Qilin-Ransomware, Erpressergruppe

Qilin-Ransomware: Erpressergruppe listet fĂŒnf neue Opfer auf

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 20:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Erpresserbande Qilin listet weitere Firmen auf ihrer Darknet-Seite. Sicherheitsexperten warnen vor einer hohen AktivitÀtswelle.

Qilin-Ransomware: Neue Angriffe auf internationale Unternehmen
Ein schwach beleuchteter Serverraum mit leuchtenden Kabeln, der eine Cybersicherheitsbedrohung und Datenpanne darstellt. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Cyberkriminellen von Qilin haben am heutigen Sonntag erneut mehrere Organisationen auf ihrer Erpresserplattform im Darknet gelistet. Darunter befinden sich mit dem mexikanischen SchuhhÀndler PRICE SHOES und dem Naval Interior Team gleich zwei internationale Unternehmen. Sicherheitsexperten beobachten eine Phase ungewöhnlich hoher AktivitÀt der Gruppe.

Neue Opfer auf der Erpresserplattform

Die Ransomware-Bande aktualisierte ihr Opferportal im Laufe des Tages mehrfach. Am spĂ€ten Nachmittag tauchte das Naval Interior Team auf, am frĂŒhen Abend folgte PRICE SHOES. Solche EintrĂ€ge bedeuten in der Regel: Die Angreifer haben entweder erfolgreich Netzwerke infiltriert, sensible Daten gestohlen oder versuchen, die betroffenen Unternehmen zur Zahlung von Lösegeld zu zwingen.

Auch Bildungs- und Tourismusbranche sind betroffen. Bereits am Nachmittag beanspruchte die Gruppe Angriffe auf die Université Libre de Bruxelles (ULB) und die mexikanische Hotelgruppe Grupo Diestra. Die EintrÀge erschienen innerhalb von nur 33 Sekunden Abstand auf der Darknet-Seite. Zudem wurde das thailÀndische Unternehmen Phithan Phanich als neues Opfer identifiziert.

Experten raten zur Vorsicht

Die Behauptungen der Erpresser sind bislang unbewiesen. Konkrete technische Details oder forensische Beweise fĂŒr den Umfang des angeblichen Datendiebstahls legte die Gruppe nicht vor. Sicherheitsforscher betonen: Solche Listungen dienen oft als Druckmittel im Erpressungsprozess – unabhĂ€ngig davon, ob die Systeme der Ziele tatsĂ€chlich vollstĂ€ndig verschlĂŒsselt wurden.

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Die Qilin-AktivitĂ€ten reihen sich in ein grĂ¶ĂŸeres Bild ein. Auch die Ransomware-Gruppe Krybit aktualisierte heute Morgen ihre Liste und nahm die italienische Firma Studiotibaldi.it ins Visier.

Angriffswelle seit Anfang August

Die aktuellen VorfĂ€lle folgen auf mehrere aufsehenerregende SicherheitsvorfĂ€lle der vergangenen Woche. Bereits am 7. August meldete der Jeans-Hersteller Levi Strauss & Co. einen unbefugten Zugriff auf Unternehmensdaten. Drei Mitarbeiter waren durch Social-Engineering-Angriffe kompromittiert worden – Kundendaten blieben demnach unberĂŒhrt.

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Zudem wird seit dem 3. August eine kritische Zero-Day-SicherheitslĂŒcke in der Analyse-Software Metabase aktiv ausgenutzt. BestĂ€tigte Opfer sind das Technologieunternehmen Framework und die Buchhaltungsplattform Tally. Framework rĂ€umte ein, dass Kundennamen und Kontaktdaten offengelegt wurden – Passwörter und Zahlungsinformationen seien jedoch nicht betroffen.

Die Behörden kĂ€mpfen derweil an mehreren Fronten gegen die Erpresser. Erst Ende Juni zerschlug die Polizei in Guangdong eine Erpresserbande, die ĂŒber soziale Medien Prominente und Filmteams unter Druck gesetzt hatte. Der Fall zeigt: Digitale Erpressung beschrĂ€nkt sich lĂ€ngst nicht mehr auf klassische Ransomware-Angriffe.

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