ambulante Psychosomatik gestartet sowie digitale Nachsorgeangebote wie Caspar und Livi-RENA ausgebaut.
ZusĂ€tzlich zu konzeptionellen Erweiterungen werden im Bundesgebiet neue BehandlungskapazitĂ€ten geschaffen. Im mittelfrĂ€nkischen Treuchtlingen wurde die Psychosomatische Fachklinik AltmĂŒhltal des Bezirks Mittelfranken vor rund 130 GĂ€sten offiziell eingeweiht. Der Betriebsstart der neuen Einrichtung erfolgt am 16. November mit insgesamt 143 BehandlungsplĂ€tzen.
