Qilin-Ransomware, Leak-Seite

Qilin-Ransomware: Zwei weitere Unternehmen auf Leak-Seite gelistet

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 00:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Ransomware-Gruppe Qilin erweitert ihre Opferliste um zwei Unternehmen. Bereits am Morgen wurde ein italienischer Futtermittelhersteller als Ziel bekannt.

Qilin-Ransomware: Zwei neue Firmen auf Leak-Seite gelistet
Dunkler Serverraum mit beleuchteten Server-Racks und Fokus auf einer blauen Statusleuchte. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die als Qilin bekannte Ransomware-Gruppierung hat ihre Aktivitäten intensiviert und in den späten Abendstunden des 15. August 2026 zwei weitere Unternehmen auf ihre Liste der Betroffenen gesetzt.

Innerhalb weniger Sekunden erschienen Einträge für die ASCII GROUP sowie JONE PRÉCISION auf der Leak-Seite der Gruppierung. Die Veröffentlichungen wurden um 20:11:16 Uhr sowie um 20:11:21 Uhr (UTC+3) registriert, was auf einen automatisierten oder streng koordinierten Prozess hindeutet.

Bereits am frühen Morgen desselben Tages hatte die Gruppierung ein weiteres Opfer gemeldet. Um 02:09 Uhr (UTC+3) wurde das italienische Unternehmen FERRARI MANGIMI SRL, das im Sektor Landwirtschaft und Nahrungsmittel tätig ist, auf dem Portal der Cyberkriminellen gelistet.

Der Angriff auf dieses Unternehmen war nach vorliegenden Informationen bereits am Vorabend des 14. August 2026 gegen 20:27 Uhr UTC entdeckt worden. Die Angreifer hatten dabei offenbar eine spezifische Domain im Visier, die mit einem Stellenangebot für einen Kfz-Mechaniker in der Region Emilia-Romagna in Verbindung steht.

Hintergründe zur Qilin-Gruppierung

Über das genaue Ausmaß der Kompromittierung bei der ASCII GROUP und JONE PRÉCISION sowie über die Höhe möglicher Lösegeldforderungen liegen derzeit noch keine gesicherten Details vor. Branchenbeobachter stufen Qilin als eine Ransomware-as-a-Service-Operation (RaaS) ein, die Schätzungen zufolge einen Marktanteil von rund 20 Prozent im Bereich der Erpressersoftware hält. Es bestehen zudem Hinweise auf mögliche operative Verbindungen zur Gruppierung Moonstone Sleet.

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Die Gefährlichkeit der Gruppe verdeutlicht ein Rückblick auf die sogenannte „Korean Leaks“-Kampagne. Im Herbst des vergangenen Jahres wurden dabei insgesamt 28 Opfer in Südkorea verzeichnet.

Die Angriffe erfolgten in drei Wellen zwischen Mitte September und Anfang Oktober 2025. In diesem Zeitraum gelang es den Tätern, mehr als eine Million Dateien mit einem Gesamtvolumen von zwei Terabyte zu exfiltrieren. Als zentrales Einfallstor diente damals der kompromittierte Managed Service Provider GJTec, wodurch über 20 Unternehmen aus dem Bereich der Vermögensverwaltung betroffen waren.

Dynamik im Ransomware-Markt

Das Umfeld der Cyberkriminalität zeigt sich derzeit insgesamt sehr dynamisch. Fast zeitgleich zu den Aktivitäten der Qilin-Gruppe listete die Panzer-Ransomware am 15. August 2026 gegen 03:21 Uhr (UTC+3) den Automobil-Elektronikspezialisten Alpine Electronics Europe auf ihrer eigenen Leak-Seite.

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Diese Häufung von Vorfällen innerhalb eines kurzen Zeitraums unterstreicht die anhaltend hohe Bedrohungslage für internationale Industrie- und Dienstleistungsunternehmen.

Fachleute beobachten die weitere Entwicklung der Qilin-Leak-Seite genau, da dort üblicherweise in den Tagen nach der ersten Listung weitere Beweise für den Daten abfluss oder konkrete Erpressungsschreiben veröffentlicht werden. Eine offizielle Stellungnahme der betroffenen Unternehmen ASCII GROUP und JONE PRÉCISION zu den Vorfällen steht bislang noch aus.

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