PulseAI erhÀlt FDA-Freigabe: KI senkt unklare Wearable-EKGs um 92 Prozent
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 17:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas in Belfast ansĂ€ssige Medizintechnikunternehmen PulseAI hat von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA die 510(k)-Freigabe fĂŒr sein auf kĂŒnstlicher Intelligenz basierendes Arrhythmie-Analysemodell erhalten. Die Software ist speziell fĂŒr die Auswertung von Daten konzipiert, die ĂŒber am Körper tragbare MessgerĂ€te, sogenannte Wearables, erfasst werden.
Die technische Architektur des Systems setzt auf eine Cloud-basierte Verarbeitung. Von tragbaren GerĂ€ten aufgezeichnete Elektrokardiogramme (EKG) werden zur automatisierten Auswertung an Cloud-Server ĂŒbermittelt. AnschlieĂend sendet der Algorithmus die strukturierten Analyseergebnisse direkt an die jeweilige verbundene Anwendung auf dem EndgerĂ€t zurĂŒck.
Klinische Studie belegt Reduktion unschlĂŒssiger Befunde
Die LeistungsfÀhigkeit des Modells wurde im Rahmen einer prospektiven Studie untersucht, die im Fachjournal Heart Rhythm veröffentlicht und von PulseAI selbst finanziert wurde. Die Untersuchung fand zwischen November 2022 und Februar 2023 an einem UniversitÀtsspital in Irland mit 296 auswertbaren Teilnehmern statt. In dieser Kohorte lag die PrÀvalenz von Vorhofflimmern bei 21,6 %.
Ein zentrales Problem bestehender Wearable-Messungen sind uneindeutige Messungen. Den Studienergebnissen zufolge konnte der Einsatz des KI-Modells unschlĂŒssige Resultate im ersten Messversuch von 17,6 % auf 1,4 % verringern, was einem RĂŒckgang um 92 % entspricht. Die statistische Ăbereinstimmung, ausgedrĂŒckt durch den Kappa-Wert, lag fĂŒr das PulseAI-System bei 0,96, verglichen mit einem Wert von 0,77 bei der Apple Watch.
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Vergleich der diagnostischen Genauigkeit
Die Publikation weist zudem detaillierte SensitivitĂ€ts- und SpezifitĂ€tswerte im direkten Vergleich aus. Im pragmatischen Ansatz erzielte das Modell von PulseAI eine SensitivitĂ€t von 98,4 % sowie eine SpezifitĂ€t von 96,1 %. Unter der Intent-to-diagnose-Betrachtung lagen die Werte bei 98,4 % fĂŒr die SensitivitĂ€t und 96,6 % fĂŒr die SpezifitĂ€t.
DemgegenĂŒber erreichte die Apple Watch im naiven Vergleich eine SensitivitĂ€t von 96,1 % und eine SpezifitĂ€t von 97,9 %. Unter pragmatischen Bedingungen sanken diese Werte der Apple Watch auf 78,1 % SensitivitĂ€t und 81,0 % SpezifitĂ€t. Im Rahmen der Intent-to-diagnose-Auswertung wurden fĂŒr die Apple Watch 92,2 % SensitivitĂ€t sowie 91,0 % SpezifitĂ€t ermittelt.
Relevanz fĂŒr den wachsenden Smartwatch-Markt
Die prĂ€zise Erkennung von Herzrhythmusstörungen gilt in der Kardiologie als wesentlicher Faktor zur Vorbeugung schwerer Folgeerkrankungen. Vorhofflimmern geht, abhĂ€ngig von individuellen Risikofaktoren, mit einem rund fĂŒnffach erhöhten Risiko fĂŒr ischĂ€mische SchlaganfĂ€lle einher. Eine zuverlĂ€ssige FrĂŒherkennung ĂŒber alltĂ€glich genutzte GerĂ€te könnte somit helfen, diagnostische LĂŒcken zu schlieĂen.
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Der Markt fĂŒr entsprechende ErfassungsgerĂ€te wĂ€chst derweil weiter. Nach Erhebungen des Marktforschungsinstituts IDC wurden im Jahr 2025 weltweit rund 164 Mio. Smartwatches verkauft, was das Potenzial fĂŒr softwarebasierte, medizinisch zertifizierte Ăberwachungslösungen im Endkundensegment unterstreicht.
