Pulsdruck: Werte über 60 mmHg können auf steife Arterien hindeuten
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Differenz zwischen dem systolischen und dem diastolischen Blutdruckwert liefert wesentliche Hinweise auf den Zustand der Blutgefäße. Während bei der routinemäßigen Blutdruckmessung meist vor allem die absoluten Werte im Blickfeld stehen, rückt der sogenannte Pulsdruck als Indikator für die arterielle Gefäßsteifigkeit zunehmend in den Fokus medizinischer Betrachtungen.
Berechnung und Normwerte des Pulsdrucks
Der Pulsdruck errechnet sich durch eine einfache Subtraktion: Vom oberen, systolischen Wert wird der untere, diastolische Wert abgezogen. Ergibt eine Messung beispielsweise einen Blutdruck von 120/80 mmHg, beträgt der resultierende Pulsdruck 40 mmHg.
Allgemein gilt ein Bereich von 30 bis 50 mmHg als Normalwert. Nach Angaben der Mayo Clinic wird ein Pulsdruck von 40 mmHg bei einem Blutdruck von 120/80 mmHg als ideal eingestuft. Steigt der Wert über die Marke von 60 mmHg, gilt dies als Warnsignal und deutet auf eine nachlassende Elastizität der Arterien hin.
Ein derart erhöhter Wert stellt einen bekannten Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit dar, was besonders ältere Personen betrifft. Ein sehr niedriger Pulsdruck von unter 20 mmHg kann hingegen auf eine mögliche Pumpschwäche des Herzens oder einen hohen peripheren Widerstand hinweisen.
Ursachen für Veränderungen im Alter
Häufig weitet sich der Pulsdruck mit zunehmendem Lebensalter aus. Der Grund dafür liegt in den natürlichen Alterungsprozessen der Blutgefäße: Große Arterien verlieren im Laufe der Zeit an Elastizität und versteifen sich. Diese weite Differenz zwischen den Werten ist insbesondere bei älteren Erwachsenen mit kardiovaskulären Problemen assoziiert.
Wer sich mit der Elastizität seiner Gefäße und dem Thema Bluthochdruck befasst, findet in diesem Ratgeber wertvolle Unterstützung. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Werte mit acht gezielten, natürlichen Maßnahmen effektiv regulieren können. 8 natürliche Methoden gegen Bluthochdruck entdecken
Neben langfristigen Gefäßveränderungen unterliegt der Wert jedoch auch kurzfristigen Schwankungen. So können körperliche Aktivität oder Stress den Pulsdruck temporär verändern, ohne dass dies direkt auf eine dauerhafte Gefäßschädigung hinweist.
Klinische Interpretation und Kontextabhängigkeit
Fachleute betonen, dass kein einzelner Pulsdruckwert isoliert für die Diagnose einer Erkrankung ausreicht. Die medizinische Aussagekraft hängt stets vom Alter der betroffenen Person, dem absoluten Gesamtblutdruck, bestehenden Begleiterkrankungen sowie den konkreten Messumständen ab.
Für eine fundierte Einschätzung der eigenen Gesundheit ist das Verständnis der Laborwerte unerlässlich. Dieser kostenlose 25-Seiten-Report hilft Ihnen dabei, Ihre Blutwerte selbst richtig zu deuten und aktiv vorzusorgen. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck jetzt sichern
Zudem besitzen identische Differenzen je nach Ausgangswert völlig unterschiedliche Bedeutungen: Ein Pulsdruck von 50 mmHg kann sowohl aus einem Messwert von 130/80 mmHg als auch aus einem Wert von 170/120 mmHg resultieren. Die klinischen Implikationen beider Konstellationen unterscheiden sich jedoch erheblich voneinander.
Patientinnen und Patienten sollten bei auffälligen Werten keinesfalls eigenmächtig handeln. Anpassungen oder Dosisänderungen bei blutdrucksenkenden Medikamenten dürfen keinesfalls ohne vorherige ärztliche Rücksprache erfolgen.
